+
Ein Ehepaar, das gemeinsam Krimis schreibt: Uschi und Klaus Pfaffeneder schicken i n ihrem neuen Roman „Täter Opfer Schuld“ die Brucker Kripo und den pensioerten Kommissar Viertaler auf Spurensuche. 

Autoren-Ehepaar Pfaffeneder

Neuer Krimi: Kommissar Viertaler ermittelt wieder

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
    schließen

Uschi und Klaus Pfaffeneder schicken in ihrem neuen Roman „Täter Opfer Schuld“ die Brucker Kripo und den pensionierten Kommissar Viertaler auf Spurensuche.

Fürstenfeldbruck/Landsberg – Ein ermordeter Pfarrer, Kokain im Beichtstuhl und die Schatten der NS-Vergangenheit – die Kripo Fürstenfeldbruck bekommt viel zu tun im neuen Regionalkrimi „Täter Opfer Schuld“ von Uschi und Klaus Pfaffeneder. Wie im ersten Lech-Krimi schickt das Landsberger Autoren-Ehepaar seinen pensionierten Hauptkommissar Martin Viertaler auf Spurensuche.

Am Lumpigen Donnerstag, dem traditionellen Höhepunkt des Landsberger Faschingstreibens, wird in der Stadtpfarrkirche ein polnischer Vertretungspfarrer erschlagen. Die Ursache scheint weit in der Vergangenheit zu liegen. Es gibt mysteriöse Verbindungen zwischen dem Mordopfer, einem überlebenden KZ-Häftling aus einem der Außenlager rund um Landsberg und einem ehemaligen SS-Schergen, der als alter Mann mit Neonazi-Enkel noch immer in der Stadt lebt. Oder steckt doch die Mafia hinter dem Mord? Denn es scheint, als habe der Geistliche mit Drogen gedealt.

Dass das Organisierte Verbrechen in Schwaben und Oberbayern aktiv ist, haben die Autoren den Medien entnommen. Der Erzählstrang rund um die Mafia bleibt in dem knapp 400 Seiten starken Roman aber eher an der Oberfläche. Mit der NS-Vergangenheit der Region kennt sich der 58-Jährige Ingenieur Pfaffeneder als Mitglied des Landsberger Historischen Vereins besser aus – und so sind jene Stellen im Buch am stärksten und glaubwürdigsten, in denen es um das Schicksal des KZ-Häftlings Abram Canoch geht. Der gab einst sein eigenes Kind weg, um es vor dem Nazi-Terror zu retten. „Fälle wie den geschilderten gab es wirklich“, weiß Pfaffeneder. Seine Frau interessiert sich für die Traumata der Kriegsgeneration und die in vielen Familien bis heute herrschende Sprachlosigkeit.

Auch die katholische Kirche bekommt ihr Fett weg. Am Beispiel des ermordeten Priesters wird eine Doppelmoral sichtbar, die im Kleinen zur Katastrophe führt und im Großen der Kirche als Institution schadet. Sie beraubt sich in den Augen der Autoren selbst „einer wichtigen Rolle in einer Gesellschaft, die nach Halt und Orientierung sucht“.

Das Ehepaar teile sich beim Schreiben die Arbeit, erzählt Klaus Pfaffeneder. Er sei zuständig für die Dialoge, sie für die emotionalen Themen. „Und die Überarbeitung machen wir gemeinsam.“ Verlegt haben die Pfaffeneders ihr Buch im eigenen Verlag.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Crash mit zwei Lastwagen: Verkehrschaos bei Germering
Ein Unfall mit zwei Lastwagen hat am Montag zu einem Verkehrs-Chaos geführt. Die Staatsstraße zwischen Germering und Planegg war stundenlang komplett gesperrt.
Crash mit zwei Lastwagen: Verkehrschaos bei Germering
Party-Gäste hinterlassen Saustall am See
Schon in normalen Sommern ist Müll an Badeseen ein Ärgernis. In Corona-Zeiten wächst er sich zum Problem aus. Das kostet Geld – und er ist gefährlich.
Party-Gäste hinterlassen Saustall am See
Feuerwehrhaus-Fusion: Das sagen die Kommandanten
Der Bürgerentscheid hat die Weichen gestellt: Die Feuerwehren von Althegnenberg und Hörbach sollen sich künftig ein Gerätehaus teilen. Doch was sagen die beiden …
Feuerwehrhaus-Fusion: Das sagen die Kommandanten
Ein halbes Jahr Corona: Als das Virus alles veränderte
Ein halbes Jahr ist es jetzt her, dass Covid 19 den Landkreis Fürstenfeldbruck erreicht hat. Gesundheitsamtsleiter Lorenz Weigl blickt auf turbulente sechs Monate …
Ein halbes Jahr Corona: Als das Virus alles veränderte

Kommentare