TSV West lehnt Planung ab 

Rückschlag für Sportzentrum III

Wie geht es weiter beim Sportzentrum III? Nachdem der TSV West auf einmal keine Doppel-Turnhalle mehr haben will, verzögert sich das Projekt erneut. Die Westler lehnen die Planung ab, weil sie Konflikte mit dem TuS Fürstenfeldbruck voraussehen.

Fürstenfeldbruck – Eigentlich wollten die Kommunalpolitiker das Sportzentrum III dieser Tage wieder besprechen und möglichst festzurren. Doch der TSV West weicht von der bisherigen Linie der Brucker Vereine ab. Bisher hatten alle Vereine und auch der Sportbeirat auf eine Doppel-Turnhalle gedrängt – damit sollen die knappen Hallenzeiten in der Stadt für alle Beteiligten erhöht werden. Speziell der TuS Fürstenfeldbruck erhofft sich dadurch Entlastung für seine verschiedenen Sparten.

Doch genau dieses Nebeneinander zwischen TSV West und TuS lässt die Westler Abstand nehmen von einer großen Lösung mit Doppel-Turnhalle auf dem Grundstück zwischen B 471 und Cerveteristraße. Die neue Vorstandschaft und auch die überwiegende Mehrheit der Mitglieder sprechen sich geschlossen gegen diese Planung aus, wie Vorstand Anton Maletz in einem Brief an OB Erich Raff mitteilte.

Obwohl die früheren Vereinslenker mit der großen Lösung lange d’accord gingen, fürchtet die neue Vorstandschaft, dass es mit einer großen Turnhalle zu Konflikten mit den anderen Nutzern kommt. Denn die Halle würde laut Maletz ausschließlich der TuS nutzen. Zum Beispiel könnte sich Maletz vorstellen, dass es zwischen Fußballer-Kindern und TuS-Hallennutzern zu Reibereien kommt. Der TSV West sieht generell seine Bewegungsfreiheit auf dem Sportzentrum III – immerhin dann die Heimat des Vereins – beeinträchtigt: „Im Laufe der Zeit würden wir nicht mehr Herr im eigenen Haus sein.“ Weiter: „Wir befürchten, dass wir bei der Ausübung unserer Vereinsveranstaltungen nun Rücksprachen halten müssten.“

Maletz betonte auf Tagblatt-Nachfrage, der Vorstand könne gar nicht anders, als von der bisherigen Planung Abstand zu nehmen: „Die Entscheidung trifft nicht der Vorstand, sondern die Mitglieder.“ Es gehe um viel Geld, das der Verein in die Hand nehme. Schon früher habe man bei dem Gedanken an eine Doppel-Turnhalle nie Hurra geschrien. „Da war keiner wirklich begeistert.“

Sogar die Gefahr, dass das ganze Projekt Sportzentrum III wegen Ablehnung der Turnhalle in Gefahr gerät, nimmt der TSV West in Kauf. Als „ultima Ratio“ bleibe man am alten Platz, auch wenn dies niemand wolle, betont Maletz. Mit Keglern und Schützen als Nachbarn habe man kein Problem.

Ein wirklicher Fahrplan fehlt, wie es nach diesem Statement des TSV West weitergeht. Eigentlich sollte im zuständigen Ausschuss für Integration, Soziales, Jugend und Sport die Planung auf den Weg gebracht werden. Nach den Entwicklungen wurde der Tagesordnungspunkt aber abgesetzt.

Nun stehen erst einmal wieder Sondierungsgespräche mit allen Beteiligten an. Das planen zumindest Sportreferent Martin Kellerer (CSU) und Sportbeirat-Vorsitzender Joachim Mack. Beide zeigten sich enttäuscht über den Gang der Ereignisse.

Wahrscheinlich wird sich der Baubeginn weiter verzögern. Eigentlich sollte im nächsten Frühjahr mit der Anlage der Rasenplätze begonnen werden. Doch Maletz deutete an, dass eine neue Lösung schon auf dem Parkett sei. Wie diese aussehen soll, könne er aber nach den Gesprächen verraten. Er ist trotz allem zuversichtlich: „Es wird jetzt relativ schnell gehen.“

Das Projekt

Die große Variante für das geplante Sportzentrum III sieht drei Fußballplätze, zwei Rasen und ein Kunstrasen, und eine Doppel-Turnhalle vor. In der Turnhalle sollen außerdem Anlagen für Kegler, Schützen sowie eine Gastronomie unterkommen, die der TSV West zuvor als Vereinsheim übernehmen sollte – so war es zumindest geplant. Das gesamte Projekt soll Schritt für Schritt in modularer Bauweise errichtet werden. Als Bauherr waren für die Fußballplätze der TSV West und für die Turnhalle der TSV West eingeplant. (fd)

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