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Operationstechnische Assistenten kämpfen um die Pflegeprämie.

Fürstenfeldbruck

Operationstechnische Assistenten gehen leer aus: Petition für die Pflegeprämie

  • Tobias Gehre
    vonTobias Gehre
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Seit langem kämpfen Operationstechnische Assistenten (OTA) für die staatliche Anerkennung ihres Berufes – auch in der Kreisklinik. Jetzt sehen sie sich erneut benachteiligt.

Fürstenfeldbruck –  Denn bei der 500-Euro-Corona-Prämie, die Pflegekräfte bekommen, gehen sie leer aus. Mit einer Petition wollen sie der Ungerechtigkeit ein Ende setzen.

Kristin Oldenburg hat es satt. Die 36-Jährige arbeitet in der Brucker Kreisklinik. Als Operationstechnische Assistentin bereitet sie Eingriffe vor und unterstützt die Ärzte bei den Operationen. Doch dafür bekommt sie weniger Geld als etwa eine OP-Schwester. „Wir sind immer niedriger eingestuft“, sagt Oldenburg. Deshalb unterstützt die 36-Jährige eine Petition, die sich für die Gleichstellung der OTAs einsetzt.

Kristin Oldenburg kämpft für die Pflegeprämie. 

Wie weit man davon entfernt sei, zeige die Corona-Prämie für Pflegekräfte. Denn Oldenburg und ihre Kollegen sollen davon nichts sehen. „Da kommt die ganze Ungerechtigkeit wieder hoch.“

Dem selben Risiko ausgesetzt

Unfair sei das vor allem, weil die OTAs den selben Risiken ausgesetzt seien, wie die Pfleger. Oldenburg berichtet, dass sie auch bei Operationen von Corona-Patienten mitgewirkt habe – oder in voller Schutzmontur bei der Aufnahme von Infizierten geholfen habe. „Wir machen die gleiche Arbeit, haben die selben Risiken und gehen jetzt wieder leer aus“, sagt Oldenburg.

Unterstützung bekommt die 36-Jährige von Dr. Holger Geißler. Er ist Personalratsvorsitzender am Klinikum und kritisiert ebenfalls, dass OTAs bei der Prämie leer ausgehen sollen. „Das ist ungerecht“, sagt Geißler. Die Idee, Pfleger für ihren Einsatz an der Gesellschaft zu belohnen, sei an sich gut. Dass die Prämie nur für Pflegekräfte gelten solle, sorge neben der Nicht-Anerkennung der OTAs für großen Frust unter den Beschäftigten.

Und auch beim Blick in die Zukunft sieht der Personalrats-Chef wenig Erfreuliches. Momentan gebe es zwar eine hohe Wertschätzung für die Beschäftigten in Krankenhäusern. Doch Geißler fragt sich: „Was bleibt davon übrig, wenn Corona einmal vorbei ist?“ Geißler ist sehr skeptisch. „Ich fürchte, dass es so weitergeht wie bisher.“

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