Ergebnis der Stichwahl um Bürgermeistersessel

OB-Wahl 2017 in Fürstenfeldbruck: Das Rathaus ist wieder schwarz

Bei der OB-Wahl 2017 in Fürstenfeldbruck hatte Erich Raff (CSU) die Nase vorn: Der 64-Jährige gewann mit 455 Stimmen Vorsprung gegen Martin Runge (Grüne/BBV).

Fürstenfeldbruck Im Rathaus spielte sich am Sonntagabend ein wahrer Wahlkrimi ab. Mal lag der Gröbenzeller Martin Runge vorne, dann wieder der amtierende Bürgermeister Erich Raff. Erst als die rund 3100 Briefwahlstimmen ausgezählt waren, stand endgültig fest: Erich Raff (CSU) ist neuer Oberbürgermeister. Er holt damit das Amt von der BBV zurück, für die der erkrankte Klaus Pleil es vor drei Jahren erobert hatte. Insgesamt erreichte Erich Raff 52 Prozent der Stimmen, auf Runge entfielen 48. Die Wahlbeteiligung lag bei 41,2 Prozent und war damit noch niedriger als beim ersten Durchgang.

„Ich bin erleichtert und überglücklich“, sagte ein strahlender Erich Raff am Wahlabend. „Es waren anstrengende letzte acht Wochen.“ Amtsantritt laut Stadt ist am Dienstag, 23. Mai. Als erstes will sich Raff mit der BBV kurzschließen, um über die Besetzung des nun vakanten Posten des Vize-Bürgermeisters zu sprechen. Traditionell stelle diesen die zweitgrößte Fraktion im Stadtrat, so Raff. Außerdem danke er Runge für den fairen Wahlkampf.

Der ehemalige Landtagsabgeordnete (59) war es auch, der Raff als erstes – noch vor Auszählung des letzten Wahllokals – zum Sieg gratulierte. „Ich wäre schon gerne OB geworden. Aber es ist kein Ergebnis, wofür man den Kopf in den Sand stecken müsste“, so der Gröbenzeller Vize-Bürgermeister. Nun wolle er in diesem Amt und als Kreisrat wieder mehr anschieben. „Und ich bin froh, dass er bleibt“, ergänzte der Gröbenzeller Bürgermeister Martin Schäfer im Vorbeigehen.

Klaus Quinten verkündete noch am Wahlabend seinen Rückzug vom Amt des BBV-Fraktionsvorsitzenden, was er aber in einem halben Jahr eh getan hätte, wie er sagte. Vom Ausgang der Wahl zeigte er sich sehr enttäuscht. „Ich finde es schade für die Stadt.“

Der ebenfalls enttäuschte Ortsvorsitzende der Grünen, Jan Halbauer, glaubt, dass Raff verloren gegangenes Vertrauen zurück gewinnen muss. Er erinnert an die Mehrheit jenseits der CSU.

Landrat Thomas Karmasin (CSU) glaubte, dass der Amtsbonus Raff geholfen habe. Eine Rolle habe auch gespielt, dass er Brucker ist. „Beim Fliegerhorst kann man jetzt natürlich anschieben. Ich bin mir sicher, dass das beim Erich in guten Händen ist.“ Als spannend und knapp hatte CSU-Fraktionschef Andreas Lohde die Wahl erlebt. Lohde: „Die unter Umständen entstandenen Gräben müssen wir zuschütten und Ressentiments abbauen.“ Das sei nur in Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen möglich. „Was der OB abzuarbeiten hat, diktiert der Stadtrat.“

Auf die geringe Wahlbeteiligung ging Vize-Landrat und SPD-Stadtrat Uli Schmetz ein. „Die geringe Wahlbeteiligung ist eine Missachtung unserer demokratischen Grundlagen. Es war eine örtliche und eine Personalwahl. Da kann ich nicht verstehen, dass nicht mehr Leute zum Wählen gehen.“

Von Verena Usleber und Fabian Dilger

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