Nach dem Feuer in der Adolf-kolping-Strasse

Palliativstation räumt Büro im Brandhaus

Die Flammen sind gelöscht, aber der Rauchgeruch hängt noch schwer in der Luft. Nach dem Feuer in der Adolf-Kolping-Straße haben die Aufräumarbeiten begonnen. Und die Palliativstation ist in ein Notquartier gezogen. Es ist fraglich, ob die Mediziner und ihre Helfer die Räume im Brandhaus wieder beziehen können.

Fürstenfeldbruck – Die Feuerwehrleute haben mit den Flammen gekämpft. Das sieht man auch noch rund 48 Stunden danach. Dachziegel, Fensterstöcke und Teile einer Regenrinne liegen am Montagvormittag rund um das Haus. Es riecht nach Ruß. Zwei Rentner stehen vor dem abgefackeltem Bau. Sie wollen sich ein Bild von der Zerstörung machen. Einer sagt: „Wir sind nachts von den Sirenen aufgewacht und haben am nächsten Tag online gelesen, was passiert ist.“

Eine Doppelhaushälfte eines alten Gebäudes in der Adolf-Kolping-Straße, direkt gegenüber des Klinikums, hat am Samstagmorgen gegen 1.20 Uhr lichterloh gebrannt. Die fünf Bewohner konnten sich rechtzeitig ins Freie retten, drei von ihnen erlitten eine Rauchvergiftung. 90 Feuerwehrleute bekämpften die Flammen fünf Stunden lang. Nach Angaben der Polizei beträgt der Schaden eine Viertelmillion Euro. Die Brandursache ist am Montag weiter unklar. Fakt ist: Das Feuer war auf dem Balkon im zweiten Stock ausgebrochen und hatte sich auf den Dachstuhl ausgebreitet.

Am Montagvormittag bereiten sich im Garten vier Dachdecker darauf vor, zu retten, was zu retten ist. Sie wollen bei der unzerstörten Haushälfte das Dach ausbessern. Scheinbar müssen nur ein paar Quadratmeter Biberschwanzziegel erneuert werden. Das Löschwasser hat offenbar mehr Schaden angerichtet. Die Büros sind teilweise leer geräumt. Plastikfolien schützen Schreibtische. Der Strom ist abgestellt.

Die Bewohner der verbrannten Haushälfte können laut Polizei auf unbestimmte Zeit nicht in ihre Wohnungen zurück. Sie schlafen bei Freunden und Verwandten. Im Erdgeschoss befindet sich das Büro der Palliativ-Station. Auch hier ist Wasser eingedrungen. Die Räume können vorerst nicht genutzt werden. Die Mitarbeiter sind am Montag kurzerhand umgezogen ins Klinikum, wo das Palliativ-Team ein weiteres Büro hat. Sie haben Betäubungsmittel und wichtige Akten mitgenommen. Der Rest soll am heutigen Dienstag folgen. Geschäftsführer Helmut Leonhardt sagt: „Wir sind zu acht im Raum. Es sind wirklich erschwerte Bedingungen. Aber der Betrieb geht weiter.“

Es ist ein Glück, dass derzeit im dritten Stock des Klinikums mehrere Räumlichkeiten leer stehen. Die psychiatrische Tagesklinik ist vor Kurzem ausgezogen. Nun will man bei der Palliativ-Station diese Büros anmieten. „Übergangsweise“, sagt Leonhardt.

In der Adolf-Kolping-Straße unterhalten sich am Montagmittag noch immer die beiden Rentner. Jürgen Müller (73) wohnt in der Stadelberger Straße, unweit des Brandhauses. Dass sich die fünf Bewohner noch relativ unbeschadet ins Freie retten konnten, ist ein Glück im Unglück. Müller erzählt: „Meine Frau hat Martinshörner gehört.“ Er selbst habe nichts mitgekriegt. Er habe die Sache verschlafen. (rat/akk)

Weitere Bilder vom Brand im Internet unter ffb-tagblatt.de

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