Die Infos erhalten Interessierte per QR-Code, der an den Feldern steht (linkes Foto) und den Sedlmayer scannt.
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Die Infos erhalten Interessierte per QR-Code, der an den Feldern steht (linkes Foto) und den Sedlmayer scannt.

Puch

Ökologischer Anbau: Lupine im Test

  • Lisa Fischer
    VonLisa Fischer
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Lupinen, Bohnen und Kichererbsen in Bio-Qualität aus der Region: Was auf unseren Äckern noch rar ist, versucht die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft in Feldversuchen zukunftsfähig zu machen. Ein Versuchsgut, das den ökologischen Anbau der proteinreichen Lupine erforscht, steht in Puch. Ein Besuch im Rahmen des Öko-Feldtages.

Puch – Normalerweise können sich Biobauern, konventionelle Landwirte und die, die eine Umstellung auf Öko in Betracht ziehen, am jährlichen Ökolandbau-Feldtag der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) über die Versuche auf dem Feld informieren. Wegen der Corona-Pandemie hat die LfL ihre Feldversuche diesmal als selbstgeführte Informations-Parcours angeboten. An jedem Feld steht eine Tafel, auf der ein QR-Code abgebildet ist. Scannt man diesen mit dem Smartphone, erhält man Informationen zu Weißer und Blauer Lupine, Erbsen, Ackerbohnen und Getreide.

Eiweißquellen im Fokus

„Wir konzentrieren uns in den Versuchen auf wichtige Eiweißquellen“, sagt LfL-Präsident Stephan Sedlmayer beim Rundgang auf dem Feld. Mit dem ökologischen Anbau der Lupinen im Brucker Stadtteil Puch und einem Versuch mit Kichererbsen in Landsberg wolle man „Herausforderungen und Chancen kreieren“. Hubert Heigl, Vorsitzender der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern (LVÖ),fügt an: „Wir brauchen mehr Alternativen unter den ökologischen Ackerbaufrüchten.“ Der Anbau der Lupinenbohne in Puch, sowie die Versuche zur Düngung, Bodenbearbeitung oder Fruchtfolge seien ein Schritt in die richtige Richtung.

Neben den Sortenversuchen bei Futtererbse, Ackerbohne, Lupine und Kichererbse, würden gleichzeitig Produktionsversuche durchgeführt, erklärt Klaus Wiesinger, Koordinator des LfL-Ökolandbau. „Ein Beispiel ist hier die Bekämpfung des Ackerbohnenkäfers.“ Die findet im ökologischen Rahmen statt. So wird beispielsweise versucht, alternativ zu öko-feindlichen chemischen Mitteln mit dem Einsatz der Lagererzwespe die Ausbreitung des Käfers einzudämmen. „Bisher ist der Erfolg jedoch sehr gering“, sagt Peer Urbatzka, Leiter der LfL-Arbeitsgruppe Pflanzenbau.

Ausbildung vor Ort

Beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürstenfeldbruck (AELF), das in der Nähe der Versuchsfelder sitzt, nutzt man die Anlagen in der Aus- und Fortbildung. „Wir gehen auch auf die Felder raus und arbeiten so praxisnah“, sagt Marianne Heidner, stellvertretende Behördenleiterin und Bereichsleiterin Landwirtschaft. So könnten beispielsweise Großküchenchefs in einer Fortbildung aufs Feld gehen, erklärt Heidner. Dann sehen sie, wie etwa eine Bio-Hülsenfrucht wächst.

Die weiße Lupine wächst auf einem Versuchsfeld in Puch. Peer Urbatzka, Leiter der Arbeitsgruppe Pflanzenbau bei der Landesanstalt für Landwirtschaft (2.v.l.) erklärt (v.l.) Klaus Wiesinger, Marianne Heidner, LfL-Präsident Stephan Sedlmayer, Hubert Heigl und Oberbayerns Bayernverbandschef Ralf Huber den Hintergrund der Feldversuche. 

Peer Urbatzka ist als Leiter der LfL-Arbeitsgruppe Pflanzenbau nah dran an der Forschung auf den Versuchsfeldern. „Das hier ist ein Totalausfall“, sagt er und zeigt auf eine Parzelle, auf dem die Weiße Lupine wächst. Die Ackerfrüchte sind über und über mit braunen Flecken von der Pflanzenkrankheit Anthraknose befallen. Bio-Bauer Ralf Huber, Bezirkspräsident des Bayerischen Bauernverband Oberbayern, kennt dieses Bild aus eigener Erfahrung: „Ich habe vor 30 Jahren mal Lupinen angebaut“, erinnert er sich. „Genau so sah das bei mir aus.“

Ein paar Felder weiter steht die Blaue Lupine ohne erkennbare Krankheiten in voller Blüte. Diese ist allerdings nicht immer blau, wie man vielleicht wegen des Namens annimmt, erklärt Huber. „Die Weiße und die Blaue Lupine unterscheiden sich einzig durch die Größe der Blätter“, sagt der Experte.

Der Bauernverbands-Vorsitzende befürwortet die Öko-Versuche in Puch. „Die LfL hat reagiert“, sagt Huber mit Blick auf die weiß-grün leuchtenden Lupinen-Felder. „Es ist sehr wichtig, dass sie diese Forschung machen.“ Hubers Botschaft für die Zukunft: „Ich lege allen ans Herz, den Ökolandbau in der Forschung weiter mitzunehmen.“

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