Schluss mit Gratis-Parken

Pendler müssen für alle Parkplätze zahlen

Das wird vor allem den Pendlern nicht schmecken: Die Stadtverwaltung will zukünftig an der Tiefgarage in der Buchenau sowie am Bahnhofs-Parkdeck in Fürstenfeldbruck Parkgebühren erheben. Gratis-Parken am S-Bahnhof ist damit endgültig perdu.

Fürstenfeldbruck – Noch steht nicht ganz genau fest, was ein Monatsticket kosten soll. Mehr als 100 Euro im Jahr wird ein regelmäßiger Auspendler aber künftig sicher berappen müssen. Auch wann Schluss ist mit dem kostenlosen Parken an den beiden Bahnhöfen, ist noch nicht gewiss.

Auf jeden Fall werden Automaten aber in naher Zukunft dafür sorgen, dass jeder Parker einen Obolus entrichten muss. Die Stadtverwaltung begründet ihren Schritt mit den Unterhaltskosten für die Tiefgarage und das Parkdeck. Sie sollen mit den Gebühren ausgeglichen werden.

Die Tiefgarage in der Buchenau verursacht derzeit jährliche Kosten von knapp 300 000 Euro. Das Parkdeck am Bahnhof Fürstenfeldbruck kostet die Stadt imm Jahr 2017 sogar mehr als 100 000 Euro, da die Beschichtung der Rampe erneuert werden muss. In den Folgejahren werden es voraussichtlich rund 60 000 Euro sein. Was die Automaten kosten, ist laut Stadt noch unklar. Die Ausschreibung läuft.

Man könne nicht erwarten, dass die Stadt die Infrastruktur kostenlos zur Verfügung stelle, sagte Stadtrat Franz Neuhierl (Freie Wähler). Er leitete die gemeinsame Sitzung der zuständigen Ausschüsse in Vertretung der abwesenden Bürgermeister Erich Raff und Karin Geißler. „Es ist nichts anderes als ein Unkostenbeitrag“, sagte Hans Schilling (CSU). Der Unterhalt der Buchenauer Tiefgarage koste schließlich ein „Schweinegeld“. Wie viel die Stadt durch die Gebühren am Ende einnehmen wird, ist allerdings noch völlig unklar.

Zu einer kuriosen Situation kam es nun bei der Abstimmung: Dabei wurden sich die beiden Gremien, die gemeinsam berieten, aber getrennt votierten, nicht über den Streitpunkt Monatsticket für die Parkplätze einig. Der Haupt- und Finanzausschuss befürwortet knapp eine Monatspauschale von zehn Euro, der Umwelt- und Verkehrsausschuss stimmte dagegen für einen Preis von 15 Euro.

Letztendlich muss sich der Stadtrat also für eine Variante entscheiden. Beide Vorschläge liegen übrigens deutlich unter den von der Verwaltung angedachten 25 Euro Monatspauschale. Sowohl Axel Lämmle (SPD, 15 Euro) als auch Christian Götz (BBV, zehn Euro) schlugen vor, diesen Betrag zu reduzieren. Götz hatte dabei vor allem den Bahnhof Fürstenfeldbruck im Blick: Dort betreibt die Bahn direkt neben dem Parkdeck ebenfalls einen P & R-Parkplatz, verlangt aber nur zehn Euro pro Monat. Das müsse man angleichen, forderte Götz.

Beate Hollenbach (CSU), warf noch eine andere Frage auf: Was passiert, wenn trotz gekauftem Monatsticket kein Parkplatz frei ist? Antwort von Götz: „Keiner hat Anspruch auf den Parkplatz.“

Grundsätzliche Bedenken gegen die Parkgebühr äußerte lediglich Willi Dräxler (BBV). Man wolle doch die Bürger eigentlich zum Bahnfahren animieren, mit den Gebühren erreiche man allerdings genau das Gegenteil. Außerdem greife man nur den Brucker S-bahn-Auspendlern, jedoch nicht den Einpendlern – von denen es auch jede Menge gebe – in die Tasche. Willi Dräxler verwies außerdem auf die Nachbarkommunen im östlichen Landkreis. Dort, so der BBV-Stadtrat, bestünden solche Parkgebühren nicht.

Von Fabian Dilger

Rubriklistenbild: © dpa

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