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Projekt Kammerchor: „Man ist näher dran am Publikum“

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Andreas ObermayerKammerchor-Dirigent

Kirchenkonzerte, Opernaufführungen, Faschingskonzerte – der Philharmonische Chor ist vor allem für seine Mammut-Produktionen bekannt.

Fürstenfeldbruck – Doch jetzt präsentiert er sich in einer neuen Form, als Kammerchor mit rund 45 Sängern. Am Sonntag ist die neue Formation das erste Mal zu hören. Unter dem Titel „Cantate Domino“ werden in der Kirche St. Bernhard A-Capella-Werke aus fünf Jahrhunderten präsentiert. Im Tagblatt-Interview erklärt Dirigent Andreas Obermayer (38), was die Zuhörer erwartet und was es mit dem Kammerchor auf sich hat.

Herr Obermayer, wie kam es zur Gründung des Kammerchors?

Gründung klingt jetzt doch recht offiziell. Das ist einfach ein Teil des Chors, der Werke für eine kleinere Besetzung singt. Der Kammerchor ist ein Angebot für diejenigen unserer Mitglieder, die Lust auf ein zusätzliches Projekt hatten – und darauf, noch mehr gefordert zu werden.

Worin bestehen die zusätzlichen Anforderungen?

In einer kleineren Formation kommt es noch stärker auf den Einzelnen an. Man muss eigenverantwortlich zu Hause üben und vorbereitet in die Probe kommen. Dadurch ist das Ganze aber auch flexibler. Der Probenaufwand ist für den Einzelnen nicht so hoch wie bei den Opernaufführungen, wo es Kostümproben, Stellproben, Beleuchtungsproben und so weiter gibt. Beim A-Capella-Singen kommt hinzu, dass man sich nicht bequem auf ein Orchester draufsetzen kann. Die Sänger müssen noch bewusster und konzentrierter aufeinander hören, müssen mit mehr Körperspannung singen und sich gut aufeinander abstimmen.

Was erwartet die Besucher beim ersten Konzert des Kammerchors?

Es werden Kompositionen der Alten Musik, unter anderem von Palestrina, Heinrich Schütz und Claudio Monteverdi zu hören sein, außerdem die Motette „Lobet den Herrn“ von Bach und eine Reihe bekannter Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Das verbindende Element ist die Tatsache, dass es sich bei allen Werken um Psalm-Vertonungen handelt. Durch die unterschiedlichen Stile und die teilweise sehr persönlichen Texte hoffen wir, dem Publikum ein abwechslungsreiches Programm zu bieten. Abgerundet wird es durch einige spannende, moderne, aber gut zugängliche Orgelwerke, gespielt von der Organistin Anne Horsch.

Neu ist auch der Veranstaltungsort St. Bernhard statt Klosterkirche oder Stadtsaal...

St. Bernhard hat eine gute Größe für diese Art von Konzert und eine gute Akustik. Und man ist näher dran am Publikum. Wir sind da wie die Bands, die lieber in kleineren Hallen spielen als im Stadion. Und warum sollen wir nicht mit unserem neuen Format auch einen neuen Raum betreten?

Wird man den Kammerchor in Zukunft öfter hören können?

Das Konzert am Sonntag ist unser Pilotprojekt. Wenn es gut ankommt und der Kammerchor sich etabliert, könnte ich mir mittelfristig etwa ein Konzert pro Jahr vorstellen. os

Das Chorkonzert

„Cantate Domino“ findet am Sonntag 21. Oktober, 17 Uhr, in St. Bernhard statt. Der Eintritt kostet zwölf Euro (Schüler, Studenten sieben Euro). Karten gibt es nur an der Abendkasse.

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