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Eine Kreuzfahrt ist immer noch gefragt. Aber die Kunden interessiert immer mehr, was ein Schiff verbraucht, berichtet Andreas Leippert.

Kreuzfahrt

Reisemesse in Fürstenfeld: Buchen Sie klimafreundlich?

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Wenn es draußen kalt und dunkel wird, sehnen sich viele Menschen nach Urlaub in der warmen Ferne. Afrika, die Malediven oder doch eine Kreuzfahrt durch die Karibik – ist das in Zeiten von Greta Thunberg und Klimastreik noch zu rechtfertigen? Auf der Reisemesse in Fürstenfeld ist der Umweltschutz durchaus ein Thema.

FürstenfeldbruckUm Kreuzfahrten und andere Luxusreisen drehte sich die Messe des Türkenfelder Reisebüros Weltenbummler im Veranstaltungsforum. „Ich würde so gerne mal nach Afrika“, sagt Nadine zu ihrer Freundin und beugt sich über die bunten Prospekte, die allesamt Bilder der Savanne zeigen. „Echt? Mir ist das egal, Hauptsache eine Kreuzfahrt“, antwortet Lena. Die 25-jährige Zahnmedizinerin tourte im vergangenen Jahr durch die Karibik und hat sich sofort verliebt.

Auf die Frage, was denn nun mit der Umwelt sei, schweigen die beiden zunächst. „Es ist ein zweischneidiges Schwert“, sagt Lena schließlich. „Einerseits will ich einmal im Jahr eine Auszeit, andererseits versuche ich dann, auch nicht jedes Jahr gleich eine Kreuzfahrt zu machen oder einen Langstreckenflug zu buchen.“ Nadine stimmt zu. „Wir leben im Hier und Jetzt und nicht in Afrika oder auf den Kanaren, deshalb sollten wir auch erst mal zu Hause anfangen, etwas zu verändern, und nicht die zwei Wochen im Urlaub auf alles verzichten.“

Andreas Leippert, Verkaufsleiter von Hapag Lloyd, nimmt die Kreuzfahrt in Schutz: „Es gibt 60 000 Großschiffe, davon sind nur 400 Kreuzfahrtschiffe, also gerade mal 0,6 Prozent.“ Diese seien wiederum Vorreiter der Schiffsfahrtbranche und wesentlich sauberer unterwegs als jene, die billig Kleidung und Lebensmittel transportieren würden. „Wir arbeiten ökologisch höchst sensibel.“

Das Thema Schiffsreise

Schiffsreisen seien immer noch der Dauerbrenner und extrem nachgefragt, so Leippert. Die Menschen kommen, wenn sie einmal die Weltmeere bereist haben, immer wieder. Trotzdem merkt er, dass die Kunden offen für Umweltthemen sind und genaue Erklärungen erwarten, wie so ein Schiff funktioniert und was es verbraucht.

Den Trend hat auch Elke Grassnick mitbekommen, die gerade das Ehepaar Rieger berät. „Vor zwei Jahren hat sich kaum jemand für CO2-Bilanzen oder Kompensation interessiert, heute ist das anders.“ Doch obwohl die Nachfrage nach dem umweltbewussten Urlaub steigt, verändern sich die Ziele der Touristen kaum. Für die Riegers soll es nach La Palma zum Wandern gehen. „Dass ist wenigsten ein bisschen ökologischer, als überall mit dem Auto hinzufahren“, erklärt Monika Rieger. Eine Schiffsreise kommt für die Olchingerin aber auf keinen Fall in Frage.

Es scheint fast, um das Thema Schiffe kommt man auf der Messe nicht herum. „Gerade deshalb haben wir in diesem Jahr versucht, kleinere Unternehmen und Produkte in den Vordergrund zu stellen“, erklärt Veranstalterin Margit Thalmayer. Etwa die Afrika Lodges von Dana Leidel und Diamonde. Sie erklärt, dass die kleinen Häuser mit Solarstrom betrieben werden, kein kabelloses Internet und auch keine Wasserkocher haben und sehr sparsam Klimaanlagen verwendet werden. „80 Prozent von dem konsumierten Essen werden direkt vor Ort produziert.“ Und auch für das leidige Thema Plastik gebe es eine Lösung. „Afrika ist und bleibt ein Dauerwunschziel, warum also nicht aktiv unseren Beitrag dazu leisten, dass die Leute es sich anschauen können, aber auf eine ökologische Weise?“

Der Tourismus sei eine gespaltene Branche, findet Thalmayer. Einerseits schädigt er die Umwelt, andererseits bringt er auch Ländern Handels- und Wirtschaftsvorteile. Dennoch: Schämen brauche sich niemand, der in den Urlaub fährt. „Zu Hause auf der Couch wird sich unser Horizont wohl kaum erweitern, Stereotypen und Klischees lassen sich am besten durch das Reisen abbauen.“

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