Roberta Gregorio lädt mit Büchern wie „Zwei Kugeln Glück mit Sahne“ zum Träumen ein.
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Roberta Gregorio lädt mit Büchern wie „Zwei Kugeln Glück mit Sahne“ zum Träumen ein.

Geschichten aus dem Süden

Roberta Gregorio lädt mit Büchern wie „Zwei Kugeln Glück mit Sahne“ zum Träumen ein.

  • vonStephanie Hartl
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Wer heuer nicht in den sonnigen Süden fahren kann oder will, dem bleibt das Träumen von Capri oder Amalfi. Besonders gut geht das mit Büchern von Roberta Gregorio. Die in Bruck aufgewachsene Autorin schilderte dem Tagblatt diesen besonderen Sommer in Italien, wo sie inzwischen lebt.

Fürstenfeldbruck – Sie ist ein waschechtes Brucker Kindl, in der Kreisstadt geboren und hier aufgewachsen, ehe es sie in die Heimat ihrer Eltern nach Italien zog. Mittlerweile ist Roberta Gregorio eine gefragte Autorin und lebt mit ihrer Familie in Italien. Im Frühjahr 2021 erscheint wieder ein neues Buch. Dabei wird das Eis wieder eine große Rolle spielen. Wer schon einmal ein Buch von ihr gelesen hat, der weiß, dass man dann lieber ein leckeres italienisches Gelato in greifbarer Nähe haben sollte.

Die 44-Jährige hat schon etliche Bücher geschrieben. Die Leidenschaft fürs Schreiben entstand bereits in der Pubertät. Anfangs waren es Gedichte, dann Kurzgeschichten. Ab und zu schrieb sie auch Szenen aus ihren Lieblingsbüchern um, manchmal änderte sie das Ende, wenn es ihr so gar nicht gefiel. Heute, als erfolgreiche Autorin, muss sie über ihre ersten literarischen Gehversuche schmunzeln, wenn sie sie liest.

2003 ging es los mit der Schriftstellerei

2003, da lebte sie bereits seit zwei Jahren in Italien, wagte sie sich erstmals an ein ganzes Manuskript, das in einem kleinen Verlag veröffentlicht wurde. Richtig los ging es dann 2015 mit „Signora Pia und das Lächeln des Meeres“. „Ich hatte da eine Frau vor Augen, der das italienische Familienleben zu viel wurde“, erzählt sie.

Ganz wichtig in dem Buch: die Figur der typisch italienischen Schwiegermama. Sie schrieb drei Monate daran. Ihre Agentin fand schnell einen Verlag, der das Buch veröffentlichen wollte. Als sie dann ihren Erstling in den Händen hielt, war ihr klar: „Schreiben ist mein Weg.“ Und das ist es bis heute.

„Mit jeder Buchveröffentlichung wird ein neuer Traum für mich wahr“, schwärmt sie. Der Stein war ins Rollen gekommen, es folgte Buch auf Buch, inzwischen hat sie sich, wie sie selbst sagt, „mit meiner Schreibe als Italienspezialistin etabliert“. Inspirationen nimmt sie aus dem direkten Umfeld, in dem sie sich am wohlsten fühlt.

Roberta Gregorio in einem Brucker Restaurant aufgewachsen

Und das ist sehr oft Material aus erster Hand, schließlich ist Roberta Gregorio ja in einem Brucker Restaurant aufgewachsen, das ihre Eltern 30 Jahre lang gemeinsam mit dem Onkel führten: das Ristorante „Venezia“, direkt an der Amper gelegen, mitten im Herzen von Fürstenfeldbruck. „Ich würde sagen, meine Geschichten sind eine gute Mischung aus eigener Erfahrung und Erfundenem“, erklärt die 44-Jährige. Und die Orte in ihren Geschichten gibt es tatsächlich alle. Capri, Amalfi – die sind bekannt. Bei anderen Orten ändert sie den Namen, manchmal muss man auch ein bisschen vom Original abweichen. „Aber ich schreibe ja Romane und keine Reiseführer“, sagt sie.

Bevor sie zum Schreiben kam, machte Roberta Gregorio eine Ausbildung zur Fremdsprachen-Korrespondentin. In ihrem erlernten Beruf arbeitet sie auch heute noch – und zwar gerne, wie sie betont. Zudem unterrichtet sie an einem italienischen Gymnasium deutsche Konversation – etwas, das sie ebenfalls mit Leidenschaft macht: „Das Arbeiten mit der deutschen und der italienischen Sprache bereitet mir nach wie vor große Freude.“

Ein Buch hat sie unter Pseudonym geschrieben, da die Geschichte von der Stimmung her etwas anders ist als ihre anderen Bücher. Aber egal ob mit Pseudonym oder unter ihrem richtigen Namen: Sommer, Sonne und Meer spielen meistens eine große Rolle. Ein Beispiel sind die beiden Capri-Bücher: „Mehr Meer geht kaum“, sagt Roberta Gregorio selber. Und das Eis spielt oft eine große Rolle, oder besser gesagt: das Essen überhaupt.

Sie erlebte den Corona-Lockdown in Italien

Bei allem italienischen Flair und dolce farniente (italienisch für das süße Nichtstun) hat aber auch sie die harte Zeit des Corona-Lockdowns in Italien durchgemacht. Roberta Gregorio lebt mit Mann und den beiden Söhnen in Kampanien, also in Süditalien. „Hier war es nicht annähernd so schlimm wie im Norden“, weiß sie. Vermutlich lag es auch daran, dass sich der Großteil der Bürger an die Einschränkungen gehalten hat. „Es war nicht leicht, aber die Situation hat strenge Regeln erfordert“, berichtet sie. „Was wir als wirklich dramatisch empfunden haben, war die Trennung vom Rest der Familie, da wir alle Familienmenschen sind.“

Aber letztendlich ging es ihr und ihrer Familie gut. Nur Schreiben – das ging am Anfang gar nicht. „Wir mussten uns ja alle erst auf einen veränderten Tagesablauf einstellen, aber man gewöhnt sich tatsächlich an alles“, findet die 44-Jährige. Ihre Lieben kennen sie auch gar nicht anders als beim Schreiben: Das gehört einfach zu ihr, ihre Söhne kennen sie „in Verbindung mit dem Klappern der Tastatur“, wie sie selbst sagt.

Roberta Gregorio vermisst ihre alte Heimat Fürstenfeldbruck

Ihre alte Heimat Fürstenfeldbruck vermisst Roberta Gregorio ständig. Bruck, die Amper, die Leonhardi-Kirche, die Amperbrücke, den Silbersteg, die Aumühle, den Brunnenhof, den Park, das Kloster und vieles mehr – all das, was in ihrer Kindheit und Jugend in der Kreisstadt wichtig war für sie und sie geprägt hat. „Ich werde immer Bruckerin sein, gleichzeitig bin ich aber auch die Italienerin, die das Leben in Italien zu lieben und zu schätzen weiß.“

Und allen Daheimgebliebenen, die heuer einmal lieber nicht in den Süden reisen wollten, seien Roberta Gregorios Bücher wärmstens empfohlen. Buchtitel wie „Zwei Kugeln Glück mit Sahne“, „Der Duft von Liebe und Oliven“ oder „Im Schatten der Zitronenbäume“ eignen sich, auch an trüben Herbsttagen, bestens, um sich für ein paar Momente in sonnige Bella Italia zu träumen.

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