Führen die VR-Bank auch durch die Corona-Krise: die Vorstandsmitglieder (v.l.) Manfred Schätz, Robert Fedinger und Rudolf Sydow.
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Führen die VR-Bank auch durch die Corona-Krise: die Vorstandsmitglieder (v.l.) Manfred Schätz, Robert Fedinger und Rudolf Sydow.

VR-Bank verzeichnet trotz Corona ein Wachstum in der Bilanzsumme – Insolvenzwelle bleibt bislang aus

Pandemie sorgt für mehr Kartenzahlungen und Online-Kontos

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Die Corona-Pandemie stellt auch die Banken vor große Herausforderungen. „Wir haben den Corona-Stresstest gut bestanden und sind den Umständen entsprechend gut durch das Geschäftsjahr 2020 gekommen“, sagte Robert Fedinger, Vorstand der VR-Bank Fürstenfeldbruck. So ist die Bilanzsumme um neun Prozent angewachsen und beläuft sich auf 1,9 Milliarden Euro.

Fürstenfeldbruck - Das Betriebsergebnis liegt mit 18,1 Millionen Euro rund eine halbe Million unter dem des Vorjahres. Doch man habe einen stärkeren Rückgang befürchtet.

Zugelegt haben die Kundeneinlagen (plus 7,2 Prozent) und die ausgereichten Kredite. „Das Modell der regionalen Hausbank hat in Corona-Zeiten seine Stärken erneut bewiesen und erweist sich als sehr stabil“ sagt Fedinger. Die Geschäftsstellen blieben in beiden Lockdowns geöffnet.

Man versuche, die Kunden in der Pandemie zu unterstützen. „Wir sichern kurzfristige Liquidität durch Stundungen, Förderkredite und Firmendarlehen“, berichtet Manfred Schätz, seit Januar neu im Vorstand der VR-Bank und verantwortlich für das Firmenkundengeschäft. „Die viel heraufbeschworene Insolvenzwelle ist bisher nicht erkennbar, obwohl die Belastungen für viele Branchen schon sehr, sehr hoch sind.“

Auch im Kerngeschäft der Bank hat die Pandemie vieles verändert. Da mehr Menschen in den Geschäften mit Karte zahlen, sind die Transaktionszahlen deutlich gestiegen. Zudem steigt die Nachfrage nach Online-Banking: Über 2500 Konten wurden im abgelaufenen Jahr neu freigeschalten. Zudem haben mehr als 3100 Kunden auf den elektronischen Kontoauszug umgestellt. Damit wird auch ein wesentlicher Beitrag zum Thema „Nachhaltigkeit“ geleistet, denn es werden jährlich mehrere Paletten Auszugspapier eingespart.

Eine Herausforderung bleibt der Niedrigzins. Das Betriebsergebnis von 18,1 Millionen Euro bedeutet einen weiteren Rückgang. Es liege aber noch deutlich über den Erwartungen. Auch das Zinsergebnis ist mit 27,5 Millionen Euro rund 200 000 Euro niedriger ausgefallen als 2019. „Eigentlich hatten wir wegen des anhaltenden Niedrigzinsumfeldes einen stärkeren Einbruch erwartet“, sagt Schätz. „Durch das starke Kreditwachstum konnte der Rückgang jedoch in Grenzen gehalten werden.“ Trotzdem rechne man in den nächsten Jahren mit weiteren Rückgängen. Beim Thema Negativzins bietet die VR-Bank mit dem „VermögenPlus“ eine Alternative im Rahmen der Fondsvermögensverwaltung. Der Start sei vielversprechend gewesen, berichten die Vorstandsmitglieder.

Im Bereich Versicherungen ist die Zahl der Beratungstermine rückläufig, auch das Rekordergebnis aus dem Jahr 2019 konnte nicht wiederholt werden. Dennoch bleibe die Sparte ein wichtiger Bestandteil des Geschäftserfolgs. Der Erfolgstrend bei den Immobilien setzt sich dagegen fort. Die Bank verzeichnete erstmals in ihrer Geschichte Provisionseinnahmen von fast 580 000 Euro.

Für das Jahr 2021 rechnet der Vorstand mit einer weiterhin hohen Nachfrage nach Krediten. Man sehe sich für Fragen zu Geldanlagen gut gerüstet und könne den Kunden alle Formen der modernen Kapitalanlagen und Vorsorgelösungen bieten. Auch für das Thema Nachhaltigkeit bei Geldanlagen sieht man sich gerüstet.  imu

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