Impression von der Amper.

Wasserwirtschaftsamt

Renaturierung: Die Amper soll wieder freier fließen

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Freiheit für die Amper: Unter diesem Motto steht ein groß angelegtes Projekt des Wasserwirtschaftsamtes. Der Fluss soll auf seiner gesamten Länge so naturnah wie möglich umgestaltet werden. Die meiste Arbeit soll die Amper dabei selbst erledigen.

Fürstenfeldbruck – Viel ist nicht mehr übrig von der ursprünglichen Amper: Begradigungen, Wehre, Dämme und Bebauung haben den einst wilden Fluss gezähmt. Auen und Altarme sind größtenteils verschwunden – und mit ihnen ihre vielen tierischen und pflanzlichen Bewohner. Mit seinem Schicksal ist der Strom nicht allein. Dem Großteil der Flüsse in ganz Europa geht es ähnlich. Eine Richtlinie der EU will das allerdings ändern.

Die Amper soll fließen

Vor diesem Hintergrund hat das Wasserwirtschaftsamt München, das für die Amper zuständig ist, das Projekt „Amper rhei“ auf die Beine gestellt. Abgeleitet aus dem Griechischen bedeutet das so viel wie „Amper fließe!“. Bis es aber so weit ist, kommt auf die Verantwortlichen viel Arbeit zu. „Es wird eine Herausforderung“, sagt Stefan Homilius, stellvertretender Leiter des Wasserwirtschaftsamtes.

Damit das Projekt nicht an Widerständen aus verschiedenen Richtungen scheitert, hat sich die Behörde Akteure aus den verschiedensten Bereichen ins Boot geholt. Vertreter von Naturschutz oder Wasserkraft aber auch von Kommunen, aus der Landwirtschaft oder Behörden sind an dem Vorhaben beteiligt.

Amper soll naturnah werden

Oberstes Ziel ist es, den Fluss wieder möglichst nah an den Zustand vor dem Eingreifen des Menschen zu bringen. Dass die „Ur-Amper“ nicht wieder komplett aufleben wird, ist Homilius klar. „Es wird ein Kompromiss zwischen dem, was möglich ist, und dem, was machbar ist.“ Dazu wird etwa ausgelotet, wo man dem Fluss wieder mehr Raum geben kann – etwa zur Ausbildung von Auen oder zur Reaktivierung von Altarmen. Denn diese Bereiche eines Flusssystems strotzen nur so vor Leben, wenn sie intakt sind. „Wir wollen dem Fluss die Möglichkeit geben, sich zu entfalten“, erklärt Stefan Homilius.

Überschwemmungsareale für die Amper

Den Großteil der Arbeit wollen die Experten der Amper selbst überlassen. Ein Beispiel: Durch das Entfernen eines Dammes oder der Uferverbauung könne der Fluss bei Hochwasser Areale überschwemmen und dort etwas komplett Neues entstehen lassen. „Der Fluss kann das viel besser als wir mit Baggern“, erklärt der Wasser-Experte.

Die Amper hält Homilius für dieses Vorhaben als gut geeignet. Schleifen und Altarme seien noch vorhanden – im Landkreis etwa zwischen Emmering und Olching. Rest-Strukturen des ursprünglichen Flusses nennt sie der Wasserwirtschafter.

Für das Projekt hat die Behörde die Amper nach unterschiedlichen hydromorphologischen Eigenschaften eingeteilt: frei fließend, städtisch geprägt und für Wasserkraft genutzt. Diese Nutzungen geben vor, worauf der Schwerpunkt gelegt werden soll – und was möglich ist.

Für konkrete Maßnahmen ist es noch zu früh, sagt Homilius. Erste kleinere Teilprojekte könnten aber bereits nächstes Jahr umgesetzt werden. Dass der Weg zurück zur Natur durchaus erfolgreich beschritten werden kann, davon ist das Wasserwirtschaftsamt überzeugt. Ähnliche Projekte an der Isar sowie an der Wertach hätten das bewiesen.

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