Banken warnen

Online-Betrüger schädigen Brucker Sparer mit neuer Masche

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Sie geben sich als Mitarbeiter von Software- oder Telekommunikationsunternehmen aus und verschaffen sich so Zugang zum Computer. Eine neue Online-Betrugsserie beschäftigt derzeit die Banken im Landkreis. Mehrmals hatten die Abzocker in Bruck bereits Erfolg.

Fürstenfeldbruck – Am Anfang steht die Angst: „Ihr PC ist gehackt worden und wird jetzt für Betrugsversuche missbraucht.“ So oder so ähnlich beginnt das Gespräch, in dem die Betrüger arglose Menschen dazu bringen wollen, ihre Zugangsdaten preis zu geben. Dabei gehen die Abzocker offenbar höchst überzeugend und professionell vor – die VR-Bank Fürstenfeldbruck etwa meldet allein drei Fälle in den vergangenen eineinhalb Wochen, in denen die Täter Erfolg hatten.

Betrüger bitten darum, sich auf den Kunden-PC schalten zu dürfen

Vertriebsleiter Robert Fedinger schildert einen davon: Ein vermeintlicher Microsoft-Mitarbeiter hat einen Kunden angerufen und behauptet, sein Rechner habe eine Sicherheitslücke. Er bat den Kunden darum, sich über eine Fernwartungs-Software auf den PC schalten zu dürfen. Nachdem er die Erlaubnis bekommen hatte, manipulierte er den Bildschirm. Für den Kunden sichtbar war ein Fenster, in dem der Betrüger vermeintlich die Sicherheitslücke behob. Für das Opfer unsichtbar gab der Abzocker gleichzeitig Überweisungen in Auftrag.

Möglich sei dies etwa, indem der Betrüger den Kunden bittet, sich zu identifizieren. Der Kunde tippt also sein Online-Banking- oder ein anderes Passwort ein und ahnt meist nichts Böses, weil der Zugang verschlüsselt angezeigt wird. Im Hintergrund jedoch läuft ein Programm, mit dem der Betrüger das Kennwort auslesen kann.

Hat dieser sich unbemerkt in das Bankkonto eingeloggt, muss er die Tan-Sperre umgehen. Im Fall des VR-Bank-Kunden gelang das, weil der Kunde eine Tan-Nummer nutzte, die via SMS ans Handy geschickt wird. Die Geheimnummer konnte der Abzocker abfangen, weil das Opfer sein Handy mit dem Computer verbunden hatte.

In Fürstenfeldbruck haben Hacker mehrere tausend Euro ergaunert

Auch bei der Brucker Sparkasse gibt es immer wieder Versuche von Online-Betrügern, Kunden um ihr Geld zu bringen, erklärt Vorstandsmitglied Peter Harwalik. „Hierbei handelt es sich aber um eine sehr geringe Anzahl im einstelligen Bereich.“ Christian Windele, Payment-Koordinator des Geldinstitutes ergänzt, dass die Sicherungsverfahren im Onlinebanking so gut seien, dass die Betrüger die Kunden dazu bringen müssen, ihre Geheimnummer herauszugeben. Im Banken-Jargon nennt sich das Social Engineering.

Wie hoch der Schaden in Bruck ist, lässt sich noch nicht abschätzen. Bisher haben die Betrüger mehrere tausend Euro von VR-Bank-Kunden mit ergaunerten Geheimnummern abgezockt. Die Sparkasse spricht von „einzelnen Fällen“, in denen die Verbrecher Erfolg hatten.

Sich vor den Attacken zu schützen ist aber eigentlich ganz einfach, erklärt Robert Fedinger: „Niemals rufen Mitarbeiter von Microsoft, Amazon oder Apple bei den Kunden zuhause an. Gibt sich trotzdem einer als Angestellter dieser Unternehmen aus, sollte man am besten sofort auflegen.“

von Regina Mittermeier und Tobias Gehre

Rubriklistenbild: © Panthermedia

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