Eine Lehrerin schreibt an eine Schultafel und blickt dabei auf einen iPad.
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Im Landkreis soll die Digitalisierung der Schulen beschleunigt werden.

Landkreis FFB

Orte wollen Digitalisierung an Schulen beschleunigen - Ziel ist ein Kompetenzzentrum

Ein Kompetenzzentrum soll helfen, die Digitalisierung an den Schulen im Landkreis voran zu treiben. Im Hintergrund laufen erste Planungen.

Fürstenfeldbruck - Das alte Motto „Laptop und Lederhosn“ reicht nicht mehr aus, findet Maisachs Bürgermeister und Gemeindetagschef Hans Seidl (CSU). Er prägte daher etwas scherzhaft den Begriff „Digitalisierung und Dirndl.“

Ganz ernsthaft aber ist eine bessere Zusammenarbeit aller Gemeinden beim Thema Digitalisierung geplant. Hintergrund sind die Erfahrungen aus der Corona-Krise, aber auch generell die Erkenntnis, dass ein gemeinsames Vorgehen besser sein kann als 23 Insel-Lösungen in 23 Kreis-Kommunen.

Eine Taskforce aus Fachleuten soll nun ein Papier erarbeiten, das den Weg zur Bildung eines kreisweiten Kompetenzzentrums aufzeigt. Am Ende soll es sich um die Digitalisierung der 60 Schulen im Landkreis mit rund 27 000 Schülern verdient machen. Aufgabe des Zentrums soll nicht nur die Ausstattung der Schulen mit Geräten sein, sondern auch deren Wartung sowie Weiterbildung.

Allerdings: Bei dem Projekt handelt es sich eher um eine freiwillige Aufgabe der Gemeinden, denn zuständig ist im Wesentlichen der Freistaat. Man müsse jetzt aber die Geschwindigkeit bei der Digitalisierung erhöhen, sagt Hans Seidl. Letztlich sei es auch das Ziel, den Freistaat dazu zu drängen, mehr zu machen. „Wir sind ein Hightech-Standort und wir wollen das auch bleiben“, sagte Seidl bei der Vorstellung der Pläne im Landratsamt.

Entscheiden müssen die Gremien

Vorausgegangen war eine Sitzung der Bürgermeister, deren Kommunen dem Projekt beitreten sollen. Die letzte Entscheidung treffen dann die jeweiligen Stadt- und Gemeinderäte. Finanziert würde das Zentrum über eine Abgabe, deren Höhe sich an der Anzahl der jeweiligen Schüler bemessen solle. Je mehr Kommunen mitmachen, desto günstiger wird es für die einzelne Gemeinde oder Stadt, erklärte Seidl.

Puchheims Bürgermeister Norbert J. Seidl (SPD) unterstützt die Pläne. Es sei keine gute Idee, Schulen mit Geräten auszustatten und dann die Lehrer damit allein zu lassen. Es sei schon vorgekommen, dass solche verstaubt und dann irgendwann am Schulbasar verkauft worden seien. „Wir brauchen die Bereitschaft zur Veränderung. Es wäre ein Gewinn, wenn wir eine zentrale Stelle für Infos und Beratung hätten“, sagte Seidl. Klar sei aber natürlich: Für Lerninhalte und Pädagogik ist der Freistaat zuständig. Für das Zentrum trat auch Mammendorfs Bürgermeister Josef Heckl (FW/Bürgergemeinschaft) ein, in dessen Verwaltungsgemeinschaft ja etliche kleinere Schulen liegen. Er hofft unter anderem, dass mit dem Zentrum Administratoren zur Verfügung stehen.

Landrat Thomas Karmasin berichtete, dass der Landkreis in seiner Zuständigkeit unter anderem für Realschulen und Gymnasien den Weg der besseren Vernetzung bereits gegangen sei. Natürlich aber habe der Kreis Interesse daran, dem möglichen Kompetenzzentrum bei zu treten.

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