Ostern ohne Kirchenvolk droht auch Pfarrer Otto Gäng wieder.
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Ostern ohne Kirchenvolk droht auch Pfarrer Otto Gäng wieder.

Fürstenfeldbruck

Pfarrer stellen sich auf virtuelle Ostergottesdienste ein

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  • Klaus Greif
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  • Kathrin Böhmer
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Den Christen droht ein Déjà-vu an Ostern. Denn nach den jüngsten Beschlüssen des Corona-Gipfels sollen die Gottesdienste von Gründonnerstag bis Ostermontag möglichst nur in virtueller Form stattfinden. Für die Gläubigen wäre es das zweite Jahr ohne Präsenzgottesdienste. Eine Empfehlung, die die Seelsorger nur schwer nachvollziehen können.

Fürstenfeldbruck - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder betont, es handle sich nur um einen Appell, vermehrt virtuelle Angebote zu machen. Die Pfarrer wollen nun die Weisungen der Landeskirchen abwarten. Die katholische Stadtkirche Germering appelliert an alle Gläubigen, während der Osterfeiertage verstärkt das Angebot der Online-Gottesdienste zu nutzen. Stadtpfarrer Andreas Christian Jaster setzt auf das Verständnis und verweist darauf, dass sich die Online-Gottesdienste durchaus bewährt hätten. Er glaube nicht, dass die Diözese wie vor einem Jahr einen flächendeckenden Shutdown verhängt.

Wie aus heiterem Himmel

Olchings Pfarrer Josef Steindlmüller traf der harte Lockdown um Ostern wie aus heiterem Himmel. „Ich bin schockiert und traurig“, sagt er. Zum zweiten Mal hintereinander drohe das „Urfest der Christenheit“ auszufallen. Auch die Gläubigen seien enttäuscht, wie er aus ersten Rückmeldungen weiß. Er rechne nicht damit, dass Präsenzgottesdienste an den Feiertagen stattfinden können.

Erst einmal will Steindlmüller die Entscheidung des Ordinariats abwarten. „Ich bin gerade völlig ratlos.“ Vor allem weil er die Gottesdienste nicht als Treiber der Pandemie einstufen würde. „Als die Zahlen gesunken sind, haben Gottesdienste stattgefunden.“ Man habe ein strenges Hygienekonzept in der Pfarrkirche St. Peter und Paul umgesetzt: Eigentlich passen dort 500 Menschen rein, mit Abstandsregeln sind es nun gerade noch 100. Und die müssen Maske tragen und sich vorher anmelden.

Kein Livestream

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sich auf der Internetseite eine Anleitung für Hausgottesdienste anschauen. „Ich würde die Leute auch dazu ermutigen, die Gottesdienste an Ostern so daheim zu zelebrieren“, sagt Steindlmüller. Eines ist sicher: Einen eigenen Livestream wird es aus Olching nicht geben.

Auch in der Brucker Erlöserkirche stellt man sich mehr auf virtuelle Angebote ein. „Wir haben einen Plan B“, sagt Pfarrer Valentin Wendebourg. Statt des Gottesdienst-Spaziergangs am Ostermontag könne man die Familien einzeln auf den Weg schicken. Auch 2500 Tüten mit Osterkarte, Osterkerze, Palmbuschenzweig und Farben zum Ostereierbemalen für ein Ostern dahoam wurden schon an die Gemeindemitglieder verteilt. Die Befürchtungen könne er teilen, aber Kirchen seien keine Infektionstreiber.

„Ich kann es nicht ganz verstehen“, sagt dagegen Otto Gäng, Leiter des Pfarrverbandes Fürstenfeld zum Beschluss des Corona-Gipfels. „Wir haben mit den Hygienekonzepten unter Beweis gestellt, dass wir es können.“ Das Team des Pfarrverbandes werde beraten. Der Palmsonntags-Gottesdienst findet statt – mit Mini-Prozession vom hinteren Kirchenraum zum Altar.  gar/kg/imu

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