Initiative von Jobcenter und Arbeitsamt

Runder Tisch für Durchblick bei Asylhilfe

Ämter, Projekte, Helferkreise: Zahlreiche Gruppierungen sind in die Integration von Flüchtlingen in die Arbeitswelt involviert. Das Jobcenter will, dass künftig alle an einem Strang ziehen.

Fürstenfeldbruck „Wir müssen schneller werden im Prozess der Integration“, sagt Jobcenter-Geschäftsführerin Claudia Baubkus. „Es geht so viel Zeit verloren, weil verschiedene Stellen unabhängig voneinander arbeiten und dabei viele Schritte immer wieder von vorne gemacht werden.“ Deshalb will sie die Beteiligten an einen Tisch bringen und miteinander vernetzen. Das Ziel: „Alle sollen beim Start in die Berufswelt die gleichen Startbedingungen haben.“

Bei einer Inhouse-Messe konnten sich die verschiedenen Gruppierungen bereits beschnuppern. Vertreter des Landratsamtes trafen dort zum Beispiel auf Helferkreise, IHK oder die Caritas. Aber das soll erst der Anfang gewesen sein. Neben der Vernetzung der Helfer und Behörden müssen auch die Flüchtlinge angesprochen werden.

Dem Sport soll hier eine entscheidende Rolle zukommen. Baubkus hat dafür den ehemaligen afghanischen Nationaltorhüter Mansur Faqiryar mit seiner Stiftung an Bord geholt. Faqiryar kennt die Situation der Asylbewerber. Er selbst kam 1987 mit seinen Eltern als Einjähriger auf der Flucht vor dem afghanischen Bürgerkrieg nach Deutschland. „Das Medium Sport hilft dabei, Vertrauen aufzubauen und kann Brücken zu anderen Themen schlagen“, sagt Faqiryar.

Gerade in Deutschland habe man ein starkes Instrument in der Hand, das bei der Integration helfen könne, denn: „Nirgendwo auf der Welt gibt es so ausgeprägte Vereinsstrukturen wie in Deutschland,“ so Faqiryar. Wie wichtig der Integrationsprozess ist, betont auch Landrat Thomas Karmasin. 2500 Flüchtlinge gebe es im Landkreis. Diese sollen nicht einfach integriert werden. „Ziel muss eine Inklusion sein, die Asylbewerber müssen wie Menschen wie du und ich gesehen werden“, sagte der Chef der Kreisbehörde. „Wir sind zwar auf einem guten Weg, dennoch muss noch viel getan werden.“

Karmasin freut sich deshalb über die Bemühungen des Jobcenters. Am Ende des Prozesses soll im Spätherbst eine weitere Messe stehen, die sich dann auch nach außen öffnet. Keine Jobmesse für Flüchtlinge soll es sein, wie Baubkus betont. Nicht offene Stellen sollen präsentiert werden, sondern Wege, wie man ohne Umwege in die Berufswelt findet. Denn, so die Jobcenter-Chefin: „Jeder hilft, aber wenn jeder einzeln tätig ist, machen wir uns das Leben selbst schwer.“ (ad)

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