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Bekannte Gesichter und alte Weggefährten: Auf dem Gruppenfoto drängelt sich allerhand Fürstenfeldbrucker Sportprominenz. Sie alle feierten das Jubiläum des SCF. 

Am Pucher Meer

SC Fürstenfeldbruck feiert inoffiziell seinen 100. Geburtstag

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Beinahe 160 ehemalige Fußballer und Funktionäre kamen zur inoffiziellen 100-Jahr-Feier des SC Fürstenfeldbruck. In der Gaststätte am Pucher Meer – mit Viktor Fischer ist dort passenderweise ein ehemaliger Bayernliga-Kicker Gastronom – wurden viele Erinnerungen an bessere Zeiten wach.

Fürstenfeldbruck –  Stell Dir vor, ein Verein feiert sein 100-jähriges Bestehen, und keiner geht hin. Das hätte beinahe dem SC Fürstenfeldbruck geblüht. Denn von offizieller Vereinsseite ist bislang keine Feier geplant. Dafür nahmen Ex-Präsident Albrecht Huber sowie Fischer und Stadtrat Karl Danke die Fäden in die Hand. Sie luden viele ehemalige Kicker und Präsidiumsmitglieder zu einer inoffiziellen Fete ein. Und die ehemaligen SCF-Heroen kamen in Strömen. Die Wiedersehensfreude war groß.

Bewegender Rückblick

Seine 60er-Weißwürscht brachten Ehrenpräsident Herbert Haja eine Anzeige von Karl-Heinz Wildmooser ein.

Thomas Miller, Max Lachauer, Dieter Bernhardt, Bobby Brauer, Franz Taferner oder Klaus Schäffler. Dazu jüngere Generationen um Armin Riedl, Christian Obermeier, Steffen Vogel, Andreas Neumeyer, Thomas Griesgraber oder Christoph Ullmann. Nicht zu vergessen Funktionäre wie Huber, Hans Hahn, Franz Ostermeier oder Gerhard Knöchel. Die Zahl derer, die ans Pucher Meer gekommen waren, war schier zu groß, um sie alle zu nennen. Und natürlich ließen sich auch externe Funktionäre wie Bernd Reiser vom BFV und Stefan Enzmann vom BLSV nicht lumpen. „Ich hätte nie gedacht, dass so viele kommen würden“, sagte Huber. Knöchel, lange Jahre Herz und Seele der Alten Liga und erfolgreicher Manager zu Bayernligazeiten des SCF, wagte einen Rückblick in die bewegte Geschichte des Vereins, der – in Anlehnung an den FC Bayern – gerne mal den Beinamen SC Hollywood bekam.

Schon die Anfangstage waren nicht ganz einfach. „Im Gasthaus Spitzauer hatten sich 1919 einige Fußballer getroffen“, erzählte er. Damals begann zwar die Historie des SCF – allerdings noch nicht als eigener Verein. „Es wurde eine Abteilung gegründet, die sich den Turnern angeschlossen hat“, berichtete Knöchel.

Neidische Turner

Doch es kam zum Streit zwischen dem Hauptverein und den Fußballern. Schon im März wurde die Mannschaft abgemeldet, erst nach Neuwahlen im August wurden die Kicker wieder in den TuS aufgenommen. Es blieb nicht das einzige Intermezzo dieser Art. „Die Turner waren bald neidisch auf den Erfolg der Fußballer“, so Knöchel. Die Folge: Sie nahmen den Kickern die Bälle weg und meldeten die Mannschaft erneut ab. Es folgte die Gründung eines eigenen Vereins und der Bau des Stadions an der Pucher Straße, in dem die Brucker lange Jahre ihre Heimstätte fanden. Nachdem man sich zwischenzeitlich noch einmal dem TuS angeschlossen hatte, folgte der Zweite Weltkrieg, der das Ende der Vereinstätigkeit mit sich brachte. Erst im Januar 1946 wurde der Sportclub wieder gegründet – nun unter dem heute noch gültigen Namen SC Fürstenfeldbruck..

Dieter Bernhard kickte lange erfolgreich für den SCF.

1971 gelang erstmals der Aufstieg in die Bayernliga, damals noch die dritthöchste deutsche Spielklasse. 1980 und 1985 wurde das Kunststück nach Abstiegen wiederholt. Auch finanziell gab es schwere Zeiten zu überstehen, als Hans Hahn den Club sanierte und damit sein Fortbestehen sicherte.

Bei der Jubiläumsfeier wurde auch über Anekdoten gelacht – zum Beispiel als der 2015 verstorbene Ehrenpräsident Herbert Haja bei einem Spiel gegen die Löwen 60er-Weißwürscht verkaufte. Allerdings ohne die Erlaubnis des damaligen Löwenbosses Karlheinz Wildmooser, was zur Folge hatte, dass die Weißwürscht noch vor Ort von der Polizei konfisziert wurden. Eine von Karl Danke zusammengestellte Ausstellung mit Fotos und Zeitungsberichten half den Festgästen beim Schwelgen in Erinnerungen auf die Sprünge. ANDREAS DASCHNER

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