In Fürstenfeldbruck

Noch nie hatte die Eiszeit so viel Verspätung

Alle freuen sich über den milden Herbst. Für Eislauffreunde und Eishockeyspieler in Fürstenfeldbruck hat er allerdings einen bitteren Beigeschmack: Weil das Brucker Eisstadion nicht überdacht ist, können sie ihr Hobby, beziehungsweise ihren Sport derzeit nicht ausüben – zumindest nicht in ihrer Stadt.

Fürstenfeldbruck – Das Dilemma ist nicht neu. Längst fordern die Freunde des Kufensports ein geschlossenes, oder zumindest überdachtes Stadion. Die Stadtväter winkten bisher immer ab. Welche Lösung auch immer geprüft wurde, stets erwies sie sich als zu teuer. Also schauen die Sportler auch heuer wieder frustriert aufs Thermometer. „Ich bin jetzt 16 Jahre beim EVF, aber so etwas habe ich bisher noch nicht mitgemacht“, sagt Abteilungsleiter Josef Fuchs.

Dem Eishockeyverein kommen die hohen Herbsttemperaturen teuer zu stehen. Weil bei diesen Temperaturen keine Chance besteht, im Brucker Freiluftstadion eine Eisfläche herzustellen, musste der Verein nicht nur den Heimauftakt am Freitagabend gegen den ESC Kempten absagen. Auch alle übrigen Spiele im Nachwuchsbereich fielen aus. Nachgeholt wird die Landesliga-Begegnung einen Tag vor Heilig Abend, am Samstag, 23. Dezember.

Damit die erste Mannschaft jetzt zumindest auf Eis trainieren kann, gelang es Abteilungsleiter Josef Fuchs, drei Eiszeiten bei den Sportfreunden in Wörishofen zu buchen. Die kosten natürlich Geld. „Rund 100 Euro die Stunde“, sagt Fuchs. Abgesehen davon, dass die Spieler auch noch auf eigene Kosten mit dem Auto hin- und herfahren müssen, kehren sie erst spät in der Nacht nach Hause zurück und müssen in aller Früh raus zur Arbeit.

Auf Dauer ein untragbarer Zustand, der die Mannschaft insgesamt auch noch sportlich schwer benachteiligt. So trainierte die Mannschaft von Trainer Erwin Halusa bereits am Montagabend von 21.40 bis 23.10 Uhr, am Mittwochabend von 20 bis 21.30 Uhr und noch einmal am Samstag von 17.15 Uhr bis 19 Uhr beim Liga-Konkurrenten. „Ich habe seit Jahren gute Kontakte nach Wörishofen und bin heilfroh, dass uns der Verein aus der Klemme hilft“, sagt Fuchs. „Dafür lassen die sogar einen Publikumslauf ausfallen, damit wir aufs Eis können. Wenn das Wetter allerdings weiter so anhält, weiß ich nicht, wo wir noch als Bittsteller dort anklopfen können.“ (dm)

Darum klappt es in Geretsried

Das den Brucker Eishockeyspielern immer besonders stinkt: Während bei ihnen nix geht, wird in Geretsried gespielt. Auch am vergangenen Sonntag war das wieder so, wie Brucks Abteilungsleiter Josef Fuchs erklärt. Dabei ist die Eisfläche in der Oberland-Gemeinde auch nicht überdacht. Doch die Eisbereitung funktioniere wenigstes. Das Spiel musste lediglich um eine Stunde nach hinten verlegt werden. Tatsächlich strahlt die Sonne in Geretsried weniger auf das Eis als in Bruck. Die Spielstätte der River Rats ist aufgebaut wie ein Fußballstadion. Das Eis ist von einer Zuschauertribüne umrundet, die überdacht ist. Ein Großteil der Eisfläche liegt deshalb die meiste Zeit des Tages im Schatten. Die Fläche, die etwa über die Mittagszeit doch der Sonne ausgesetzt ist, wird währenddessen mit einer Plane überdeckt und so vor der Wärme geschützt. (dm/rat)

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