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Sie wollen anderen aus der Patsche helfen: Julia Schütt und Alexander Aronhakis sind durch eine Werbekampagne bei der Freiwilligen Feuerwehr in Fürstenfeldbruck gelandet und helfen vor allem bei Großeinsätzen mit.

Kampagne der Freiwlligen Feuerwehr

Die neuen Brucker Kameraden sind voll motiviert

Die Freiwillige Feuerwehr Fürstenfeldbruck startete 2016 eine große Nachwuchs-Kampagne. Wie sieht die Resonanz aus? Wir haben mit zwei Feuerwehr-Neulingen gesprochen.

Fürstenfeldbruck – Nicht ganz zufällig hat Stadtbrandmeister Manuel Mai (34) die junge Feuerwehrfrau Julia Schütt (21) und den Neu-Feuerwehrmann Alexander Aronhakis, der mit 43 Jahren natürlich schon als gestandenes Mannsbild durchgeht, zum Tagblatt-Gespräch eingeladen. Schließlich repräsntiert das Duo recht gut die neuen Kräfte, die die Brandbekämpfer durch ihre Kampagne gewinnen konnten.

Die Brucker Feuerwehr ist gut aufgestellt – hat aber Bedarf

Die wurde im vergangenen Jahr gestartet, um die Einsatzkraft der Wehr weiter gewährleisten zu können. Insgesamt 17 neue Aktive hat man im vergangenen Jahr aufgenommen, zum größten Teil durch die Kampagne, sagt Mai. „Auf zehn Vorstellungen kommt eine Absage“, schätzt Mai das Verhältnis ein. Die Faustregel, nach der man die optimale Anzahl der Aktiven in einer Wehr berechnet, sei die dreifache Besetzung der Fahrzeuge, erklärt Mai. Er schränkt jedoch sofort ein: „Das schafft keine Feuerwehr in Bayern.“

In Bruck sei man aber sehr gut aufgestellt, aber grundsätzlich bestehe natürlich immer Bedarf. Außerdem hatte man laut Mai bei der Aktion noch einen besonderen Gedanken im Hinterkopf: Mittlerweile ist nämlich klar, dass Fürstenfeldbruck ab 2020 ein zweites Feuerwehrhaus bekommt. Da lag es nahe, schon mal mit der Werbung zu beginnen.

Retter werden über eine App über Einsätze informiert

Einer, dem die ganze Plakatwerbung im Stadtgebiet aufgefallen ist, ist der Brucker Alexander Aronhakis. Dann informierte er sich auf der Webseite und kam zum Aktionstag. Ein Film, den er dort sah, machte ihn besonders nachdenklich: Ein Feuerwehrmann fährt nach dem Alarm in die Wache – kann dort aber nichts anfangen, weil er ganz allein bleibt. Praktisch etwas tun, „jemanden aus der Patsche helfen“, das waren die Gedanken von Aronhakis, als er über einen Eintritt entschied. Ein wenig Erfahrung im Rettungsbereich hatte er auch schon bei der Bundeswehr gesammelt. Ganz selbstverständlich ist ein solcher Einstieg in seinem Alter natürlich nicht. Auch der Arbeitgeber des leitenden IT-Angestellten schluckte erst einmal vernehmlich. Doch bisher läuft alles reibungslos, auch wenn Einsätze während der Arbeitszeit vorkommen. Man wird über eine App informiert, die Kollegen von Alexander Aronhakis wissen Bescheid, und er fährt vor allem bei großen Einsätzen mit.

Auch Julia Schütt hat die Kampagne gesehen. Sie hat sich schon zuvor generell für den Feuerwehr-Dienst interessiert, auch wenn sie nicht in einer Jugend-Feuerwehr oder anderswo Mitglied war.

„Ich bereue es, dass ich es nicht früher gemacht habe.“

Kein Nachteil war es außerdem, dass sich auch ihr Freund ganz gerne engagieren wollte. Die Kinderpflegerin arbeitet in Eichenau, auch sie kommt zum Einsatz wenn mehr Kräfte gebraucht werden. Ein bisschen komisch sei das schon am Anfang gewesen, doch nach einem halben Jahr finden beide Neulinge alles super.

Bei der Grundausbildung haben die Neuen auch eine intensive Verbindung zueinander gefunden. „Ich bereue es, dass ich es nicht früher gemacht habe“, sagt Aronhakis sogar. Denn bei der Wehr habe er eine ganz besondere Kameradschaft vorgefunden.

Der Weg in die aktive Feuerwehr läuft nur über ein persönliches Gespräch, erklärt Mai. Dabei gibt es auch eine Führung durchs Haus, dann kommt erst die endgültige Entscheidung. Jeder Neuling bekommt zu Beginn auch einen erfahrenen Kameraden als Mentor an die Seite gestellt. Die Neuen sind so motiviert, dass sich zum Beispiel Julia Schütt und Alexander Aronhakis schon für den Atemschutz-Lehrgang eingetragen haben. „Wir müssen eher noch ein wenig bremsen“, sagt Mai. Beide Neuen sind nach ihren ersten Monaten bei der Feuerwehr schon gespannt, was für Herausforderungen noch auf sie zukommen werden.

Für Interessenten:

Wer bei der Freiwilligen Feuerwehr mitmachen will, kann mittwochs ab 19 Uhr oder samstags ab 14 Uhr bei der Feuerwache in der Landsberger Straße vorbeikommen oder sich per E-Mail an info@feuerwehr-ffb.de melden.

von Fabian Dilger

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