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Der Demenz-Koffer wurde von Elke Brach im Rathaus vorgestellt.

Angebot der Caritas

Für Angehörige: Alles über Demenz in einem Koffer

Fürstenfeldbruck – Immer mehr Menschen in Deutschland erkranken an Demenz. Der Umgang mit der Krankheit ist meist nicht nur für Betroffene selbst, sondern auch für die Angehörigen nicht leicht. Mit dem Demenz-Koffer der Caritas und der Stadt soll diesen Menschen nun geholfen werden, mit der Krankheit besser klar zu kommen.

Dabei soll Demenz nicht einfach nur erklärt, sondern richtig begreifbar gemacht werden – auch für Kinder.

Auf die Idee gekommen sind Elke Brach vom Caritas Kompetenzzentrum und Doreen Höltl, Seniorenbeauftragte der Stadt, bei einem gemeinsamen Gespräch. „Frau Höltl war sich gleich sicher, dass die Stadt dieses Projekt finanziell unterstützen würde“, erinnert sich Elke Brach. Und genau das ist auch geschehen. „Das Projekt ist ein Zusammenspiel der Stadt und der Caritas. Frau Brach und ich haben es konzeptionell auf die Beine gestellt und die Stadt bietet sozusagen den Rahmen dazu“, erzählt Doreen Höltl.

Im Koffer sind sieben verschiedenfarbige Mappen mit kompakten Informationen zum Thema Demenz verstaut. Jede beinhaltet Informationen zu einem anderen Thema. In der Mappe „Biografie“ zum Beispiel kann man Bilderbücher und kurze Geschichten zum Vorlesen finden. Dadurch sollen die Erinnerungen von Demenzkranken angeregt werden.

Eigentlich hatte sich Elke Brach den Koffer zu Beginn des Projekts nicht so groß vorgestellt. „Aber als ich dann angefangen habe zu packen, bemerkte ich, dass der Koffer viel zu klein war“, erzählt sie. Jetzt sei das Wichtigste im Koffer, auch wenn man natürlich noch viel mehr reinpacken könne.

Den Koffer ausleihen kann sich ab sofort theoretisch jeder. Nach maximal zwei Wochen muss man ihn dann wieder in der Fachstelle für pflegende Angehörige abgeben. Zahlen muss man dafür erst einmal nur Pfand. „Bei der Rückgabe kann sich dann jeder, je nachdem wie zufrieden er mit dem Koffer ist, überlegen, ob er ein wenig an die Fachstelle für pflegende Angehörige spenden will“, sagt Elke Brach.

Am besten geeignet ist das Projekt allerdings für Einrichtungen wie Schulen, Pflegeheime oder Clubs. „Als Privatperson macht man sich am besten einfach einen Termin bei mir aus. Dann kann ich eine kostenlose und persönliche Beratung geben“, rät die Expertin.

Zu dem Koffer kann man sich außerdem noch einen „Koffer-Begleiter“ buchen, der sich gut mit dem Thema Demenz auskennt. Solche Berater stehen – je nach Bedarf – zum Beispiel für einen Vortrag oder auch für einen ganzen Vormittag zur Verfügung.

Dem Seniorenbeirat hat Elke Brach ihre Idee bereits vorgestellt. Und obwohl ihre Präsentation nur 20 Minuten ging, konnte sie mit dem Projekt überzeugen. „Weil mein Vortrag relativ kurz war, konnte ich nicht den gesamten Inhalt vorstellen. Das Feedback war aber trotzdem sehr positiv.“

Ob etwas am Konzept geändert werden soll oder noch mehr solche Koffer gepackt werden, wird die Praxis zeigen. „Das kommt ganz darauf an, wie der Koffer ankommt und wie groß die Nachfrage ist“, sagt Elke Brach. Man könne sich aber auch überlegen, nicht alles in eine Tasche zu packen, sondern zu bestimmten Themen Extrakoffer zu füllen. Spätestens bei den Gesundheitstagen im Juni wird sich zeigen, wie der Demenz-Koffer ankommt. Dort wird er nämlich mitsamt seinem Inhalt offiziell vorgestellt.

von Anna Rosenheimer

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