Ist per Telefon und E-Mail weiter erreichbar: Juliane Egert, Inhaberin von Stoffe Egert in Fürstenfeldbruck.
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Ist per Telefon und E-Mail weiter erreichbar: Juliane Egert, Inhaberin von Stoffe Egert in Fürstenfeldbruck.

Fürstenfeldbruck

Riesen-Ansturm vor dem Lockdown - Viele Geschäfte bieten jetzt Lieferservice an

  • Lisa Fischer
    vonLisa Fischer
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Viele Geschäfte erlebten in den vergangenen Tagen einen wahren Ansturm. Jetzt sind die meisten geschlossen. Der Lockdown im Weihnachtsgeschäft trifft die Händler hart. Viele wollen aber weitermachen – und bieten Online- und Lieferservices an.

Fürstenfeldbruck – Im Schreibwarenladen von Judith Sommer in Türkenfeld herrschte in den vergangenen Tagen Ausnahmezustand. Dabei ist ihr Geschäft „Dein Laden“ eines der wenigen, das weiterhin geöffnet bleiben darf. Trotzdem stürmten die Kunden die Geschäftsräume. Ähnliches berichtet Daniela Löw vom Süßwarenladen Schokolädchen in Puchheim. „Wir hatten einen Kundenansturm, weil viele Angst hatten, dass wir schließen müssen“, sagt Löw. Doch die Türen bleiben bis zum Betriebsurlaub am 31. Dezember geöffnet.

Stoffe Egert

Ganz anders sieht es bei Stoffe Egert in Fürstenfeldbruck aus. Der Laden muss schließen. „Unsere stärksten Wochen liegen zwischen den Jahren, wenn die Kunden Zeit haben“, erklärt Inhaberin Juliane Egert (40). Besonders ärgerlich sei, dass sie mehrere tausend Euro in Luftfilter und Desinfektionsmittel investiert hat, um Kunden und Mitarbeiter zu schützen. Das sei nun umsonst gewesen.

Die letzten Tage vor der Schließung war „richtig viel los“, meint Egert. Für den vergangenen Samstag hatte sie sogar eine zusätzliche Kollegin angefordert, um den Andrang zu bewältigen.

Die Blumenläden

Schließen müssen auch die Blumenläden im Landkreis. „Es ist allerdings nicht ganz so dramatisch wie im Frühjahr“, meint Inhaberin Gisela Wendlinger vom Olchinger Blumenladen Baumeister. Ulrich Würstle (68) von Würstle Gartenland ist derselben Meinung. „Die Tage vor Weihnachten wären für das Geschäft gut“, sagt er. Doch der Lockdown im Frühjahr sei eine größere Katastrophe gewesen.

Der Juwelier

Der Olchinger Juwelier, Klaus findet deutliche Worte zur frühzeitigen Schließung seines Geschäfts: „Uns trifft es hart“, sagt der 56-Jährige. „Der Lockdown kurz vor Weihnachten ist für unsere Branche extrem.“ 20 bis 25 Prozent des Jahresumsatzes mache das Weihnachtsgeschäft aus. Und auch nach dem Fest würden viele Kunden mit Reparaturen, Gutscheinen und Umtauschwaren zu ihm kommen. So ist es auch in der Sportecke in Olching. Kunden, die an Weihnachten Urlaub haben, bleiben in diesem Jahr aus, meint Geschäftsführerin Melanie Sandner. Wegen der Schließung wurde der Laden extra am Montag – obwohl da eigentlich Ruhetag ist, so die 34-jährige Inhaberin.

Längere Arbeitszeit

Längere Arbeitszeiten nahm auch Katerina Clemens aus Maisach in Kauf. „Es war in den letzten Tagen wahnsinnig viel los“, erklärt die Inhaberin von „Clemens schenken und schöner wohnen“. „Aber wir machen das Beste daraus“, sagt Clemens. Während des coronabedingten Lockdowns bietet sie einen Liefer- und Abholservice. Genauso wie das Modegeschäft Fuchsweber in Fürstenfeldbruck. „Wir sind für die Kunden weiterhin da, beraten telefonisch, per E-Mail oder per Videoanruf“, sagt Geschäftsführer Frank Röhner (56). Dringend benötigte Kleidung für besondere Anlässe kann mit dem Lieferdienst gebracht werden.

Auch Stoffe Egert liefert und verschickt seine Waren. „Per E-Mail und Telefon sind wir weiterhin erreichbar“, sagt Juliane Egert. So hält es auch Gisela Wendlinger von der Gärtnerei Baumeister in Gröbenzell. „Das überstehen wir jetzt auch noch“, sagt sie.

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