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Saugwürmer im Pucher Meer: Badegäste berichten von Ausschlag und Juckreiz

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Von: Thomas Steinhardt

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Gänse und Enten, hier am Ufer des Ammersees, setzen die Zerkarien über den Kot im Wasser frei.
Gänse und Enten setzen die Zerkarien über den Kot im Wasser frei. © Beispielfoto: Stefan Schuhbauer-von Jena

Eine echte Gesundheitsgefahr geht von ihnen nicht aus, unangenehm ist ein Kontakt mit ihnen aber sicherlich: In Bruck wurden Fälle von Hautausschlägen festgestellt, die von Saugwürmern (Zerkarien) ausgelöst worden sein dürften.

Fürstenfeldbruck - Zwei Bürger haben dem Gesundheitsamt Fürstenfeldbruck gegenüber von einer wohl von Zerkarien ausgelösten möglichen Bade-Dermatitis berichtet. Das bestätigt das Landratsamt am Dienstagnachmittag auf Anfrage. Die betroffenen Badegäste seien im FKK-Bereich des Pucher Meers gewesen. Außerdem habe die Stadt Fürstenfeldbruck sich wegen eines Bürgers im selben Zusammenhang gemeldet. Das Gesundheitsamt betont: „Derzeit scheint es sich nicht um ein Massenphänomen zu handeln, es handelt sich nicht um eine ernste Gesundheitsgefahr.“

Pucher Meer: Stadt kann Schilder aufstellen

Das Gesundheitsamt hat der Stadt mitgeteilt, dass sie eigenverantwortlich über das Aufstellen von Hinweisschildern entscheiden könne.

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Hintergründe zur zerkarien-bedingten Badedermatitis erklärt das zuständige Landesamt. Demnach handelt es sich dabei um ein regelmäßig auftretendes biologisches Phänomen an Badestellen, die auch von Enten respektive anderen Wasservögeln besucht werden. Eine Hautreaktion mit juckendem Hautausschlag erfolge nach dem Baden oftmalig im Bereich der getragenen Badekleidung. Besonders in Flachwasserzonen mit Schilfgürtel sollte man sich nicht längere Zeit aufhalten und sich auf das Schwimmen in tieferen Bereichen beschränken, heißt es beim LGL.

Pucher Meer: Besser schnell abtrocknen

Zerkarien seien gegenüber Austrocknung empfindlich, so dass es zweckmäßig sei, nasse Badebekleidung sofort abzulegen und „ nach Möglichkeit den Körper schnell und gründlich mit dem Handtuch abzufrottieren“. Komme es dennoch zum Auftreten einer Badedermatitis, können ein Haus- oder Hautarzt helfen.

Zerkarien sind laut LGL bestimmte Larvenstadien von Saugwürmern, die in Enten und anderen Wasservögeln leben. Mit dem Kot gelangen die Eier der Saugwürmer in das Wasser, wo innerhalb kurzer Zeit Larven schlüpfen, die sich in Süßwasserschnecken (Zwischenwirt) schnell vermehren. Bei höheren Wassertemperaturen verlassen die Zerkarien die Wasserschnecke und dringen aktiv in den Endwirt, also Enten und Wasservögel ein, so das LGL.

Pucher Meer: Zerkarien bohren sich in die Haut

Dabei könne es passieren, dass sich die Zerkarien auch in die Haut des Menschen als so genannten Fehlwirt einbohren und eine Badedermatitis auslösen. Bereits drei bis zehn Minuten nach Badebeginn können gerötete Flecken bis hin zur Quaddelbildung und starker Juckreiz auftreten. Da der Mensch ein Fehlwirt sei, werden die Zerkarien bereits im Unterhautbindegewebe abgetötet und könnten nicht tiefer eindringen. Außer dem lästigen und bisweilen unerträglichen Juckreiz und den durch vermehrtes Kratzen möglichen Hautinfektionen seien keine ernsten gesundheitlichen Folgen zu befürchten, so das LGL.

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