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OB-Kandidat der CSU: Der Lieblingsplatz von Erich Raff (63) ist der Biergarten am Kloster Fürstenfeldbruck.

Serie: das Tagblatt stellt die Bürgermeister-Kandidaten vor (2)

Erich Raff will Lkw aus der Stadt bekommen

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Erich Raff (63) leitet die Geschicke der Stadt seit September 2015 als Vertretung des erkrankten OB Klaus Pleil. Jetzt will der CSU-Mann den Chefposten im Fürstenfeldbrucker Rathaus nicht mehr verlassen.

Fürstenfeldbruck – Seit zwanzig Monaten ist Erich Raff amtierender Bürgermeister. Nach der Erkrankung von OB Klaus Pleil übernahm er als dessen Stellvertreter die Amtsgeschäfte. Jetzt will der Kriminalhauptkommissar im Ruhestand es nochmal wissen und OB werden.

Eigentlich sei seine Lebensplanung anders gewesen. „Aber es sind viele auf mich zugekommen und haben mich motiviert, die Aufgabe fortzuführen. Da habe ich mir gesagt: Wenn die Leute mit meiner Arbeit zufrieden sind, dann lasse ich mich aufstellen.“ Auch auf sechs Jahre.

Erich Raff sieht sich bei Fürstenfeldbrucker OB-Wahl im Vorteil

Die Entscheidung, statt den Ruhestand mit der Familie zu genießen, noch einmal als OB zu kandidieren, hat Raff in enger Abstimmung mit seiner Ehefrau und seinen Kindern getroffen. „Wir mussten ein wenig umorganisieren, aber das klappt.“ Dass das Amt viel Zeit ins Anspruch nimmt, weiß er: „Es gibt Zeiten, da komme ich vor 21 Uhr nicht aus dem Büro.“

Dadurch, dass er sich schon eingearbeitet hat, sieht Raff einen Vorteil. „Ich kenne die Verwaltung und die Abläufe.“ Generell wolle er die von OB Pleil angefangenen Projekte zu Ende führen. „Klaus Pleil hat gute Sachen angestoßen.“ Aber in Zukunft gelte es, die eigenen Ideen umzusetzen. Besonders wichtig ist ihm, dass das Sportzentrum III im Brucker Westen bald gebaut werden kann. Ein vorrangiges Thema sei auch die Entwicklung des Fliegerhorst-Areals, nachdem die Bundeswehr den Standort verlassen hat (geplant: 2023).

Neue Schule im Brucker Westen und weniger Lkw-Verkehr

Dringend sei außerdem, dass die Verkehrssituation im Brucker Westen verbessert werde. Raff denkt etwa an das Areal rund um den Sulzbogen. Dort sollen die Straßen saniert werden. Extrem wichtig sei auch der Bau der neuen Schule im Brucker Westen.

Zum Thema B2 sagt Raff: „Wir sind mit dem Bauamt darüber in Kontakt, den Lkw-Verkehr aus der Innenstadt zu bekommen.“ Es gebe bereits eine Untersuchung wegen der Straße, die am Rathaus vorbeiführt. Lastwagen mit mehr als zehn Metern Länge, hofft Raff, könne man wegen der engen Kurve Richtung Dachauer Straße bald aus der Innenstadt verbannen.

Bau am Fürstenfeldbrucker Viehmarktplatz nur mit Investor

Zudem solle die Beschränkung der Amperbrücke verschärft werden: von 16 Tonnen tatsächlichem auf 16 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht. Sprich: Auch leere Lkw (die beladen 16 Tonnen wiegen würden), dürften nicht mehr über die Amper Richtung Hauptplatz fahren. Einen Bau am Viehmarkplatz wird es unter einem OB Erich Raff nur mit Investor geben. „Wenn die Stadt allein 11,5 Millionen Euro zahlen muss und die Verantwortung auch für den Leerstand trägt, ist das dem Bürger nicht vermittelbar.“

Chancen rechnet sich Raff nicht nur wegen seiner Erfahrung aus. „Ich schätze mich als zielstrebig und kommunikativ ein.“ Als Sportler – Raff war lange Handball-Manager beim Brucker TuS – wisse er, dass es wichtig sei nach einer Niederlage – etwa mit einer Idee – nach den Ursachen zu suchen und neue Lösungen zu finden. Als größten Konkurrenten sieht er übrigens SPD-Kandidat Philipp Heimerl (SPD) und Martin Runge (BBV, Grüne). „Da braucht man sich nur das Wählerpotenzial anschauen.“

Steckbrief des Brucker OB-Kandidaten Erich Raff

  • Partei: CSU
  • Zweiter Vorname: Friedrich
  • Alter: 63
  • Beruf: Kriminalhauptkommissar i. R.
  • Seit wann/ wo wohnen Sie in Bruck: Seit 1953, in der Fichtenstraße 22
  • Familienstand: verheiratet mit Elke Raff (62, Angestellte)
  • Bisherige politische Karriere:
  • Seit September 2015 amtierender Bürgermeister von Fürstenfeldbruck
  • Seit 2014 Vize-Bürgermeister von Fürstenfeldbruck
  • Seit 1996 Stadtrat für die CSU
  • Hobbys: Sport aller Art, meine Enkel
  • Mein Chefsessel im Rathaus sähe so aus: Wie der bisherige – blau-orange
  • Dienstwagen oder Radl? Fahrrad
  • Zu dieser Musik kann ich abschalten: Klassik, Blasmusik, instrumentale Stücke gespielt von großen Orchestern
  • An einem freien Tag mache ich am liebsten… mich sportlich betätigen, entspannen beim Golfspielen, den Tag mit der Familie/den Enkeln verbringen.
  • Mein Lebensmotto: „Gib niemals auf“ und „Leben und leben lassen“.

Das Fürstenfeldbrucker Tagblatt

stellt die Kandidaten für die Oberbürgermeister-Wahl der Stadt am Sonntag, 7. Mai vor. Die Reihenfolge ist alphabetisch.

Hier haben wir alle wichtigen Infos zur OB-Wahl 2017 in Fürstenfeldbruck zusammengestellt.

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