Ein Techniker testet Solaranlagen.
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Viele Menschen suchen sich Hilfe, wenn es um das komplexe Thema Energiewende geht: Der Verein Ziel 21 will mit einer Energieagentur diese Bedürfnisse bereits bei der Beratung abdecken.

Profis sollen bei der Energiewende helfen

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Sonnenenergie, Strom sparen und Fördermittel: Bei all diesen Fragen soll in Zukunft eine landkreisübergreifende Energieagentur die Bürger unterstützen. Dem Vorhaben schlug viel Gegenwind entgegen.

Landkreis – Quasi druckfrisch war die Folie, die Gottfried Obermair, Vorsitzender vom Energiewendeverein Ziel 21, bei der Mitgliederversammlung an die Wand warf. Der Inhalt recht überraschend: Ein Fahrplan für die Gründung einer oft diskutierten und immer wieder kritisierten Energieagentur. Überraschend vor allem deshalb: Es wurde bereits ein konkreter Zeitpunkt genannt. Im September 2021 soll es losgehen.

Und das ist offenbar keinesfalls zu früh. Denn Obermair hat in der Vergangenheit immer wieder eindringlich darauf hingewiesen, dass die Beratungen durch den Energiewendeverein nicht mehr ehrenamtlich zu leisten seien. Schon vor gut einem Jahr hatte er deshalb angekündigt, dass Ziel 21 in seiner jetzigen Form nicht mehr existieren werde.

Die Pläne werden jetzt konkret

Der Vorschlag: eine professionelle Agentur zusammen mit den Nachbarlandkreisen Starnberg, Dachau und Landsberg. Während Dachau momentan erst einmal abgewunken hat, werden die gemeinsamen Pläne mit Starnberg und Landsberg nun konkret. Bis Mitte November soll das Geschäftsmodell in einem groben Konzept erstellt werden. Wichtig ist laut Vorsitzendem, dass die Aufgaben dabei über die von Ziel 21 hinaus gehen: „Sie müssen nicht nur Energie-, sondern eben auch Klimathemen abdecken.“

Wie das Ganze aussehen kann, will Obermair bis März 2021 schrittweise erst den Landräten und dann weiteren Beteiligten in den Landkreisen vorstellen. Dachau will er dabei eine Tür offen halten: „Wenn der Landkreis später einsteigen will, dann ist das möglich – wenn sich der Landkreis an den anfallenden Kosten beteiligt.“

Bis April 2021 soll die Satzung und bis Ende Juni der endgültige Geschäftsplan in Form gegossen sein. „Ein anspruchsvoller Zeitplan“, räumt Obermair ein. Dennoch sei er guter Dinge, dass die Agentur ihre Arbeit wie geplant aufnehmen wird.

Auswirkungen auf die Kalkulationen von Ziel 21

Das schlägt sich in der Kalkulation von Ziel 21 nieder. Im bereits verabschiedeten Finanzplan für dieses Jahr sind 8000 Euro veranschlagt, im kommenden Jahr weitere 2000 Euro. Danach sind die beteiligten Landkreise gefragt, die Arbeit der Agentur zu finanzieren.

Das Konzept stößt jedoch nicht nur auf Begeisterung. Der frühere Chef der VR-Bank, Walter Müller, erneuerte bei seiner letzten Sitzung als Mitglied des Ziel 21-Beirats seine früher geäußerte Kritik: „Ich halte die geplanten Strukturen mit der Energieagentur, dem Verein Ziel 21 und mehreren Klimaschutzmanagern nicht für vielversprechend.“ Die Anzahl der Beteiligten sei zu groß, die Abstimmung untereinander würde zu aufwendig werden.

Neben der Effizienz müsse man außerdem die Kosten für die Energieagentur im Blick behalten. Müller erklärte allerdings auch: „Die Klimaschutzorganisation im Landkreis steht vor großen Veränderungen.“ Es gelte einerseits, sie zu professionalisieren, dabei andererseits aber auch das ehrenamtliche Engagement zu bewahren.

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