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Bei der Neufassung des Themas reist Edigna in die Gegenwart.

Edigna-Festspiele

Edigna reist in die Gegenwart

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Zehn Jahre nach den letzten Edigna-Festspielen wartet Regisseur Marcus Everding 2019 wieder mit einer Neufassung auf. Er gibt der Einsiedlerin, die sich im 11. Jahrhundert in Puch niederließ, einen neuen Namen und holt die Handlung ins 21. Jahrhundert. Aber auch der historische Stoff soll nicht zu kurz kommen.

Puch – Es ist wieder soweit: Nach zehn Jahren steht eine Neuauflage der Edigna-Spiele von Puch bevor. Diesmal geht es nicht in erster Linie darum, das Leben der Einsiedlerin im 11. Jahrhundert darzustellen. Vielmehr versetzen Autor und Regisseur Marcus Everding und die Laienschauspieler vom Edigna-Verein die historische Figur in die Gegenwart.

Im Gemeinschaftshaus am Pucher Sportplatz laufen die Vorbereitungen für die Premiere auf Hochtouren. Die Flyer sind gedruckt, die Tribüne für knapp 200 Zuschauer aufgebaut. Mehr als 20 Mitwirkende proben seit Ende November für die insgesamt 15 Vorstellungen, die heuer geplant sind. Beim Edigna-Verein hofft man auf eine ähnlich große Resonanz wie 2009, als knapp 4000 Zuschauer das Edigna-Spiel zum 900. Todestag der Seligen miterlebten.

Schon damals führte Marcus Everding Regie und schon damals schrieb er für den Anlass ein neues Stück. Den 54-Jährigen freut es, dass der Edigna-Verein sich dagegen entschieden hat, „ein bisschen Oberammergau zu machen“ – sprich, das Werk von 2009 dieses Jahr erneut auf die Bühne zu bringen. Es geht darin um den Umgang der mittelalterlichen Menschen mit der ungewöhnlichen jungen Frau, die eines Tages in Puch auftauchte und 35 Jahre lang in einer hohlen Linde lebte. In seinem neuen Stück „Es Voto Edigna – Was vom Baum blieb“ geht Everding einen Schritt weiter. Er holt die Geschichte aus dem Mittelalter in die Gegenwart.

„Was wäre, wenn wir mit einer Figur wie Edigna heute konfrontiert wären?“ Diese Frage hat ihn beim Schreiben beschäftigt. Seine moderne Edigna heißt Cathérine und ist eine Aussteigerin, buchstäblich. Sie steigt eines Tages aus einem Zug und sitzt fortan auf einer Bank am Bahnhof. Die Dorfbewohner begegnen ihr zunächst mit Misstrauen. Das wird im 11. Jahrhundert nicht anders gewesen sein, ist Everding sich sicher. „Fremdenfeindlichkeit hat es immer gegeben.“

Doch die Menschen in Puch akzeptierten die offensichtlich aus gutem Hause stammende junge Frau wohl recht schnell, denn sie hatte Nützliches zu bieten. Sie konnte ihren bildungsfernen Zeitgenossen Lesen und Schreiben beibringen, ihnen die Heilige Schrift vermitteln und medizinische Hilfe leisten. Auch Everdings moderne Edigna kann den Menschen etwas Kostbares geben – Zeit. Ihre Bank am Bahnhof wird zum Ruhepol in einer hektischen Welt.

Schon ein kurzer Ausschnitt aus den Proben macht deutlich, dass sich die Zuschauer selbst werden erkennen können in dem Getriebe auf der Bühne. Jeder soll dadurch angeregt werden, sich mit der Person Edigna auseinanderzusetzen und vielleicht für das eigene Leben etwas zu lernen. Doch auch der historische Part kommt nicht zu kurz. Vier Chronisten schildern Begebenheiten aus dem Leben der französischen Königstochter, die vor einer arrangierten Ehe nach Deutschland floh.

Noch wird an den letzten Feinheiten gefeilt. Doch die Mitwirkenden sind in den vergangenen Monaten bereits zu einem fest zusammengeschweißten Team geworden. „Die Spiele erneuern die Dorfgemeinschaft“, sagt die Vereinsvorsitzende Edigna Kellermann. „Das ist ein tolles Phänomen, das wir alle zehn Jahre wieder erleben.“

Die Premiere von „Ex Voto Edigna - Was vom Baum blieb“ findet am 23. Februar um 18.30 Uhr im Gemeinschaftshaus in Puch statt. Weitere 14 Vorstellungen sind an jedem Samstag und Sonntag bis einschließlich 17. März jeweils um 14 Uhr und 18.30 Uhr zu sehen. Für alle Vorstellungen außer der Premiere können Karten zum Preis von 17 Euro (Kinder bis 15 Jahre: acht Euro) reserviert werden unter der Telefonnummer (0 81 41) 34 99 66 oder per E-Mail an info@edigna-puch.de.

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