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Im Tonstudio arbeitet der 37-Jährige fleißig an Stücken auf Italienisch.

Fürstenfeldbruck

Pizzabäcker singt jetzt auf Italienisch

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Der ehemalige Besitzer der Pico Lounge in Bruck, Daniele Colella (37), hat bereits vor einem Jahr die Pizzakelle an den Nagel gehängt. Jetzt ist auch mit dem deutschen Schlager Schluss. Der Musiker aus Aich fängt noch mal ganz von vorne an.

Aich – Zufrieden und entspannt sitzt Daniele Colella auf seiner Terrasse. Erst im April ist der 37-Jährige aus Überacker in die Doppelhaushälfte nach Aich gezogen. Nur eines der Dinge, die der ehemalige Gastronom in seinem Leben geändert hat. Er wirkt nach Außen mit sich im Reinen, obwohl er gerade einen radikalen Lebenswandel hinter sich gebracht hat.

Colella hat jetzt kurze Haare

Die einst langen, braunen Haare – sein Markenzeichen – sind inzwischen kurz. Seine Musikrichtung – der deutsche Schlager –, mit der es Colella alias Daniele Daverna sogar in die deutschen Charts geschafft hat, ist passé. Nicht mal mehr die Gastronomie macht Spaß, sagt Colella. Der Musiker besinnt sich jetzt seiner italienischen Wurzeln und singt lateinamerikanischen Reggeaton auf italienisch. Mit seiner neuen Single „Solo con te“ (deutsch: Nur mit dir) zeigt er, wie Daniele Daverna jetzt klingt.

Eigentlich wollte Colella schon immer auf italienisch singen. Schon mit 16 Jahren schmetterte er Ramazotti- und Nek-Lieder. Ein Jahr später nahm er Gesangsunterricht in München. Zweieinhalb Jahre dauerte die Ausbildung. Währendessen folgte er seinem Vater in die Gastronomie und lernte Pizzas in die Luft zu wirbeln.

Bei Auftritten, die seine Gesangslehrerin Freya Wippich organisierte, schnupperte der damals 17-Jährige erste Bühnenluft. Dort schloss der junge Künstler auch zarte Bande in die Musikindustrie und konnte sich sogar einen Auftritt in einer Fernsehshow von Ingo Dubinski sichern.

Der deutsche Schlager

Doch erst als ihn der Freund seines Bruders mit dessen Vater, dem Musikproduzenten Joachim Neubauer, in Kontakt brachte, ging die deutsche Schlagerkarriere los. „Neubauer meinte immer, du musst deutsch singen, damit du Erfolg hast“, erzählt Colella. Und obwohl er von dem Stilwechsel nicht überzeugt war, folgten die ersten deutschen Texte. Seine italienische Seele blieb dabei aber nie auf der Strecke. „Auf meinen Singles gab es immer eine deutsche und eine italienische Version.“ Die Italienische war häufig sogar erfolgreicher, ergänzt der 37-Jährige schmunzelnd.

Arbeit auch als Tanzlehrer

Wie Colella da auf seiner Terrasse sitzt, wirkt er mehr wie ein Gutsbesitzer aus der Toskana als wie ein deutscher Schlagersänger. Auch das Ambiente schreit Italien. Ein kleiner Gartenbrunnen plätschert im Hintergrund, dazu erklingen italienische Lieder aus versteckten Boxen. Die Temperaturen im Schatten bewegen sich selbst im Schatten auf 30 Grad zu. Urlaubsgefühl kommt auf. Colella ist froh, die stressigen Arbeitszeiten als Gastronom hinter sich gelassen zu haben. Er arbeitet jetzt in Teilzeit in einem Fitnessstudio sowie als Tanzlehrer für Salsa und Bachata. Mal einen Nachmittag zu vertrödeln, war früher nicht möglich.

Keine Ballermann-Hits

Das ständige Anrennen gegen Windmühlen in den vergangen Jahren setzte ihm schon zu. Der musikalische Durchbruch wollte ihm einfach nicht gelingen. Und das, obwohl er in Rumänien auf Schlagerfesten vor 10 000 Zuschauern spielte, schaffte er es nicht, sich in die Köpfe der Leute einzubrennen. Für den Erfolg verbiegen, wollte sich Colella aber nicht. „Ich habe weder reinen Schlager noch Ballermann-Hits gemacht. Und so blieb ich immer auf so einer Mittelschiene“, erzählt der Musiker.

Single läuft im Radio

Jetzt mit der Umstellung auf Reggeaton scheint er musikalisch endlich angekommen zu sein. Und er scheint auch keine Angst mehr vor dem Scheitern zu haben. „Sicher will man Erfolg haben. Aber ich hab schon so viel erlebt, da lernt man mit Niederlagen umzugehen.“ Erste Erfolge kann der 37-Jährige sogar schon vorweisen. Seine neue Single wird bereits in Italien im Radio gespielt. Und dann ist Colella alias Daniele Daverna wieder ganz der professionelle Musiker. „Sollte sich in Italien der Erfolg einstellen, dann werde ich wohl Deutschland verlassen.“

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