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Ansturm auf 9-Euro-Ticket in Fürstenfeldbruck - „So ein Schnäppchen gibt‘s nicht alle Tage“

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Von: Peter Loder

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Einen nie dagewesenen Ansturm erlebt Adem Celik am Bahnhof in Fürstenfeldbruck. Er rechnet damit, alleine im Juni bis zu 5000 9-Euro-Tickets zu verkaufen.
Auch am Bahnhof Fürstenfeldbruck gibt es Neun-Euro-Tickets. © lo

Einen Monat lang öffentliche Verkehrsmittel nutzen für nur neun Euro – dieses Angebot überzeugt sogar eingefleischte Autofahrer. Das Reise-Center am Bahnhof in Fürstenfeldbruck kommt mit dem Ausdrucken der Sonder-Tickets kaum hinterher.

Landkreis – Bei Adem Celik geben sich die Kunden die Klinke in die Hand. Seit drei Monaten betreibt der 32-Jährige das Reise-Center direkt am Bahnhof Fürstenfeldbruck. Mit dem 9-Euro-Ticket erlebt er einen noch nie dagewesenen Ansturm. Um dem gerecht zu werden, steht auch Vater Ibrahim hinterm Verkaufstresen. Bündelweise hat er vorab die begehrten Billigtickets ausgedruckt, damit die Warteschlangen nicht noch länger werden.

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Das dazu nötige Spezialpapier ist gerade noch rechtzeitig angeliefert worden. Adem Celik: „Wahnsinn, wie das Geschäft brummt. Neun Euro sind zwar ein kleiner Betrag, aber die Umsätze werden in diesem Monat deutlich steigen.“ Er rechnet damit, zwischen 3000 und 5000 Tickets allein im Juni zu verkaufen.

Einen nie dagewesenen Ansturm erlebt Adem Celik am Bahnhof in Fürstenfeldbruck. Er rechnet damit, alleine im Juni bis zu 5000 9-Euro-Tickets zu verkaufen.
Einen nie dagewesenen Ansturm erlebt Adem Celik am Bahnhof in Fürstenfeldbruck. Er rechnet damit, alleine im Juni bis zu 5000 9-Euro-Tickets zu verkaufen. © lo

Trotz Apps und Automaten kommen viele Kunden lieber an den Verkaufsschalter. Und nicht wenige haben Fragen: Wie lange das Ticket gültig ist, wo man es unterschreiben muss, auf welchen Strecken man es benutzen darf? Oder, wie der Brucker Manfred Hoffmann scherzhaft fragt, ob es denn Rabatt gebe? Er holt sich nämlich gleich ein Komplettpaket für die drei Monate, in denen die Aktion läuft. „Ich kaufe mir das Ticket, obwohl ich gar nicht weiß, ob ich es nutzen werde. Aber bei neun Euro ist ja nichts verloren.“

So oder so ähnlich sehen es viele. Hinter Hoffmann in der Schlange steht Reiner Wulff: „Ich bin am Donnerstag nach München zum Essen eingeladen. Das passt perfekt. Ob ich das Ticket danach nochmal brauche, weiß ich nicht.“ Walter Schmidtchen dagegen hat schon einen Plan. Der Ex-Tischtennisspieler und leidenschaftliche Radfahrer fährt regelmäßig mit der S-Bahn nach Pasing ins Fitnessstudio und ist auch viel in anderen Städten unterwegs. Schmidtchen hat sich das Ticket per App aufs Handy gespeichert. Demnächst reist er zum Normalpreis im ICE nach Frankfurt. Dort kann er die elektronische 9-Euro-FaKarte im Nahverkehr nutzen.

Jacemin Lace ist eigentlich eingefleischter Autofahrer. Doch die Billigpreis-Aktion der Bahn hat den in Maisach wohnenden Emmeringer Pizza-Bäcker umgestimmt: „In den nächsten drei Monaten fahre ich mit meiner Frau öfter mal in der Nachmittagspause mit der S-Bahn nach Pasing zum Kaffeetrinken.“ Auch den Bus will er nutzen. „So ein Schnäppchen gibt es schließlich nicht alle Tage.“

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