Der inklusive Gospelchor „Oh Happy Day“ begeisterte im Veranstaltungsforum. tb-foto

Stadtsaal

Oh Happy Day: Musiker mit und ohne Behinderung begeistern

Fürstenfeldbruck – Ausverkaufter Stadtsaal und ein begeistertes Publikum: Das waren die Markenzeichen beim inklusiven Gospelkonzert „Oh Happy Day“ im Veranstaltungsforum. Das deutschlandweit einmalige Chorprojekt der Kontaktstellen für Menschen mit Behinderung in Fürstenfeldbruck und Dachau war bereits im Vorfeld auf ein riesiges öffentliches Interesse gestoßen.

 „Es freut uns, dass es uns gelungen ist, zum dritten mal vor ausverkauftem Haus vor so einem begeisterten Publikum zu singen und zu tanzen. Jeder Platz im Stadtsaal war besetzt “, freut sich Thilo Wimmer, Leiter der Kontaktstellen, der das Mega-Projekt zusammen mit seinem musikalischen Team organisiert hat. Das Mega-Projekt ist das erste seiner Art in Deutschland und ein Paradebeispiel für gelebte Inklusion.

150 Menschen mit und ohne Behinderung und in diesem Jahr auch Flüchtlinge aus Afrika, Syrien, Kurdistan und Afghanistan boten eine bunte Mischung aus Solostücken, mehrstimmigem Ensemble-Singen, Eigenkompositionen, Percussionstücken und Tanz. Das Programm hieß „We are the World“. Die Flüchtlinge, die Mitten im Chor waren brachten auch Solostücke von Liedern aus Ihrer Heimat. Es spielt keine Rolle, anders zu sein, wo man herkommt und welche Fähigkeiten man mitbringt, das ist eine der Botschaften von Oh Happy Day. Mit der Schauspielerin Julia Espenberger wurde diese Geschichte spielerisch mit anderen Akteuren des Chores verstärkt. „Eine zentrale Botschaft des Konzertes und des Projektes ist, das Inklusion möglich ist, wenn die Bedingungen dafür da sind. Das wollen wir mit Oh Happy Day transportieren“, so Wimmer.

In nur sechs Workshoptagen übte der Chor mit dem musikalischen Team intensiv dieses zweistündige Konzert ein. Die Leiterin des musikalischen Teams, Gospelsängerin und Vokalcoach Ulrike Buchs-Quante, hatte die Idee zu diesem Projekt, das unterschiedliche Musikstile im Programm vereint. Die Stücke werden auf die Fähigkeiten des Chors zugeschnitten und vom Dirigenten Roger Hefele arrangiert.

Die dazu passenden Bewegungen des Chors übte die Choreografin Stephanie Felber mit allen ein. Im Chor hat jeder seinen Platz und seine Aufgabe, die auf seine Fähigkeiten zugeschnitten sind. So können beispielsweise im Projekt Mitglieder, die ein gutes Rhythmusgefühl haben in der Percussiongruppe mitspielen, die von Annette Placht geleitet wird. Mehrere Perkussionsstücke im Konzert heizten die Stimmung noch zusätzlich an.

Begleitet wurde der Chor von Musikprofis wie Robert Daniel (Flügel), Michael Rokos (Saxophon), Wolfgang Brandl (Trompete) und Bernd Hagmeyer (Bass). „Die Grenzen verschwimmen und die Behinderung spielt keine Rolle mehr“, so Wimmer.

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