Filgran und kostbar: Museumspädagogin Maria Bodin zeigt das Papiertheater, das im Stadtmuseum zu sehen ist.
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Filgran und kostbar: Museumspädagogin Maria Bodin zeigt das Papiertheater, das im Stadtmuseum zu sehen ist.

Schätze aus dem Heimatmuseum

Papiertheater von einst begeistert noch heute

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Auch in Zeiten, in denen Spielzeug dank eingebauter Elektronik piept, blinkt, leuchtet und alles mögliche kann, begeistern sich Kinder noch für ganz einfache Dinge. Das erlebt Museumspädagogin Maria Bodin regelmäßig in den Kinderworkshops, die sie im Stadtmuseum Fürstenfeldbruck anbietet.

Fürstenfeldbruck - Wenn es um „Spiele anno dazumal“ geht und sie ein altes Papiertheater hervorholt, ist es schnell um die Kids geschehen. Es sieht aus wie ein echtes Theater im Miniaturformat mit seinen austauschbaren Kulissen aus fester Pappe und den beweglichen Figuren, die man durch verschiedene Auf- und Abgänge auf die Bühne schieben kann. Verschiedene Figuren beleben das Papiertheater. Da gibt es die Prinzessin, den König, den Grafen und weitere Gestalten, die sich für fantasievolle Märchengeschichten eignen.

„Für Kindergartenkinder und Grundschüler aus der ersten oder zweiten Klassen ist das Papiertheater wie ein Bilderbuch, in dem sich die Figuren bewegen lassen“, erklärt Pädagogin Maria Bodin. „Das regt die Fantasie an. Die Kinder denken sich Geschichten aus und spielen sie mit den Figuren nach.“

In die Kinderwelt hielt diese Art der Freizeitbeschäftigung erst im 20. Jahrhundert Einzug. Davor war sie bei Erwachsenen der letzte Schrei. Im 19. Jahrhundert hatte das Bildungsbürgertum Spaß daran, mit den auswechselbaren Szenenbildern und Figuren Märchen und Opernhandlungen nachzuspielen.

Heutzutage sind Papiertheater begehrte Sammlerobjekte. Was bei den Kinderworkshops zum Einsatz kommt, ist robust und hält einiges aus. Es gibt jedoch auch ein filigranes, kostbares Exemplar, das in der Dauerausstellung des Heimatmuseums bewundert werden kann. ULRIKE OSMAN

Die Serie

zeigt in loser Folge einige besondere Ausstellungsstücke aus Heimatmuseen in der Region – quasi als Ersatz für Museumsbesuche, die wegen der Corona-Pandemie derzeit nicht möglich sind.

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