Klaus-Dieter Sahrmann erklärt die Sachlage.

Handball 3. Bundesliga

Pass-Affäre: Jetzt spricht der Liga-Leiter

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Fürstenfeldbruck - Die Ungereimtheiten um den Spielerpass von Brucks Drittliga-Youngster Alexander Leindl haben die Zentrale des Deutschen Handball-Bundes (DHB) erreicht. Auch Bayerns Liga-Leiter Klaus-Dieter Sahrmann hat mittlerweile Stellung bezogen. Der TuS kommt dabei nicht gut weg. Es droht tatsächlich ein massiver Punkteabzug.

Denn dieses besondere Spielrecht werde laut Sahrmann mit ausdrücklichem Hinweis auf schriftlichen Antrag und rechtsverbindlichen Unterschriften der Vereine inklusive Spieler nur für Kaderspieler vergeben. Im Fall von Alexander Leindl hätte ein einfacher Vereinswechsel bereits im ersten Halbjahr 2016 ausgereicht, Doch der wurde vom TuS erst am vergangenen Freitag beantragt. Also zu einem Zeitpunkt, als Sahrmann längst schon tätig geworden ist.

Mittlerweile sind der zweiten Brucker Mannschaft, für die Leindl zumindest bei der Landesliga-Begegnung gegen Immenstadt am Ball war, bereits die Siegerpunkte aberkannt worden. Doch damit nicht genug. Seines Wissens, so der bayerische Liga-Chef aus Eckental (Landkreis Erlangen), habe es zuvor keine Nachfrage seitens des Vereins gegeben.

Wie gestern aus der deutschen Handballzentrale in Dortmund bekannt wurde, läuft mittlerweile auch ein Verfahren auf Bundesebene gegen den TuS. Laut DHB-Pressesprecher Tim Oliver Kalle sei die zuständige Drittliga-Spielleitung am Mittwoch von den Vorkommnissen in Bayern informiert worden und habe noch am gleichen Abend den TuS zu einer Stellungnahme aufgefordert. Damit hat der Verein bis Montag Zeit. Erst danach werde auf DHB-Ebene über weitere Schritte entschieden.

Sollten sich die Bundesfunktionäre der bayerischen Verfahrensweise anschließen, kommt der TuS auch sportlich in erhebliche Schwierigkeiten. Dann nämlich würden im schlimmsten Fall alle bislang mit Hilfe von Leindl gelandeten Drittliga-Siege annulliert und die Punkte den jeweiligen Gegnern zugesprochen. Nach aktueller Rechnung hätten die Brucker dann nur noch vier Zähler auf dem Konto und wären Drittletzter statt wie jetzt „Dritterster“. Eigentlich wären es sogar nur zwei Punkte, doch vor dem jüngsten Heimsieg gegen Oppenweiler hatten die Verantwortlichen gerade noch rechtzeitig das reguläre Spielrecht für Leindl erworben. So oder so: Der aktuelle Vizemeister wäre akut vom Abstieg bedroht.

Laut Sahrmann fordere der BHV die Vereine jedes Jahr dazu auf, die Pässe zu überprüfen. Leindls Dokument war bis zum Zeitpunkt der Ausstellung am 12. Februar 2015 völlig korrekt. Die Überwachung des Ablaufes dieses besonderen Doppelspielrechtes obliege dem TuS. Auf Bayern-Ebene laufen ähnliche Verfahren gegen Erlangen-Bruck und die Gräfelfinger HSG Würm.

Mit diesem flauen Gefühl im Magen muss Brucks Trainer Martin Wild nun seine Mannschaft, die in der Vorsaison noch Vizemeister geworden ist, auf das Auswärtsspiel am Samstag in Großsachsen einstellen. Zuletzt gegen Oppenweiler, als die Affäre wenige Stunden zuvor bekannt wurde, wurde die mentale Last noch eher locker verkraftet. Jetzt aber hat der Fall neue Dimensionen erreicht. Laut Kalle sei die Affäre inzwischen in der Handballszene so brisant, dass die Entscheidung unmittelbar nach der Verhandlung an prominenter Stelle auf der DHB-Internetseite veröffentlicht wird.

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