Ungewöhnliche Motive in der Adventszeit

Recycling-Weihnacht trifft Lichterkran

Lichter und Dekorationen gibt es im Advent und zu Weihnachten längst nicht mehr nur in den Wohnzimmern. Die Ideen, was man alles beleuchten und schmücken kann, werden immer ausgefallener.

Fürstenfeldbruck In Mammendorf etwa sorgt derzeit ein weihnachtlich beleuchteter Baukran für Adventstimmung. Zu verdanken ist das Josef Reindl. Durch die Firma Schußmann hat der 28-Jährige einige Erfahrung mit Baukränen. Dieses Jahr brachten ihn seine Mitarbeiter allerdings auf eine neue Idee: „Sie hatten einige beleuchtete Kräne gesehen und auch schon für Kunden Kräne beleuchtet.“ Nun wollten die Kran-Profis auch in Mammendorf für weihnachtliche Stimmung sorgen.

Leuchtschlauch mit 12 500 Lichtern

Mit einem 350 Meter langem LED-Leuchtschlauch setzte die Firma daher den Kran an ihrem Lagerplatz neben dem Bauhof ins rechte Licht. „Insgesamt strahlen etwa 12 500 Lichter am Kran“, berichtet Reindl. „Vier Mitarbeiter haben einen halben Tag gebraucht, um die LED-Kkette anzubringen. Das war eine Menge Arbeit.“

Geht es nach den Mammendorfern, hat sich der Aufwand gelohnt. „Es kamen schon sehr viele positive Rückmeldungen“, berichtet Reindl. Auch auf der Tagblatt-Facebook-Seite erhält der Kran begeisterte Reaktionen. „Einfach nur sooooo schön!“, schreibt eine Nutzerin, „Absolut genial“, eine andere.

Am Dreikönigstag ist Schluss

Da der 30 Meter hohe und 50 Meter lange Kran nur für drei Stunden am Abend und eine Stunde am Morgen leuchtet, hält sich auch der Stromverbrauch in Grenzen. „Die LED sind als Leuchtmittel besonders sparsam. Insgesamt liegen wir bei weit unter 700 Watt Energieaufnahme“, erklärt Reindl. Selbst ein Toaster braucht mehr Strom.

Fans der Weihnachtszeit können den Kran noch eine Weile bestaunen. Reindl kündigt an: „Die Beleuchtung wird nach der Weihnachtszeit wieder abgeschalten.“ Spätestens mit den Christbäumen am Dreikönigstag.“

Deko aus dem Müll, Zweige aus dem Wald

Aufwändig geschmückt ist auch der Wertstoffhof in Eichenau. Das Besondere daran: Die Deko stammt fast vollständig aus dem Recycling und wurde über fast zehn Jahre gesammelt. Das freut nicht nur die Kinder.

Im Wertstoffhof Eichenau freut man sich schon seit Jahren immer auf die Vorweihnachtszeit. Zum Christfest im Jahr 2008 begannen die Mitarbeiter, weggeworfene Weihnachtsdeko in der Sammelhalle wieder ihrer eigentlichen Bestimmung zuzuführen. „Es ist unglaublich, was man aus Müll alles machen kann“, meint Wertstoffhof-Leiter Robert Halm (42). „Wir haben klein angefangen und jedes Jahr etwas hinzugefügt. Inzwischen ist es eine echte Tradition und wir haben schon einiges zusammen.“

Manchmal sei es erstaunlich, was man im Recycling alles findet. „Einmal hat jemand eine lebensgroße Engelsfigur in der Mitte durchgeschnitten und weggeworfen. Wir haben sie wieder zusammengeklebt. Jetzt steht sie bei uns in der Halle.“

Allerdings sind nicht alle Teile aus dem Recycling, wie Mitarbeiter Michael Flos (31) berichtet: „Die Zweige haben Robert und ich letzte Woche im Wald gesammelt. Die Lichter und die Elektrik kaufen wir aus Sicherheitsgründen selbst. In dem Projekt steckt viel Zeit und viel von unserem eigenen Geld.“

Nikolaus zwischen Plastiksäcken

Die Freude der Besucher sei allen Mitarbeitern des Wertstoffhofes aber den Aufwand wert, berichtet Leiter Halm: „Vor vier Jahren hatten wir ein älteres Ehepaar. Frau und Mann waren wohl beide schon über 80. Denen standen Tränen in den Augen, so etwas noch zu erleben.“ Auch die Kinder freuen sich sehr über das weihnachtliche Wunderland zwischen den großen Sammelsäcken und Plastik und Styropor. „Dieses Jahr hatten wir sogar einen Nikolaus. Das kam bei den Kleinen natürlich super an“, berichtet Halm.

Die Weihnachtsdeko kann noch einige Zeit im Wertstoffhof bestaunt werden. „Wir werden erst in der Woche nach Heilige Drei Könige abbauen. In der Zwischenzeit freuen wir uns über jeden Besucher“, erklärt Halm. Die Weihnachtsdeko sei ein Gemeinschaftsprojekt, bei dem alle Mitarbeiter begeistert mitmachen: „Wir wollen die schöne Stimmung noch ein wenig auskosten“, lacht Halm. Auch nächstes Jahr soll der Eichenauer Wertstoffhof wieder weihnachtlich dekoriert werden – mit dann nochmal erweitertem Fundus an Deko.

Von Sebastian Öl und Christian Masengarb

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