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Florian Weber geht für die Partei „Die Partei“ an den Start. 

SERIE: DAS TAGBLATT STELLT DIE BÜRGERMEISTER-KANDIDATEN VOR (6)

Florian Weber will Stadtpolitik aufmischen

Der Kandidat der Partei „Die Partei“ fällt mit Spaß- und Satire-Einlagen auf. Doch diese haben einen ernsten Hintergrund für ihn: Florian Weber (30) will auf Kommunalpolitik und die OB-Wahl aufmerksam machen. Er sieht die Kontroverse als politisches Lockmittel.

Fürstenfeldbruck – Florian Weber fällt vor allem durch seine satirischen Aussagen und Aktionen auf. Ein erklärtes Ziel ist es, die Amperbrücke zu sprengen. Seine Plakate sind neonpink – weil sie gerade im Angebot waren. Seine Videos, die der Kandidat auf Facebook postet, zeigen ihn, wie er ramponierte Plakate seiner Gegner repariert.

Die Leute sollen sich mit dem Thema Kommunalpolitik beschäftigen, erklärt Weber. „Egal, ob sie uns lustig finden oder nicht.“ Er nutzt in den sozialen Netzwerken öffentlich gemachte Kontroverse als politisches Lockmittel. Ob diese Strategie Erfolg hat? Weber ist überzeugt davon, dass seine Präsenz auf Facebook ihm im Vorfeld der Wahl einige der 215 Unterstützer-Unterschriften eingebracht hat. Die brauchte er, um bei der Wahl antreten zu dürfen. Auf der Straße habe er viel Feedback zu seiner Online-Präsenz bekommen. „Die anderen Parteien unterschätzen das, so wie ich vielleicht den Straßenwahlkampf unterschätze“, sagt er.

Florian Weber führt in Fürstenfeldbruck keinen Straßenwahlkampf

Eine gesunde Mischung aus Online- und Offline-Auftritt sei wohl das beste, konstatiert er. Sein politisches Engagement hat Weber zuerst 2006 in den Stadtjugendrat und 2014 für die BBV in den Stadtrat geführt. Seine ehemalige Gruppierung verließ er aber nach internen Zwistigkeiten. Dann gründete er den Ortsverband der Partei.

Einige Frotzeleien darüber, dass er eh nie die notwendigen Unterschriften holen könne, haben ihn dazu angestachelt, seine Kandidatur durchzuziehen. Als dann ein Team von einigen Helfern der Partei bereitstand, ging er es an. Mit dieser kleinen Truppe kann Weber aber keinen klassischen Straßenwahlkampf führen, etwa mit Infoständen, Flyern oder Luftballons.

Doch im Endspurt will er zum Beispiel auf dem Volksfest vertreten sein. „Da bei uns das Bier entscheidet, werden wir auf dem Volksfest für Bürgernähe sorgen.“ Inhaltlich konzentriert sich der Kandidat auf Themen wie die Veranstaltungen in der Stadt: der seiner Ansicht nach zu teure Leonhardiritt, eine Volksfest-Verschiebung in den Juni oder weniger strenge Sicherheitsauflagen – Weber findet, bei den „großen Themen“ wie Verkehr oder Fliegerhorst könne man sich nur in Nuancen von den Gegnern absetzen. Sein Herzensprojekt: ein Künstlerviertel auf der Lände mit der Subkultur im Alten Schlachthof.

Unterstützung für Nicht-CSU-Kandidaten bei Brucker OB-Wahl

Als Konkurrenten um die Wählerstimmen sieht der 30-Jährige vor allem Philipp Heimerl (SPD) und Martin Runge (BBV/Grüne) – denn die Jugend und die linke Mitte seien das Wählerklientel, aus dem alle drei schöpften.

Bei einer Stichwahl würde er jeden Nicht-CSU-Kandidaten unterstützen. Unabhängig von deren diesjährigem Kandidaten. Für den Fall eines Wahlerfolgs will Weber nicht sechs Jahre im Amt bleiben, sondern versuchen, nach drei Jahren eine erneute OB-Wahl abzuhalten – damit diese und die Stadtratswahl wieder gleichzeitig stattfinden. Andernfalls bleibt Weber in der Brucker Gastronomie tätig: Der ehemalige Squash Palast-Betreiber übernimmt ab Mai den Unterhaus-Biergarten.

Steckbrief des Brucker OB-Kandidaten Florian Weber  

  • Partei: Die Partei (Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiativen) 
  • Zweiter Vorname: Peter 
  • Alter: 30 
  • Beruf: Event-Manager und Gastronom 
  • Seit wann/wo wohnen Sie in Bruck? Ich bin in Fürstenfeldbruck geboren und habe mit Ausnahme von 18 Monaten durchgehend hier gewohnt: Im Westen aufgewachsen, während der Schulzeit am Fliegerhorst gewohnt und jetzt im Stadtzentrum. 
  • Familienstand: Lebensgefährtin Dalma Garamszegi aus Ungarn (30, Gastronomin)
  • Bisherige politische Karriere:
  • 1993 bis 2008: Jährlich erster oder zweiter Klassensprecher
  • 2006 bis 2012: Im Vorstand beziehungsweise Mitglied des Stadtjugendrates
  • Seit 2014: Stadtrat und Jugendreferent für die BBV
  • 2015: Gründung des Ortsverbandes der Partei „Die Partei“
  • Seit 2015 Vorsitzender des Ortsverbandes der Partei „Die Partei“
  • 2017: Gründung einer Ausschussgemeinschaft mit Alexa Zierl (ehemals Grüne) und Austritt aus der BBV 
  • Hobbys: Theater spielen, Karten spielen, Film und Fernsehen
  • Mein Chefsessel im Rathaus sähe so aus: Ziemlich sicher hat er vier Beine und eine Lehne. Wobei ich mit einem modernen Designerstuhl mit drei Beinen auch leben könnte, sofern er bereits vorhanden ist. Ab 40 werde ich mir aus gesundheitlichen Gründen so einen grünen Gymnastikball kaufen. Das ist gut für den Rücken. 
  • Dienstwagen oder Radl? Radl fahr ich wenig, aber Dienstwagen brauch ich nicht. Mit meiner alten Schüssel bin ich voll und ganz zufrieden. 
  • Zu dieser Musik kann ich abschalten: Der gute alte Punk-Rock und der gute neue Skate- und Pop-Punk von Greenday, Blink 182 und Co. 
  • An einem freien Tag mache ich am liebsten... extrem lange im Bett bleiben und überlegen, wie man die Brucker Kommunalpolitik aufmischen kann. Mein Lebensmotto: Mein Motto ist „Lebe munter, lebe froh wie der Floh im Haferstroh!“

Das Fürstenfeldbrucker Tagblatt

stellt die Kandidaten für die OB-Wahl am 7. Mai vor. Die Reihenfolge ist alphabetisch.

Hier haben wir alle wichtigen Infos zur OB-Wahl 2017 in Fürstenfeldbruck zusammengestellt.

von Fabian Dilger

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