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Besorgniserregend: Laut einer Studie können 60 Prozent aller Grundschüler nicht sicher schwimmen. 

Sozialausschuss  der Stadt Fürstenfeldbruck

Pilotprojekt für Schwimmunterricht startet

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Immer weniger Menschen können richtig schwimmen. Das Problem beginnt schon im Schwimmunterricht an den Grundschulen. Oft fehlen Lehrern die Zeit oder die nötige Ausbildung. In Bruck sollen demnächst externe Trainer die Schulen am Beckenrand unterstützen.

Fürstenfeldbruck – Die Stadt will, dass Brucker Grundschüler besser schwimmen lernen. Deshalb startet demnächst an einer der vier Grundschulen ein Pilotprojekt. Demnach sollen externe Schwimmlehrer der Brucker Wasserratten und der Wasserwacht den Schwimmunterricht unterstützen. Die Stadt stellt hierfür 6000 Euro bereit. Sollte das Konzept erfolgreich sein, sollen sich die anderen drei Grundschulen anschließen.

Das haben die Mitglieder des Sozialausschusses einstimmig beschlossen. SPD-Stadträtin Claudia Calabrò hatte dazu vor zwei Jahren die Initiative mit einem Antrag ergriffen. In der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses sagte sie: „Die Kinder kommen aus der Grundschule und können nicht gscheid schwimmen.“ Auch CSU-Stadtrat Martin Kellerer sagte, wenn man die Schlagzeilen so lese, könne man das Projekt nur begrüßen.

Die Stadt reagiert auf eine allgemeine und besorgniserregende Entwicklung. Der Schwimmunterricht an Grundschulen erscheint grundsätzlich verbesserungswürdig. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt seit Jahren davor, dass immer weniger Menschen richtig schwimmen können. Insbesondere bei Kindern müsse dieser Trend gestoppt werden, sagte kürzlich der Vorsitzende Stephan Wassmuth. Laut einer DLRG-Umfrage können sich 60 Prozent der Grundschüler nicht sicher über Wasser halten. Die Gesellschaft sieht einen Grund darin, dass Lehrer oft nicht für den Schwimmunterricht ausgebildet seien. Die Menschen seien immer weniger schwimmsicher, was auch zu mehr Ertrinkungstoden führe. Erst im Sommer war ein 15-jähriges Mädchen im Münchner Eisbach ertrunken, weil es nicht schwimmen konnte.

Auch in Bruck hat es vor Kurzem Probleme gegeben. Nachdem die AmperOase ihr Nutzungskonzept geändert hatte, klagten die Rektorinnen der vier Grundschulen in einem Schreiben an die Stadt darüber, dass ein „gewinnbringender Schwimmunterricht nicht möglich“ sei. Die Gründe sind unter anderem, dass nun jeder Schüler einzeln durch das Drehkreuz muss oder die Lehrkräfte die Trennlinie für die Bahnen selbst ziehen müssen. Das alles frisst Zeit. Effektiv komme man auf eine Schwimmzeit von 20 Minuten pro Schüler, so die Schulleiterinnen. Nachdem Brucks Zweiter Bürgermeister Christian Götz (BBV) zwischen Vertretern der Stadtwerke und Schulen vermittelt hatte, konnte man teilweise Kompromisse schließen.

Abgesehen davon ist Calabrò aber der Meinung, dass Schüler grundsätzlich zu wenig in Schwimmen unterrichtet werden. Das Thema werde vernachlässigt, sagt sie auf Nachfrage. Doch „die Not ist groß.“ Sowohl das Kultusministerium aber auch die Stadt als Sachaufwandsträger seien in der Pflicht.

Mit dem Pilotprojekt verbindet Calabrò viel Hoffnung. Sie hat es geschafft, nach etlichen Gesprächsterminen Schulen, Wasserratten und die Wasserwacht davon zu überzeugen. Beide sind zu einer Kooperation bereit. Geplant ist, dass jeweils ein externer Schwimmtrainer den Lehrer unterstützt. Allein, dass eine zusätzliche Aufsichtsperson am Beckenrand stehe, bringe viel, sagt Calabrò.

An welcher der vier Grundschulen das Konzept getestet wird, ist derzeit noch unklar. Oberbürgermeister Erich Raff sagte im Sozialausschuss: „Wenn das Ganze gut läuft, dann werden wir es ausbauen.“

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