Nach dem Skandal

Ortstermin im Schlachthof

Noch immer ist der Brucker Schlachthof nach dem Skandal um die Schockvideos von Tierschützern geschlossen. Doch Landwirte und Metzger arbeiten hartnäckig an der Wiedereröffnung. Jetzt will sich die Regierung selbst vor Ort ein Bild machen, was alles verbessert wurde.

Fürstenfeldbruck – Zuletzt hat die Regierung den Antrag auf Wiederzulassung des Schlachthofbetriebes abgelehnt. Das Tierschutzkonzept und die Umbaupläne wurden als nicht ausreichend bewertet. Das Brucker Landratsamt aber ist der Ansicht, dass bauliche Mängel durch organisatorische Maßnahmen ausgeglichen werden können. Genannt wird hier beispielsweise ein geringeres Schlachttempo und eine koordiniertere Anlieferung der Tiere. „Der Wiederzulassungsantrag des Schlachthofes liegt bei der Regierung von Oberbayern, die Änderungsbedarf festgestellt hat“, sagt Ines Roellecke vom Landratsamt. Diese Änderungen werden nach Auskunft des Schlachthofs derzeit vorgenommen. Ein Begehungstermin soll folgen.

Die neuen Geschäftsführer des Brucker Schlachthofes, Engelbert Jais, Bernhard Huber und Hermann Eberle sind zuversichtlich, dass schon mit dem Ortstermin voraussichtlich im Lauf dieser Woche die Weichen neu gestellt werden können. Vertreter der Regierung von Oberbayern, des Landratsamts und des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit wollen sich dabei selbst ein Bild vor Ort machen.

Engelbert Jais zeigt sich vom neuen Konzept voll überzeugt. Mit Markus Wagner (Gernlinden) habe man einen Diplomlandwirt als Beauftragten für den Tierschutz gewinnen können, der im Betrieb fest angestellt wird. Zudem werde im neuen Schlachthof Hasenheide eine größere Tötebox installiert. Die Rinder und Schweine werden künftig separiert, sprich an verschiedenen Tagen aufgetrieben.

Vor dem Schlachten werden die Schweine einzeln in die Box verbracht – früher waren es drei Tiere. Im neuen Stallkonzept können die Rinder einen Rundweg durchlaufen. Das Tier soll selbstständig in die Tötebox gehen und dort angekommen den Metzger nicht sehen können.

Jais betonte, dass er seine Zulieferer nicht im Stich lassen möchte und eine baldige Wiederöffnung des Schlachthofs Hasenheide anstrebe. „Ich schlachte lieber einen Tag in der Woche mehr, aber es werden nicht alle an einem Tag anliefern können“, sagte Jais. „Nach einem positiven Bescheid, sprich einer Abnahme, soll es einen Probelauf geben und dann könnte der Betrieb hoffentlich bald wieder anlaufen“, sagt Jais. Natürlich müsse sich die neue Schlachthof-Mannschaft erst einarbeiten, aber: „Ich werde penibel darauf schauen, dass kein Schlachtstress entsteht.

Landrat Thomas Karmasin betont in diesem Zusammenhang: „Die Idee des Brucker Schlachthofs beruht auf der Eigeninitiative der Direktvermarkter und Metzger und ist eine gute Idee.“ Insbesondere die kurzen Wege seien für Mensch und Tier eine bessere Lösung als Schlachtungen in weiter entfernt liegenden Großbetrieben. „Aus diesem Grund ist es mir wichtig, dass der Schlachthof möglichst bald wieder in Betrieb geht. Auch die Kreisgremien stehen zu der vom Landkreis geleisteten Einlage, worüber ich mich sehr freue“, betont Karmasin.

Der Brucker Schlachthof war geschlossen worden, nachdem die Soko Tierschutz verdeckt gedrehtes Videomaterial veröffentlich hatte. Darauf waren schwere Verstöße gegen den Tierschutz zu sehen. Die Verantwortlichen verließen daraufhin den Schlachthof und machten den Weg für ein neues Team frei. (akk)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Vorfahrtsregelung stört Anwohner
Auch mit der zunehmenden Abgas- und Feinstaubbelastung begründen drei Familien aus dem Kreuzungsbereich Parsberg- und Kapellenstraße ihren Antrag an den Gemeinderat, die …
Vorfahrtsregelung stört Anwohner
Film zeigt die Hüter des Ampermooses
21 vom Aussterben bedrohte Tier-und Pflanzenarten sind im Ampermoos zuhause. Gebietsbetreuer Christian Niederbichler kartiert sie und kämpft um ihre Erhaltung. …
Film zeigt die Hüter des Ampermooses
Einbruch in Wertstoffhof
Wenig Beute haben Unbekannte im Wertstoffhof Harthaus gemacht. 
Einbruch in Wertstoffhof
Rampen zur Verkehrsberuhigung werden abgebaut
Die Straße auf der Nordwestseite des Mühlstetter Grabens mit gleichem Namen soll für Radler attraktiver werden. 
Rampen zur Verkehrsberuhigung werden abgebaut

Kommentare