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Das Konzept bewährt sich: Unternehmer Thomas Zeitler bei der Präsentation des Pilotprojektes 2015.

Öffentlicher Personennahverkehr

Pilotprojekt Ruf-Taxi auf der Überholspur

Das Ruf-Taxi hat sich als echtes Erfolgsmodell erwiesen. Immer mehr Passagiere nutzen es. Inzwichen kommt das Angebot an seine Leistungsgrenze. Jetzt sollen weitere Buslinien eingeführt werden.

FürstenfeldbruckDas vor zwei Jahren installierte Ruftaxi hat im April 2017 so viele Fahrgäste wie noch nie befördert. 8529 waren es, wie das Landratsamt berichtet. Das Ruftaxi, das das Anrufsammeltaxi ersetzte, sei damit beliebter als je zuvor.

Seit April 2016 habe die Zahl der Fahrgäste um 65 Prozent zugenommen, so das Landratsamt. Meist frequentiert war im April 2017 (1716 Kunden) die Linie 8300. Sie bedient hauptsächlich Gröbenzell, Olching und Puchheim und wurde erst im Dezember letzten Jahres neu eingerichtet. Dahinter liege die Linie 8200 für Teile des westlichen Landkreises mit Adelshofen, Jesenwang, Landsberied und Moorenweis.

Inzwischen seien alle 23 Städte und Gemeinden an das System des Landkreises angebunden, so das Landratsamt. Im ersten Betriebsjahr 2015 wurden insgesamt 39 612 Kunden befördert, 2016 waren es 75 887 und alleine im ersten Quartal 2017 seien die Zahlen schon auf 30 137 Fahrgäste hochge-schnellt. Umgerechnet auf das ganze Jahr 2017 und noch ohne Berücksichtigung weiterer Steigerungen bedeute dies die nie für möglich gehaltene Zahl von 120 000 Fahrgästen.

Das System sei damit an seiner Leistungsgrenze angekommen. Es erreiche in etwa das Vierfache der ursprünglich angenommenen Beförderungszahlen. Obwohl wegen der schon im letzten Jahr hohen Passagierzahlen erste Ruf-Taxi-Fahrten zu regulären Linienbustouren wurden, steige der Fahrgastzuwachs nahezu ungebremst weiter.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember sollen daher weitere Ruf-Taxi-Fahrten in Linienbusfahrten umgewandelt werden, sinnvollerweise möglichst im Bereich der Gröbenzeller, Olchinger und Puchheimer Buslinien beziehunsgsweise im westlichen Landkreisgebiet.

Die Ruf-Taxis sollten mit flexiblen Angeboten in den Schwachlastzeiten abends, nachts und am Wochenende zusätzliche Fahrgäste für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gewinnen, die über kurz oder lang dann auch die anderen ÖPNV-Verkehrsmittel nutzen. „Dass dieser Effekt aber schon so rasch und gewaltig einsetzt, war ursprünglich nicht abzusehen“, so die Kreisbehörde. Für sie ist das Ruf-Taxi längst zum Erfolgsmodell geworden, das zu Recht als beispielhaftes und klimaschonendes Nahverkehrsangebot in das EU-Projekt „ASTUS“ (Alpine Smart Transport and Urbanism Strategies) aufgenommen wurde.

Drei Fragen zum Ruf-Bus:

1) Wie viele Linien gibt es aktuell? Es gibt sieben Ruf-Taxi-Linien. 8000: Fürstenfeldbruck und Emmering 8200: Adelshofen – Jesenwang – Landsberied – Moorenweis 8300: Gröbenzell – Olching – Puchheim 8400: Alling – Grafrath - Kottgeisering – Schöngeising – Türkenfeld 8500: Eichenau – Germering 8700: Egenhofen – Maisach 8800: Althegnenberg - Hattenhofen – Mammendorf – Mittelstetten – Oberschweinbach. 

2. Wie funktioniert das Ruf-Taxi? Wer für die benötigten Tarifzonen schon eine gültige Wochen-, Monats- oder Jahreskarte etwa für MVV-Regionalbus oder die S-Bahn besitzt, braucht keinen Aufschlag zu bezahlen. Dies gilt auch für Tageskarten, wenn diese den Tarifraum der Taxi-Fahrt abdecken. Damit das MVV-Ruf-Taxi zuverlässig kommt, ist ein Anruf spätestens 45 Minuten vor Fahrtbeginn unter Telefon (089) 84 00 58 11 erforderlich. Diese Nummer ist Montag bis Freitag von 17:30 bis 5:45 Uhr sowie an Samstagen, Sonn- und Feiertagen ganztags erreichbar. 

3. Kann man via Internet oder Smartphone bestellen? Das ist ebenso möglich wie die Einrichtung von Daueraufträgen. Auskünfte erhält man über die Elektronische Fahrplanauskunft (EFA) des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV). Weitere Infos unter www.mvvmuenchen.de/ruftaxi oder im Landratsamt, Telefon (0 81 41) 51 94 86, ebenso im aktuellen Landkreisfahrplanheft

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