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Stadtapotheken-Begründer Franz Gelb hatte 1853 die Apothekerkonzession beantragt und führte ab da die einzige Pharmazie in Fürstenfeldbruck. 

Serie

Nur diesem Apotheker wurde in Fürstenfeldbruck eine Straße gewidmet

Er führte einst die einzige und älteste Apotheke in Bruck. Franz Gelb ist jedoch nicht nur deshalb ein verdienter Bürger, dem eine Straße gewidmet wurde. Denn er engagierte sich auch in vielen anderen Bereichen.

Fürstenfeldbruck– Franz Gelb wurde am 2. Mai 1830 in Augsburg geboren. Er lebte viele Jahre in Bruck. Im Jahr 1853 beantragte er die Apothekerkonzession und führte die einzige Pharmazie im Markt Bruck – die heutige Stadtapotheke. Sie war lange im Kloster Fürstenfeld und wurde von angestellten Apothekern des Klosters geführt, wie Robert Weinzierl in den Brucker Blättern berichtete. Der letzte Kloster-Apotheker Klemens Hette erwarb die Apothekerkonzession samt Gerätschaften und Vorräten im Jahr 1803. Er betrieb sie im Kloster, unter seinen Nachfolgern wanderte sie in den Markt Bruck.

Engagiert im öffentlichen Leben

Franz Gelb war aber nicht nur Brucks damals einziger Apotheker. Er engagierte sich vielfach im öffentlichen Leben. So gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Männergesangsvereins, der im Mai 1861 ins Leben gerufen wurde. Er engagierte sich in der Kirchenverwaltung und war bis zur Auflösung der königlichen Landwehr älterer Ordnung Oberleutnant. Ab 1879 beteiligte er sich zudem an der Verwaltung des Marktes Bruck.

Gelb machte dem Markt eine Stiftung, die jedoch im Krieg verloren ging. Ein weiterer großer Verdienst: Der Apotheker trug wesentlich zur Gründung einer Kleinkinder-Bewahranstalt – heute sagt man dazu Kita – im damals neu erbauten Mädchenschulhaus bei. Die erste Anregung hierfür stammte vom Kaufmann Josef Rehm, der auch 200 Gulden Kapital schenkte. Im Jahr 1876 konnte das Vorhaben in die Tat umgesetzt werden. Im selben Jahr wurde auch der Aktiensparverein reorganisiert.

Geschenk an die Niederbronner Schwestern

Überliefert ist auch, dass sich Franz Gelb mit vielen anderen Bürgern die Niederbronner Schwestern versorgte, die vor 160 Jahren nach Bruck kamen. So ist im Stadtarchiv überliefert, dass Gelb ihnen ein Pfund Schokolade schenkte.

Franz Gelb starb am 24. März 1884 in Fürstenfeldbruck. Seine zweite Gattin Franziska beauftragte Provisoren, als letztes Michael Kolb. Per Testament war verfügt, dass er Apotheke, Wohnhaus und Vorräte erhielt. So wanderte die Stadtapotheke in die nächste Generation. Von all den Apothekern ist aber nur Franz Gelb die Ehre eines Straßennamens zuteil geworden.  imu

Die Serie:

Viele Straßen in Fürstenfeldbruck sind nach verdienten Bürgern, Künstlern und Äbten benannt. In der Tagblatt-Serie werden die Persönlichkeiten vorgestellt.

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