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Trend seit Jahren

Die Rente reicht einfach nicht: Immer mehr Senioren bei den Tafeln

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Die Zahlen sind erschreckend: Bayernweit sind fast 50 000 Senioren auf Essensspenden angewiesen. Sie machen inzwischen ein Viertel der gesamten Tafel-Kunden aus. Der Landkreis macht dabei keine Ausnahme.

Fürstenfeldbruck – Lidija Bartels von der Brucker Tafel hat die Meldung nicht überrascht – sie beobachtet den Trend seit Jahren. „Sicherlich 60 Prozent unserer Kunden sind Rentner“, sagt Bartels. „Wir sehen diese Altersarmut schon länger, und es wird noch schlimmer werden.“

Rund 150 Menschen kommen jede Woche zur Brucker Tafel, um sich zu versorgen. Viele sind über 80 Jahre alt. Die meisten sind verwitwete Frauen. Sie haben entweder in schlecht bezahlten Jobs gearbeitet oder waren nicht durchgängig erwerbstätig, weil sie Kinder großgezogen haben. Nun reicht die Rente hinten und vorne nicht.

Viele Leute schämen sich

Lidija Bartels ist sicher, dass es eine Dunkelziffer gibt. „Viele Leute schämen sich, zu uns zu kommen.“ Oft hört sie von Tafel-Kunden, dass in der Nachbarschaft oder im Bekanntenkreis Menschen leben, die die Spenden ebenfalls brauchen könnten, den Weg zur Tafel aber scheuen. Den Menschen komme es vor, als würden sie um Essen betteln.

Uschi Homann, Teamleiterin der Tafel Puchheim-Eichenau, macht ähnliche Erfahrungen. Wenn sie Anrufe von Rentnern bekommt, ist sie so freundlich und ermunternd, wie es nur geht. Aber: „Die Leute trauen sich nicht, zu kommen.“ Elisabeth Weller aus dem Vorstand der Brucker Bürgerstiftung bestätigt das. Die Bürgerstiftung ist Träger von drei Tafeln im Landkreis.

Zuschüsse für Senioren

Darüber hinaus gibt es weitere Angebote, wie die Seniorenhilfe Sonnenstrahl. Hier können Rentner einen Zuschuss bekommen, wenn das Geld für eine Anschaffung nicht reicht. Das kann die Reparatur der Waschmaschine sein, die neue Lesebrille oder die Behandlung, die die Krankenkasse nicht zahlt. Unter den Antragstellern sind viele, die auch Anspruch auf Lebensmittelspenden hätten, sagt Weller. „Sie trauen sich aber nicht, zur Tafel zu kommen. Es gibt einfach eine Hemmschwelle, sich um Lebensmittel anzustellen.“ Große Ansprüche haben die Senioren nicht. „Sie kommen mit wenig klar, denn sie wissen noch, wie man kocht“, sagt Lidija Bartels.

Flüchtlinge in der Tafel

Manchmal hört sie den Vorwurf, die Rentner kämen auf Kosten von Flüchtlingen zu kurz. „Das stimmt einfach nicht.“ Die Brucker Tafel akzeptiert nur anerkannte Flüchtlinge, die Hartz-IV-Leistungen erhalten. In Germering sind zwar 70 Prozent der Tafel-Kunden Flüchtlinge. „Aber es ist nicht so, dass die Älteren weggeblieben sind“, sagt Leiter Jürgen Quest. Die Zahl der Senioren unter den Kunden ist dort schon immer niedrig. Quest schätzt sie auf zehn bis 15 Prozent.

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