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Der Kandidat von BBV und Grünen, Martin Runge (59) findet den Aufgang des Alten Rathauses besonders schön. 

Serie: Das Tagblatt stellt die Bürgermeister-Kandidaten vor (3)

Martin Runge sucht neue Herausforderung

Er ist der externe Kandidat: Der amtierende Gröbenzeller Vize-Bürgermeister Martin Runge (59) will für BBV und Grüne den Brucker Rathaussessel erobern. Darin, dass er von Außerhalb kommt, sieht er auch einen Vorteil.

Fürstenfeldbruck – Die Handball A-Jugend des SC Gröbenzell war früher dran als die Bundesebene: Bevor sich die Grünen als Partei konstituierten, gründeten die jungen Handballer 1979 den Ortsverein in Gröbenzell. Umweltpolitik und Kriegsdienstverweigerung waren die Anlässe. Martin Runge war dabei und wurde der erste Vorsitzende. „Wir wollten uns politisch einbringen“, sagt der Mann, der damit seine politische Laufbahn begann – welche ihn 2017 ins Rathaus von Fürstenfeldbruck führen soll.

Martin Runge tritt für Grüne und BBV bei der Brucker OB-Wahl 2017 an

Angetragen wurde ihm die Kandidatur von der BBV, die bisher den erkrankten OB Klaus Pleil stellte, zusammen mit den Grünen. Er traue sich den Posten zu und mache gern Politik, betont Runge.

Seit 1984 sitzt Runge im Gröbenzeller Gemeinderat und im Kreistag, seit 1996 gehörte er für die Grünen dem Bayerischen Landtag an (siehe Kasten). Runge gilt in der politischen Landschaft als detailgenauer und akribischer Arbeiter, ist Mitglied in Aufsichtsgremien öffentlicher Unternehmen etwa in der Energieversorgung sowie im Sparkassenwesen. Er selbst sagt von sich, er sei ein „Fiesler“. Und: „Ich arbeite mich gut in Geschichten ein.“

Neben der Politik hat Runge aber immer auch in der freien Wirtschaft gearbeitet: Der promovierte Wirtschafts- und Staatswissenschaftler war zum Beispiel nach der Wendezeit in ehemaligen Ostblockstaaten als Berater für die Transformation der Planwirtschaft tätig. Für seine Firma hatte er in den vergangenen Jahren aber nicht viel Zeit. Denn im Amt als Vize-Bürgermeister in Gröbenzell hat er viel zu tun.

Fürstenfeldbruck soll zukunftsfähig werden und lebenswert bleiben

Als Politiker wurde der Gröbenzeller mitunter als „ruppig“ bezeichnet. Er selbst sagt schmunzelnd: „Ich bin nicht geduldig.“ Trotzdem ist er sich sicher, als OB ein Mann des Ausgleichs sein zu können. Schließlich sei er auch Vorsitzender des Europa-Ausschusses im Landtag gewesen. „Ich glaube schon, dass ich die Leute zusammenbringen kann.“ Er wäre als OB auch nicht auf Lagerbildung aus, sagt er.

Dass er als Auswärtiger dazu komme, könne in der jetzigen Situation im Stadtrat von Vorteil sein, da es weniger Befindlichkeiten gebe. Runges Ziel: Die Stadt muss zukunftsfähig werden und dabei lebens- und liebenswert bleiben. Sie solle sich entwickeln – immer mit Blick auf die Lage der Stadt im Ballungsraum München. Speziell bei den Themenfeldern Verkehrs- und Stadtplanung könne man die Entwicklung steuern. Beim Dauerthema B 2 spricht sich Runge für ein „Bündel intelligenter Maßnahmen“ aus, zum Beispiel eine Tonnage-Beschränkung für die Amperbrücke. Besonders reizt ihn die Konversion des Fliegerhorstes in einen neuen Stadtteil. „Das ist eine ganz große Chance für die Stadt.“

Steckbrief des Brucker OB-Kandidaten Martin Runge

  • Partei: Bündnis 90/Die Grünen und Brucker Bürgervereinigung (BBV) 
  • Zweiter Vorname: Georg 
  • A lter: 59 Jahre 
  • Beruf: Dipl.-Kaufmann, selbständig 
  • Wo wohnen Sie? Geburtsort: Dachau, Wohnort: Gröbenzell, Walchenseestraße 
  • Familienstand: verheiratet mit Tessa Schlesinger (51, Germanistin/Graphikerin)
  • Kinder/Enkel: drei Töchter, ein Sohn (zwischen 16 und 31 Jahren), eine Enkeltochter
  • Bisherige politische Karriere:
  • 1979 und 1980 Gründungsmitglied der Grünen auf Landes- und Bundesebene
  • Seit 1984 Mitglied im Gröbenzeller Gemeinderat und im Brucker Kreistag
  • Seit Mai 2014 Vize-Bürgermeister von Gröbenzell
  • 1996 bis 2013 Mitglied des Bayerischen Landtags, dort wirtschafts-, verkehrs- und europapolitischer Sprecher der Fraktion der Grünen
  • 2011 bis 2013 Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bayerischen Landtag
  • 2003 bis 2008 Vorsitzender des Landtagsausschusses für Bundes- und Europaangelegenheiten
  • 1998 bis 2003 Rundfunkrat
  • 2003 bis 2008 Medienrat 
  • Hobbys: Schafkopfen, Tischtennis, Handball, Radln 
  • Mein Chefsessel im Rathaus sähe so aus: So wie er halt aktuell ist 
  • Dienstwagen oder Radl? Soweit es weiterhin funktioniert: Radl 
  • Zu dieser Musik kann ich abschalten: Abschalten fällt mir schwer. Musik: Rock der 1970er- und 1980er-Jahre 
  • An einem freien Tag mache ich am liebsten… ausschlafen, gut frühstücken, wandern oder Fahrradausflüge 
  • Mein Lebensmotto: Carpe diem (Genieße bzw. Nutze den Tag); Gutta cavat lapidem (Steter Tropfen höhlt den Stein).

Das Tagblatt

stellt die Kandidaten für die OB-Wahl am 7. Mai vor. Die Reihenfolge ist alphabetisch.

Hier haben wir alle wichtigen Infos zur OB-Wahl 2017 in Fürstenfeldbruck zusammengestellt.

von Fabian Dilger

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