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500-Euro-Scheine

SC Fürstenfeldbruck

Schulden: Sportclub-Präsident will Vorgänger in Haftung nehmen

190.000 Euro - das ist der aktuelle Schuldenstand beim SC Fürstenfeldbruck. Nun will der amtierende Sportclub-Präsident seine Vorgänger beim Finanzamt haftbar machen. Seit neun Monaten läuft eine Steuerprüfung.

Fürstenfeldbruck – Den SC Fürstenfeldbruck drücken noch immer Schuldenlasten in Höhe von knapp 190.000 Euro. Wegen „vorsätzlicher und grob fahrlässiger Verletzungen ihrer Pflichten“ will Präsident Jakob Ettner seine Vorgänger im Vorstandsgremium deshalb in Haftung nehmen lassen. Ein entsprechend formulierter Antrag an das Finanzamt wurde von den Mitgliedern bei der Jahreshauptversammlung am Montagabend bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen abgesegnet.

Es war mit nur 36 Minuten die kürzeste Jahreshauptversammlung in der Geschichte des SC Fürstenfeldbruck. Ein weiterer Minusrekord waren die 28 Besucher der inklusive Jugendlicher 470 Mitglieder zählenden einstigen Nummer eins im regionalen Fußball. Ihnen hatte die als Vizepräsidentin fungierende hauptberufliche Steuerberaterin Ursula Valier ein umfangreiches Zahlenwerk im Schnelldurchlauf präsentiert. Demnach drücken den SCF mit Stand vom 31. Dezember 2016 noch Verbindlichkeiten in Höhe von knapp 190.000 Euro (161.000 Euro Darlehen Kunstrasenplatz, 27.000 Euro sonstige Verbindlichkeiten).

Ehrenpräsidenten wie Albrecht Huber und Hans Hahn fehlten bei der Versammlung ebenso wie Vereins-Ikone Gerhard Knöchel. Der langjährige Manager verfolgte stattdessen draußen vor dem Vereinsheim das Spiel seiner Ü50-Elf. Während Ettner drinnen das Fernbleiben der Mitglieder als „sehr, sehr traurig“ kommentierte. „Da muss ich mein Engagement als Präsident infrage stellen. Es ist so etwas von beschämend, was hier abläuft.“

Später stellte Ettner selbst einen Antrag, „der für mich persönlich und den Verein von elementarer Wichtigkeit ist“. Demnach sollen seine Vorgänger in Haftung genommen werden. Seit August 2016 prüft das Finanzamt das Geschäftsgebaren des Vereins in den Jahren zwischen 2010 bis 2013. In diese Zeit fallen zwei Großereignisse, deren Abrechnung besonders ins Visier der Steuerbehörde geraten waren: das Privatspiel des FC Bayern und Public Viewing im Klosterstadion bei der Fußball-WM. Nachdem sich die Steuerprüfung nun schon ein dreiviertel Jahr hinziehe, geht Ettner davon aus, dass die Finanzbehörde bei der Überprüfung „nicht unbedingt glücklich“ ist. Der SCF habe das Problem, dass für diese Großveranstaltungen offiziell kein Cent eingenommen wurde und er weder Umsatz noch Gewinn gemacht habe. „Das ist keine 08/15-Geschichte, die der Verein locker aus dem Ärmel schüttelt“, sagte Ettner. Sollte die Betriebsprüfung für den Verein negativ verlaufen, dann, so Ettner, „werden wir keine Mannschaft mehr haben. Das ist Fakt, Leute.“

Sportlich steht der einst stolze Bayernligist ohnehin schon mit einem Bein in der Kreisliga. Nach dem Vorjahresabstieg aus der Landes- habe er sich die Bezirksliga einfacher vorgestellt, gestand Fußballchef Alfred Thurner und zog bei der Hauptversammlung bereits ein Kurzresümee der laufenden Saison. In der rangiert Bruck erneut in der gefährdeten Zone. Weshalb Thurner vor den Mitgliedern sagte, er hätte nach dem Abstieg aus der Landesliga von den 14 Spielern, die den Verein verlassen haben, „mehr Charakter“ und außerdem erwartet, „dass sie bleiben und versuchen, auch wieder gemeinsam aufzusteigen“.

Dieter Metzler

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