Zu wertvoll für eine Grünfläche? Die ursprünglichen Pläne für das Grundstück an der Philipp-Weiß-Straße bedeuten aus Sicht des OB einen deutlichen finanziellen Verlust. Foto: Archiv

Fürstenfeldbruck

OB will mehr Wohnungen am Volksfestplatz

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Eigentlich schien alles klar. Trotz des Baus neuer Wohnungen sollte die Julie-Mayr-Straße ein großzügig gestalteter Zugang zum Volksfestplatz bleiben. Doch nun scheint der Stadt eine stärkere Nachverdichtung zu verlockend.

Fürstenfeldbruck – Ein paar Bäume und ein altes Trafo-Häuschen der Stadtwerke, mehr steht derzeit nicht auf der Fläche an der Einmündung der Julie-Mayr-Straße in die Philipp-Weiß-Straße. Daneben möchte ein privater Bauwerber zwei Häuser mit jeweils sechs Wohnungen bauen. Schon vor längerem hatte sich der Planungsausschuss mit dem Vorhaben befasst. Das Gremium wollte die Gebäude an der Julie-Mayr-Straße ausrichten. Das Teilgrundstück, auf dem das Trafohäuschen steht, ist in städtischem Besitz und sollte teilweise zur Grünfläche werden.

Doch nun ist man sich da nicht mehr sicher. Denn OB Erich Raff hatte den ursprünglichen Beschluss nachprüfen lassen. Der Grund: ein möglicher finanzieller Verlust für die Stadt.

Schätzung des Preises

Eine Bodenwertschätzung komme für die angedachte Grünfläche auf einen Wert von rund 3900 Euro, erklärte Kämmerin Susanne Moroff im Stadtrat, der sich in dieser Woche mit dem Vorhaben befasste. „Wir könnten mit der Ausweisung von Bauland eine Wertsteigerung auf über 700 000 Euro generieren.“ Auf dem Areal könnten sechs Wohnungen entstehen, erklärte Stadtbaurat Martin Kornacher. „Wir brauchen Wohnungen“, sagte Raff.

Schlechte Wohnqualität

Die Sorge der Stadträte vor einer Engstelle, die so entstehen könnte, versuchte Stadtbaurat Martin Kornacher zu widerlegen. In der Pucher Straße würden zwischen den Gebäudefassaden auch nur 13 Meter liegen. „Ich glaube nicht, dass es zu eng wird.“ Ulrich Schmetz (SPD) sah das als Versuch, mit finanziellen Argumenten „uns zu verdummen“. Bei einer Neubebauung der Pucher Straße würde man auch nicht mit 13 Metern argumentieren. „Dort ist eine ausgesprochen schlechte Wohnqualität.“

Alexa Zierl (Die Partei/Bruck mit Zukunft) wiederholte ihren Vorschlag, statt eines Gebäudes dort einen Baum zu platzieren. Man solle lieber im hinteren Bereich der Julie-Mayr-Straße gescheite Wohnungen bauen. Christian Stangl (Grüne) sprach von einer architektonisch schwierigen Stelle. Er könne sich nicht vorstellen, wie die Fassade zur Julie-Mayr-Straße aussehe. Würde ein tolles Entree fürs Volksfest entstehen, könne man aber darüber nachdenken. Andere Fraktionen wollten die Chance nutzen. Sechs Wohnungen in der Nähe des Rathauses seien ein Glücksfall, sagte Andreas Rothenberger (BBV). Man könne Wohnraum schaffen und Synergien nutzen, fand Andreas Lohde (CSU). „Ich verstehe nicht, wie man sich dagegen stemmen kann.“

Markus Droth (FW) schlug vor, nur das Gelände mit dem alten Trafo-Häuschen zu bebauen, den Bereich der davor liegenden Parkplätze aber freizuhalten. Man könne die Grünfläche breiter machen, meinte auch Raff. Darüber wird nun erneut der Planungs- und Bauausschuss beraten.

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