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Das Vorhaben stößt auf Gegenwehr: Eine Bürgerinitiative, hier bei einer Kundgebung 2016, fordert ein geringeres Ausmaß der geplanten Bebauung der Fläche in Privatbesitz.  

In Fürstenfeldbruck

Bauplan Krebsenbach: Rechenfehler sorgt für Irritationen

 Die geplante Bebauung des Ackers am Krebsenbach erregt seit drei Jahren die Gemüter in der Nachbarschaft. Zu dicht, zu massiv und zu viel zusätzlicher Verkehr, kritisiert auch die 2016 gegründete Bürgerinitiative Krebsenbach. 

Fürstenfeldbruck –Mit einem Bericht zum Sachstand im Planungsausschuss des Stadtrates hat die Bauverwaltung nun versucht, Bedenken aus der Nachbarschaft zu begegnen – und musste zu Beginn der Sitzung, zu der Anwohner zahlreich erschienen waren, erst einmal die ursprünglich genannte Bewohnerzahl nach oben korrigieren. Das sorgte bei den Stadträten für Irritationen. Doch es gab noch weitere Kritikpunkte aus ihren Reihen.

Der Planungsausschuss hatte 2015 entschieden, dass auf der 4,37 Hektar großen Fläche Baurecht für ein Wohnquartier in einem sogenannten Höfe-Konzept geschaffen werden soll, mit Doppel- und Reihenhäusern am Rand und viergeschossigem Geschosswohnungsbau im Zentrum. Erste Berechnungen kamen auf 150 Wohneinheiten und 340 Bewohner. Nun hieß es, es würden gut 200 Wohneinheiten für etwa 430 Bewohner entstehen. Klaus Wollenberg (FDP) warf dem Brucker Stadtbaumeister Martin Kornacher vor, die Planung würde aus dem Ruder laufen. Sie entspreche nicht der Umgebung und sei mit allen Folgen wie weiteren Kinderbetreuungseinrichtungen für Fürstenfeldbruck nicht angemessen. Kornacher entgegnete, die neuen Zahlen seien nur die Korrektur eines früheren Berechnungsfehlers. Die Art, Zahl und Größe der Gebäude entspreche immer noch dem, was der Ausschuss 2015 einstimmig beschlossen habe.

Vorgelegt wurden am Mittwoch auch Ergebnisse einer Verkehrsuntersuchung. Die kommt zu dem Ergebnis, dass das neue Quartier bis zu 1800 zusätzliche Pkw-Bewegungen am Tag verursachen könnte. Das erfordert den Bau einer Ampel an der Einmündung der Straße „Zum Krebsenbach“ in die B 2 und eine Koordinierung mit den Ampeln auf der Bundesstraße an der Oskar-von-Miller-Straße und der Emmeringer Straße.

Um die Verkehrsbelastung im neuen Quartier selbst so gering wie möglich zu halten, arbeitet man derzeit an einem Mobilitätskonzept. Demnach sollen die Tiefgaragen-Zufahrten so angeordnet werden, dass der Verkehr gar nicht erst in das Viertel fährt.

Alexa Zierl (Die Partei & Frei) kritisierte, bisher sei der Radverkehr zu wenig berücksichtigt und es fehlten bislang zusätzliche Bushaltestellen. Der beauftragte Planer betonte, das Konzept sei noch nicht fertig. Er deutete jedoch an, dass Platz für zusätzliche Mobilitätsangebote wie eine E-Roller-Station wegen der Konkurrenz zu anderen Planungszielen fehlen könnte.

Auch am Energiekonzept für das Quartier übte Zierl Kritik. Das sei alles andere als innovativ. Eine Untersuchung hatte ergeben, dass einem Anschluss an das Brucker Fernwärmenetz der Vorzug vor anderen Lösungen wie einem Hackschnitzelheizwerk zu geben sei. Für Wärme aus Grundwasser oder Abwasser fehle das Potenzial. sr

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