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Fürstenfeldbruck

Planspiel mit nachbarschaftlichem Konfliktpotenzial

Fürstenfeldbruck – Für den neuen Regionalplan München hat Fürstenfeldbruck vor allem Anliegen im Bereich Verkehr: Die Freihaltung einer Trasse zur S-Bahnlinie 3, den Ausbau der S 4 vor der eigenen Haustüre und der B 471 wünscht sich die Stadt. Doch manche Wünsche bergen Konfliktpotenzial mit den Nachbargemeinden.

Die betroffenen Kommunen im Münchner Umkreis geben zurzeit ihre Stellungnahmen zu den geplanten Änderungen des Regionalplans ab – und sie äußern Änderungswünsche (s. Kasten). Im Brucker Planungs- und Bauausschuss wurden sie nun vorberaten.

Besonders im Bereich Verkehr schlug die Stadtverwaltung vor, diverse verbindliche Ziele als Wünsche zu formulieren. Ob die dann aufgenommen werden, ist eine andere Frage. Darunter sind solch alte Forderungen wie der Ausbau der Bahnlinie. Der Brucker Formulierungsvorschlag: Separate Gleise für Nah- und Fernverkehr errichten.

Neueren Datums ist die Idee einer Verbindung zwischen Fliegerhorst und der S 3 in Gernlinden in Form einer Straßenbahn oder mit Schnellbussen. Um die Möglichkeit zu erhalten, will die Stadt eine Trasse freihalten. Das sei das Wichtigste an dem Regionalplan, sagte Planungsreferent Christian Stangl (Grüne), der ansonsten nicht viel Handfestes erwartet: „Es beschleicht einen das Gefühl, das ist ein Ausdruck von Symbolpolitik.“

Emmerings Gewerbegebiet am Fliegerhorst

Dass die festgeschriebenen Ziele des Regionalplans aber durchaus bedeutsam seien, darauf wies Uli Schmetz (SPD) hin. Denn diese Ziele seien quasi höher einzustufen als kommunale Planungen – manche Gemeinden im Münchner Umland ärgern sich deswegen schon, zum Beispiel über den neuen Regionalplan, der an manchen Stellen ihren Spielraum einengt. „Wenn die Ziele im Regionalplan sind, dann müssen die anderen Gemeinden sie respektieren“, sagte Schmetz.

Er bezog sich damit auch auf einen Vorschlag von Andreas Lohde, bei dem diese Rangordnung bedeutsam werden könnte. Der CSU-Stadtrat hatte angeregt, südlich des Fliegerhorst-Geländes einen Grünzug parallel zur B 471 in den Plänen zu fordern. Sollte das realisiert werden, dürften die Emmeringer darüber nicht glücklich sein, glaubt Stadtbaumeister Martin Kornacher. Denn die Nachbargemeinde hat für dieses Areal eigentlich ein Gewerbegebiet im Blick. Die „interkommunale Diskussion“ dürfte damit sicherlich angeregt werden, meinte Kornacher zum erwartbaren handfesten Krach mit Emmering.

„Eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Gemeinden wäre angebracht. Da werden wir in Zukunft den Regionalplan mit Leben erfüllen müssen“, bemerkte Stangl. Die Trasse zur S 3 führt auch über Maisacher und Olchinger Flur. Um solchen Konflikten vorzubeugen, soll mit betroffenen Nachbargemeinden Kontakt aufgenommen werden. Ob dies einen möglichen Ärger vorbeugt, ist unklar. Denn letztlich gilt für den Regionalplan, so Stangl: „Wenn es um die konkrete Fassung geht, hat jede Kommune eigene Interessen.“ (Fabian Dilger)

Der Plan

Der Regionalplan definiert verbindliche Ziele für die Entwicklung der Kommunen im Großraum München in vielen verschiedenen Bereichen. Zum Beispiel bei der Siedlungsentwicklung, Freiraum, Verkehr und Energieversorgung. Die Gesamtfortschreibung des Regionalplans München wird vom Regionalen Planungsverband übernommen. In diesem sind die Landeshauptstadt sowie die acht umliegenden Landkreise zusammengeschlossen. In Fürstenfeldbruck befasst sich vornehmlich der Bauausschuss mit dieser Thematik.

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