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Zukunft des Fliegerhorstes

Blaues Palais kurz vor der Erhebung zum Denkmal

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In die Debatte um die Zukunft des Blauen Palais auf dem Brucker Fliegerhorst kommt offenbar Bewegung: Bis zur Sommerpause soll klar sein, ob das Haus, in dem die Offizierschule der Luftwaffe untergebracht ist, unter Denkmalschutz gestellt wird oder nicht – eine weitreichende Entscheidung.

Fürstenfeldbruck– „Das Blaue Palais ist ein homogener Baukörper, eine geschlossen gehaltene, in sich stimmige Anlage. Beeindruckend sind sowohl der innen wie außen gute bauliche Zustand des Gebäudes als auch dessen hohe architektonische Qualität.“ Zu diesem Schluss kommt der zuständige (und neue) Generalkonservator des bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, Mathias Pfeil, nach einem Ortstermin am Brucker Fliegerhorst im Januar. Die Prüfung der Denkmaleigenschaft aber laufe noch, so das Denkmalamt auf Tagblatt-Nachfrage.

Nach dem bayerischen Denkmalschutzgesetz sei ein Denkmal eine vom Menschen geschaffene Sache aus vergangener Zeit, deren Erhaltung aufgrund ihrer besonderen geschichtlichen, künstlerischen, städtebaulichen, wissenschaftlichen oder volkskundlichen Bedeutung im Interesse der Allgemeinheit liegt.

Kurz gesagt und nach menschlichem Ermessen interpretiert: Legt man den Gesetzestext und den Eindruck Pfeils übereinander, so steht der Denkmalwerdung des Blauen Palais eigentlich nichts mehr im Wege.

Allerdings betont Pfeil auf Tagblatt-Anfrage auch einige weitere Aspekte. Die bestehende Nutzung sei für ein Denkmal immer die beste, so Pfeil. Schließlich sei das Gebäude genau dafür errichtet worden. Allerdings sei die Denkmaleigenschaft eines Hauses nicht an die momentane Nutzung gebunden. Kurz: Die (denkbare) Nutzung ist wichtig, ist nicht das alleinige Gesetz, soll aber doch auch eine Rolle spielen

Im nächsten Schritt will Pfeil mit dem Eigentümer – also der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Bima) – Gespräche führen. Außerdem will Pfeil mit dem Landesdenkmalrat sprechen, dem der frühere CSU-Stimmkreisabgeordnete Thomas Goppel, immer noch Mitglied im bayrischen Landtag, vorsitzt. Pfeil betont: Denkmalschutz bedeutet kein Veränderungsgebot. Allerdings beinhaltet er einen Erlaubnisvorbehalt. Sprich: Änderungen müssten genehmigt werden.

Goppel selbst hatte unlängst in einer Mitteilung Bezug auf das gesamte Fliegerhorst-Ensemble genommen und darauf, dass einige Gebäude bereits dem Denkmalschutz unterliegen. Er und Pfeil seien sich einig, dass das Siechtum ein Ende haben müsse. „Wir wollen wissen, was aus dem Großensemble der Fliegerhorstgebäude wird“ Goppel will nun seinerseits Gespräche mit den lokal Verantwortlichen führen.

Landrat Thomas Karmasin begrüßt den Gedanken. So sehr er dafür wäre, wenn die Offizierschule in Bruck bliebe, so sei an der Umzugsentscheidung doch wohl nichts mehr zu ändern. Vor diesem Hintergrund sei es sinnvoll, sich Gedanken über die Zeit nach der militärischen Nutzung zu machen. Eine kulturelle Nutzung – eine Hochschule? – wäre nur zu begrüßen, so Karmasin. Thomas Steinhardt

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