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Gäste im Churfürstensaal.

Fürstenfeldbruck

Neujahrs-Empfang der Stadt: OB wirbt für Kompromisse

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Beim Neujahrsempfang der Stadt im Churfürstensaal warb OB Erich Raff für ein sachliches Miteinander in der Politik – im Großen wie im Kleinen. Eine kleine Spitze gegen das Veranstaltungsforum konnte er sich aber nicht verkneifen. Weil der Stadtsaal anderweitig vergeben war, musste der Empfang in den Churfürstensaal der Polizeifachhochschule verlegt werden.

Fürstenfeldbruck – Mehr miteinander reden: Nur so könne man letztlich Konflikte lösen oder zumindest Kompromisse schließen. „Kompromisse sind keine Schwäche, sondern eine Fähigkeit und eine Stärke der Demokratie“, zitierte Raff eine Botschaft aus der Weihnachtsansprache von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Die Debatten- und Streitkultur habe sich verändert, das würde sich auch auf die Bürger übertragen, die ihren Frust über die große Politik bis in die Rathäuser und Bürgersprechstunden trügen. Es seien die Vorbilder der großen Politik und die Länderparlamente, die bei den Bürgern zur Politikverdrossenheit führten.

Seitenhieb in Richtung Fürstenfeld

Die Kommunalpolitik habe das Glück, ganz nahe am Menschen zu sein, so dass es dort noch die Gelegenheit zum Dialog gebe. „Wir sind teilweise auf steinigen und holprigen Pfaden im Dialog untereinander, und haben es immer wieder geschafft, gemeinsam für die Stadt und ihre Bürger diese Pfade zu ebnen“, meinte Raff. Dennoch komme es vor, dass diese Entscheidungen häufig als undemokratisch angesehen werden.

Nicht als undemokratisch aber als kritikwürdig stufte der Rathaus-Chef eine Entscheidung des Veranstaltungsforums ein. Traditionell findet der Neujahrsempfang nämlich im Stadtsaal statt. Der wurde aber an eine andere Veranstaltung vergeben, so dass die Stadt mit ihrem Empfang in den Churfürstensaal der Polizei-Fachhochschule umziehen musste. „Die Polizei – dein Freund und Helfer“, sagte Raff. Sein Dank richtete sich an den Leiter der Einrichtung, Ingbert Hoffmann. „Tradition ist eben nicht gleichbedeutend mit fester Terminierung“, erklärte Raff den Umzug – ein Seitenhieb in Richtung Veranstaltungsforum.

Am neuen Veranstaltungsort erinnerte der Oberbürgermeister auch an die alten Herausforderungen, die die Stadt weiterhin beschäftigen. Ohne Kompromisse werde man auch dort nicht auskommen. Dabei spannte Raff den Bogen von der Entwicklung des Viehmarktplatzes über den städtebaulichen Wettbewerb auf der Lände bis hin zur Konversion des Fliegerhorstes sowie der Standortsuche für eine Eishalle und den Bau des Sportzentrums III.

Abschaffung der Strabs ist fatal für FFB

Der Rathaus-Chef hatte seinen Gästen auch ein paar Zahlen mitgebracht. So sei die Stadt etwa um 350 Bürger gewachsen. Insgesamt leben in Fürstenfeldbruck Menschen aus 131 Nationen. Nicht unbedeutsam für die Wirtschaft: Zum Arbeiten kommen nach Bruck knapp 1000 Menschen weniger als die Stadt beruflich täglich verlassen. 2015 habe das noch ganz anders ausgesehen.

Auch deshalb bleibe die Ansiedlung von Gewerbebetrieben nach wie vor eine große Herausforderung. Erfreulich sei die Zahl von 3,3 Prozent Arbeitslosen – das komme einer Vollbeschäftigung gleich. Fachkräfte seien allerdings nach wie vor Mangelware. Aufgrund des Angebots an Kinderbetreuung und Schulen sei die Kreisstadt attraktiv für junge Familien. Ab September verfügt die Stadt über 235 neue Kinderkrippen- und Kindergartenplätze.

Als fatal bezeichnete Raff die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge. Mit den 135 000 Euro, die die Stadt nur noch pauschal erhalte, könne man eigentlich nur Flickschusterei betreiben. Allein die dringende Sanierung und der Ausbau der Richard-Higgins-Straße und des Sulzbogens koste 4,8 Millionen Euro. Hier hätte sich Raff zumindest eine Übergangslösung gewünscht.

Die Ehrungen

Traditionell werden beim Neujahrsempfang jene Bürger geehrt, die sich um das Gemeinwohl der Stadt verdient gemacht haben. Stabsfeldwebel Michael Fischer, Oberstabsgefreiter Florian Keßler und Bernd Fasching von der Offizierschule der Luftwaffe wurden für ihren über zwei Jahrzehnte langen Einsatz beim jährlichen Erbsensuppenverkauf auf dem Christkindlmarkt geehrt. 

Der Erlös wird an caritative Einrichtungen in der Stadt gespendet. Helmuth Stolle wurde für seinen unermüdlichen Einsatz über viele Jahre bei der Bürgerstiftung für den Landkreis ausgezeichnet. Franz Leckenwalter engagiert sich seit 15 Jahren für die Krieger- und Soldatenkameradschaft, Detlef Kurp war drei Amtsperioden im Seniorenbeirat der Stadt aktiv. Dabei brachte er Projekte wie das Seniorenkino, Senioren-Computertreff sowie den barrierefreien Ausbau Bahnhof Buchenau voran. 

Seit über 30 Jahren engagiert sich Helga Müller in der Pfarrei St. Magdalena als Pfarrgemeinderat, gestaltet Kindergottesdienste und betreut Kommuniongruppen. Günter Mayr gründete vor 42 Jahren den Chor der Musikfreunde Grafrath, aus dem der Philharmonische Chor Fürstenfeld hervorging. 

Für seine Opern-Inszenierungen und Faschingskonzerte wurde er bereits mit der Bezirksmedaille des Bezirks Oberbayern für den Bereich Kultur geehrt. Michael Münch erhielt für 40-jährige Mitgliedschaft das Feuerwehr-Ehrenzeichen am Bande in Gold von der stellvertretenden Landrätin Martina Drechsler überreicht, Stefan Götz das staatliche Ehrenzeichen in Gold für 40-jährige Mitgliedschaft im BRK Fürstenfeldbruck. Für ihr ehrenamtliches Engagement in der Kinder-Ortsgruppe des Bundes Naturschutz wurde Holde Tietze-Härtl ausgezeichnet.

 Dominik Pauli, der am Pasinger Bahnhof einen Menschen, der auf die Gleise gestürzt war, rettete, bevor die S-Bahn einfuhr und dafür von Ministerpräsident Söder bereits eine staatliche Auszeichnung erhielt, bekam ebenso eine Auszeichnung von Oberbürgermeister Raff. 

Alt-OB Sepp Kellerer wurde für seinen unermüdlichen Einsatz um den Denkmalschutz sowie das Bauernhofmuseum Jexhof und das Veranstaltungsforum Fürstenfeld mit der Denkmalschutzmedaille ausgezeichnet. Der ehemalige Sportpräsident vom TSV FFB West, Günter Eichinger, der im Dezember das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt erhielt, wurde für sein zwei Jahrzehnte dauerndes ehrenamtliches Engagement bei dem Verein ausgezeichnet.

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