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Neuer Verein: Kreistag stimmt der digitalen Schule zu

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Von: Andreas Daschner

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Die Ausstattung und der Umgang mit Computern wird in Schulen immer wichtiger.
Die Ausstattung und der Umgang mit Computern wird in Schulen immer wichtiger. © dpa

Corona hat offenbart, wo Bayern bei der Digitalisierung der Schulen hinterherhinkt. Nun nimmt der Landkreis das Heft selbst in die Hand. Der Kreistag hat beschlossen, ein Digitales Kompetenzzentrum für Schulen zu gründen.

Fürstenfeldbruck - Ganz unumstritten ist das Thema bei der jüngsten Kreistagssitzung aber nicht gewesen. Eine der Kritiker ist Martin Runge (Grüne). Für ihn steht es zwar außer Frage, dass die Digitalisierung an den Schulen gestärkt werden muss. „Das Digitale Kompetenzzentrum ist aber nicht der richtige Weg“, sagte er. Ein Teil der Aufgaben, die dort wahrgenommen werden sollen, seien Sache des Staats. „Dem sollten wir es nicht noch leichter machen, sich einen schlanken Fuß zu machen“, sagte Runge.

Kritik gab es auch daran, dass das Kompetenzzentrum als Verein organisiert werden soll. Daniel Liebetruth (SPD) kritisierte, dass dann dessen Mitglieder über öffentliche Gelder entscheiden könnten. Ulrich Bode (FDP) erklärte, dass diese juristische Konstruktion dem geschuldet sei, dass zwar der Sachaufwandsträger das Sagen haben soll, aber andere Akteure wie Elterninitiativen mit ins Boot geholt werden sollen. „Das muss man juristisch eben entsprechend ausformulieren“, sagte Bode.

Dass das möglich ist, dessen ist sich Sandra Meissner (FW) – selbst Juristin – sicher. „Wir werden als Kontrollgremien die Strippen in der Hand haben“, sagte sie. Sie sieht das Digitale Kompetenzzentrum als Pilotprojekt, mit dem man die Schulen im Landkreis auf das gleiche Niveau bringen kann.

Christian Stangl (Grüne) befürwortete das Projekt im Gegensatz zu seinem Fraktionssprecher Runge. „Die Zeiten, in denen Arbeitsaufträge per Post verschickt wurden, sollten der Vergangenheit angehören“, sagte er. Stangl verspricht sich vom Kompetenzzentrum eine Vernetzung der Gemeinden sowie der Schüler und Lehrer mit dem Sachaufwandsträger und dadurch auch weniger Bürokratie.

Emanuel Staffler (CSU) hat auch auf finanzieller Seite keine Bedenken: „Die Summen, die hier aufgerufen werden, entscheiden nicht über das Wohl und Wehe der Kommunen.“ Die Rede ist von 1,5 Millionen Euro auf die Dauer von drei Jahren. Heruntergebrochen kämen auf die jeweiligen Sachaufwandsträger so 18 Euro pro Schüler zu.

Mit diesem Geld soll das Kompetenzzentrum als erster Ansprechpartner Unterstützung bei der Digitalisierung der Schulen bieten. Hilfe geleistet werden soll unter anderem bei der Erstellung von Konzepten, der Beschaffung von Hard- und Software, dem Abrufen von Fördermitteln, beim IT-Betrieb sowie bei der Fortbildung und Nutzung der digitalen Komponenten.

Hierzu muss zunächst eine Zweckvereinbarung zwischen den Kommunen und Schulverbänden unter Führung des Brucker Landkreises geschlossen werden. Anschließend wird das Kompetenzzentrum als Verein mit den Landkreiskommunen als Mitgliedern gegründet. Diesem Vorgehen stimmte der Kreistag mit 52:7 Stimmen letztlich deutlich zu.  ad

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