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Die Schönen und das Biest: Emi (Jasmin Halbauer) und die Perchta bei einer Probe gemeinsam auf der Bühne. Im Hintergrund ein weißer Percht.

80 Schauspieler, Musiker und Sänger auf einer Bühne 

Wuide Hetz: Proben fürs Monster-Spektakel

Die Proben für das erste Fürstenfelder Mysterienspiel laufen auf Hochtouren. Noch ist viel zu tun, bis am 16. Dezember rund 80 Schauspieler, Musiker, Sänger und Puppenspieler gemeinsam die „Wuide Hetz – eine Fürstenfelder Rauhnachtsgeschichte“ im Stadtsaal lebendig werden lassen.

Fürstenfeldbruck – Viel lastet bei der Produktion auf der jungen Hauptdarstellerin Jasmin Hallbauer. An diesem Tag hat die Zehnjährige in ihrer Rolle als das Mädchen Emi bereits eine Durchlaufprobe gemeistert. Nun wird an den Einzelszenen gefeilt. Dazu gehört auch, dass man eine möglichst deutliche Aussprache trainiert. „Du depperter Teddybär“, intoniert Jasmin im Chor mit ihrer erwachsenen Kollegin Annette Schregle – ein Zungenbrechersatz wie der von Fischers Fritz. „Du depperter Teddy du!“ Das Ganze bitte mit angespanntem Zwerchfell, damit die Stimme besser trägt.

Annette Schregle ist gelernte Clownin. Doch im Stück spielt sie die Frau Perchta, eine mystische Figur mit schauriger Maske, die in der „Anderswelt“ zu Hause ist. In diese geheimnisvolle Welt gelangt Emi in einem abenteuerlichen Tagtraum. Das Kind der Gegenwart – überfordert von Schule, Freizeitstress und Medienflut – trifft hier auf allerlei Sagenfiguren, Hexen und Geister.

Emi gelangt in eine geheimnisvolle Welt

Der Probenraum im ersten Stock des Hauses 10 hat an diesem Nachmittag nichts Mystisches. Schwarze Lederhocker ersetzen das, was später auf der Bühne eine Waldkulisse sein wird. Regisseur Winfried Frey sitzt am Tisch zwischen Gesamtleiterin Christine Hochenbleicher und Regie-Assistent Julian Wittmann. Der spielt vom Laptop aus die Musik zu den Szenen ein und hat ein Auge darauf, dass niemand einen Satz seines Textes auslässt.

Wenn es nur der Text wäre, den hat Jasmin schon auf dem Kasten. Doch sie muss sich für ihre Rolle auch jede Menge Regieanweisungen merken – wann sie wo geht und steht, welches Gefühl sie gerade ausdrücken soll. Manchmal spielt Frey ihr einzelne Stellen vor. „Du hast jetzt ein richtig schlechtes Gewissen“, erklärt er, als Emi der mit Müll überhäuften Naturhexe gegenübersteht. Denn auch Emi hat im Wald schon achtlos Abfall weggeworfen. Gar nicht so einfach, das schlechte Gewissen in der Stimme auszudrücken.

Mitten im Raum steht Profi-Schauspielerin Cornelia Heidler als Naturhexe. Sie ist ganz in Schwarz gekleidet und wird auf der Bühne zunächst „weggeleuchtet“ werden, so dass es aussieht, als hänge der Müll in der Luft. Erst als Emi und Frau Perchta sie von all dem Abfall befreien, kommt ihr Gesicht zum Vorschein. Für die Aufführung soll sie geschminkt werden „wie ein Baum“, erzählt Frey.

Drei Puppenspieler führen das Ungetüm

Raffinierte Beleuchtung, die eigens komponierte Musik von Christian Ludwig Mayer und aufwändig gestaltete Puppen machen das Mysterienspiel zu einem echten Spektakel, aber auch zu einer Herausforderung. Die Puppen wurden teilweise in der Werkstatt des Münchner Marionettentheaters gebaut, teilweise aber auch in Bruck. Die vier Meter hohe und sechs Meter breite „Nebelfrau“ etwa musste an Ort und Stelle entstehen, denn sie wäre gar nicht zu transportieren gewesen. Das Ungetüm wird im Stück von drei Puppenspielern geführt, weitere drei bedienen die dazugehörige Nebelmaschine.

Regisseur und Autor Winfried Frey hat für die „Wuide Hetz“ eine Menge recherchiert zum Thema Perchten und Rauhnächte. Und er hat sich dabei richtiggehend „in diese Zeit verliebt“. Dass es auch dem Publikum so gehen wird, darauf hoffen sämtliche Mitwirkenden. Denn die „Wuide Hetz“ soll nicht nur dieses Jahr, sondern auch noch 2018 und 2019 durch den Stadtsaal toben.

von Ulrike Osman

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