Der Chor besteht aus rund 120 Sängern und Sängerinnen.  

„Elias“ von Mendelssohn-Bartholdy 

Philharmoniker zeigen anspruchsvolles Stück

Der Philharmonische Chor Fürstenfeldbruck studiert derzeit „Elias“ von Felix Mendelssohn Bartholdy ein. Ein Probenbesuch.

Fürstenfeldbruck – „Bravo!“, ruft Andreas Obermayer und legt den Taktstock beiseite. Gute zweieinhalb Stunden hat der Leiter des Philharmonischen Chors Fürstenfeldbruck mit seinen Sängern für die Aufführung am kommenden Sonntag geprobt – jetzt ist er ein bisschen abgekämpft, aber sehr zufrieden. „Ihr könnt mit dem allerbesten Gewissen ganze Stadtteile einladen“, gibt er den Mitgliedern mit auf den Heimweg. Denn das Werk, das auf dem Programm steht, gehört für ihn zu den absoluten Highlights unter den Oratorien: „Elias“ von Felix Mendelssohn Bartholdy. Und der Chor – das zeigt sich bei dieser vorletzten Probe vor dem großen Tag – ist in absoluter Topform.

Das liegt zum einen an der Konzentration und Begeisterung, mit der die rund 120 Sänger bei der Sache sind. Zum anderen an der Akribie, mit der Obermayer an den Details feilt. Denn zu einer gelungenen Aufführung gehört nicht nur, dass man den Ton trifft. Es geht auch um Aussprache, Körperhaltung, Lautstärke, Ausstrahlung, Optik. Alles wird einstudiert – von der deutlichen Hörbarkeit der Konsonanten bis hin zu den Stellen, an denen der Chor sich von den Stühlen erhebt. „In Takt 96 auf Drei aufstehen, auf Vier stehen“, kommandiert Obermayer, der an diesem Abend im Probenraum des Hauses 10 in Jeans und Turnschuhen den Taktstock schwingt.

An anderen Stellen sollen die Sänger synchron vom Blatt aufschauen. Dafür muss der Text sitzen. Wer ihn noch nicht hundertprozentig kann, wird bis zur Generalprobe am Samstag zum Nachlernen verdonnert. Heimarbeit ist wichtig bei der Vorbereitung einer so anspruchsvollen Produktion, erklärt Chor-Vorstand Gerbert Grundler. Mit Notenheft und Übungs-CD ausgerüstet, lernt jeder das Stück zunächst für sich allein. „Wir kommen vorbereitet in die Probe.“ Parallel werden bereits die nächsten Projekte in Angriff genommen – ein Teil der Sänger ist beim Fürstenfelder Mysterienspiel „Wuide Hetz“ aktiv, ein anderer singt sich schon für die Faschingskonzerte warm. „Es müssen ja alle immer etwas zu tun haben“, sagt Grundler und lacht. Sänger mögen keine sang- und klanglosen Phasen.

Längst sind große, professionell anmutende Produktionen das Markenzeichen des Philharmonischen Chores. Jeden Sommer eine Oper – zuletzt Verdis „Nabucco“ –, jeden Winter mehrere große Werke mit Auftritten auch außerhalb von Bruck. Das macht den Chor nicht nur für die Zuhörer attraktiv. „In den letzten Jahren kommen nach jeder Produktion neue Mitglieder dazu“, so Grundler.

Dadurch hat der Chor Größe und Fähigkeit, einem anspruchsvollen Werk wie dem „Elias“ gerecht zu werden. Obermayer schwärmt von der romantischen Komposition als der „tollsten Musik, die es gibt“. Das Werk gilt nicht nur als Meilenstein in Mendelssohn-Bartholdys künstlerischem Schaffen, sondern auch als Höhepunkt der Oratorien-Literatur des 19. Jahrhunderts. Und statt in eine Nebenrolle gedrängt zu werden, hat der Chor darin reichlich zu tun. „Mehr Chor geht kaum“, so Obermayer. Doch hochkarätige Profi-Solisten sind ebenfalls mit von der Partie, einige von ihnen in Bruck wohlbekannt: Soomin Yu (Sopran), Ulrike Malotta (Alt), Moon Yung Oh (Tenor) und Matthias Winckhler (Bass). Für die Orchesterbegleitung sorgt das Seraphin Ensemble München. Ulrike Osman

Die Aufführung

findet am Sonntag, 12. November, im Stadtsaal des Veranstaltungsforums statt. Karten ab 27 Euro gibt es bei allen MünchenTicket Vorverkaufsstellen.

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