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Voll besetzt: 240 Besucher aus Politik, von der Bundeswehr und Vereinen kamen in den Stadtsaal.

Erich Raff mit nachdenklicher Rede

OB-Wahl prägt Neujahrsempfang der Stadt

  • Verena Usleber
    VonVerena Usleber
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Der Neujahrsempfang der Stadt stand im Zeichen der anstehenden OB-Wahl im Mai. Der amtierende Bürgermeister Erich Raff (CSU) führte durch den Abend. Er ließ nachdenkliche Töne anklingen.

Fürstenfeldbruck – Vergangenes Jahr hatte OB Klaus Pleil (BBV) am Neujahrsempfang der Stadt noch eine Rede gehalten. Es war sein erster offizieller Auftritt gewesen, nachdem er im August 2015 einen schweren Herzinfarkt erlitten hatte. Damals hatten alle gehofft, dass er irgendwann ins Amt zurückkehren wird. Seit einigen Wochen ist offiziell klar: Klaus Pleil wird nie mehr als OB arbeiten. Im Mai wählen die Brucker einen neuen Rathaus-Chef.

Auch der amtierende Bürgermeister Erich Raff (CSU) will sich als Kandidat aufstellen lassen. Er vertritt Pleil seit eineinhalb Jahren und hielt bereits zum zweiten Mal die Rede beim Neujahrsempfang der Stadt im voll besetzten Stadtsaal. Pleil – graues Sakko, grauer Bart – hatte zusammen mit Ehefrau Claudia in der ersten Reihe Platz genommen.

Von dort aus hatte er Raff und das eigene Konterfei, das ein Beamer auf die Leinwand hinter dem amtierenden Bürgermeister projizierte, genau im Blick. Raff sagte: „Lieber Klaus, das Schicksal hat nicht gewollt, dass du im Amt bleibst. Du hast einiges angestoßen. Nun kannst du als Bürger die Politik verfolgen.“ Und: „Wir würden uns freuen, wenn wir dich als ehemaligen Brucker Oberbürgermeister auch 2018 wieder einladen dürfen.“

Der amtierende OB Erich Raff bei seiner Rede auf dem Neujahrsempfang. Im Hintergrund das Konterfrei des begeisterten Radfahrers Klaus Pleil.

Vor allem das Thema Asyl habe die Stadt 2016 beschäftigt, sagte Raff. „Es ist immer noch unklar, ob die Erstaufnahme in eine Kurzaufnahme umgewandelt wird.“ Man warte auf ein neuerliches Schreiben der Regierung. Eine weitere Angelegenheit, die die Stadträte beschäftigt, sei die Wohnungsknappheit. Zum 31. Dezember 2016 zählte die Stadt 38 239 Einwohner aus 127 Nationen. Das sind 1862 Menschen mehr als noch 2015. Zwar seien davon 1200 Asylbewerber, die am Fliegerhorst lebten. „Aber trotzdem bedeutet das einen Anstieg um mehr als 600 Personen“, rechnete Raff vor. Deshalb seien die Schaffung von Wohnungen und die Ansiedlung von Gewerbe – wegen der Steuereinnahmen und der Arbeitsplätze – zentrale Herausforderungen für die Stadt.

Sorge bereite ihm der Terrorismus, der in der Welt um sich greife, so Raff. „Auch als Bürger müssen wir uns damit befassen.“ Man müsse sich darauf einstellen, dass bei Veranstaltungen und Festen mehr kontrolliert werde.

Abschließend gab Raff den mehr als 240 Besuchern aus Politik, von der Bundeswehr, den Vereinen und aus vielen weiteren Bereichen einen Ausblick auf das laufende Jahr. Am 9. Februar stehe die zweite Informationsveranstaltung zum Thema Viehmarktplatz an. Über den geplanten Neubau einer Grundschule im Brucker Westen berate der zuständige Ausschuss am 15. Februar und im März falle eine Grundsatzentscheidung zum Thema Sportzentrum. Dabei gehe es darum, ob mit oder ohne Halle im Brucker Westen gebaut werde. Das Thema Lichtspielhaus werde am 15. März grundlegend besprochen. „Bis dahin brauchen wir ein tragfähiges Konzept“, sagte Raff. Und bereits im Juli ist Spatenstich für den Neubau der Stadtwerke ebenfalls im Brucker Westen.

Der scheidende OB Klaus Pleil, der bei Raffs Rede in der ersten Reihe sitzt.

Zuvor, vom 23. bis 25. Juni, feiert man in Bruck 50 Jahre Partnerschaft mit der französischen Stadt Livry-Gargan. „Ein besonders wichtiges Thema, nämlich die Bundestagswahl, steht aber am 24. September an“, kündigte Raff an – und positionierte sich sogleich: Es sei unbestritten, dass die Resultate der bisherigen Regierung gut seien. „Und wir brauchen ganz sicher keine AfD im Bundestag.“ Dem stimmten die Bürger im Saal mit lautem Applaus zu, während die Stadtkapelle – angeleitet von Dirigent Paul Roh – zu Benny Goodmans „The King of Swing“ ansetzte.

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