Versuchter Betrug

Ehemaliger Fußballfunktionär verurteilt

Wegen versuchten Betrugs ist ein ehemaliger Vizepräsident des finanziell angeschlagenen SC Fürstenfeldbruck verurteilt worden. Er muss 2100 Euro Strafe zahlen.

Fürstenfeldbruck – Im Jahr 2016 wollte Andreas C. den Präsidenten des SC Fürstenfeldbruck, Jakob Ettner, vom Thron stoßen. Er selbst wollte ihn beerben – doch C. scheiterte. Nun hatte ihn eine Anzeige Ettners auf die Anklagebank des Brucker Amtsgerichtes gebracht. Der Vorwurf: versuchter Betrug.

Aber auch die Vereinsführung des SCF musste vor Gericht Kritik gefallen lassen. Die Staatsanwältin monierte eine laxe Haushaltsführung ohne Kontrollmechanismen und Dokumentation. Das habe sich der Angeklagte zunutze gemacht.

Für den Richter stand am Ende der Verhandlung eindeutig fest, dass Andreas C. (50) vor drei Jahren versucht hatte, den SC Fürstenfeldbruck um 2600 Euro zu betrügen. Diese Summe hatte der damalige Vize-Präsident im Herbst 2015 vom Verein gefordert. Er hatte behauptete, dass er nach einem Punktspiel im März 2015 den Fußballspielern die jeweils vereinbarten Aufwandsentschädigungen aus eigener Tasche bezahlt habe. Präsident Jakob Ettner wies C.s Forderung damals zurück. Seine Begründung: Er selbst habe dem Vize 2500 Euro gegeben, mit denen er die Spieler bezahlt habe. Laut Ettner stammte die Summe aus dem Verkauf eines Rasenmähers.

Andreas C. bestritt vor Gericht die Geldübergabe – Zeugen bestätigten sie jedoch. C.s Anwalt war überzeugt, dass die Zeugen sich abgesprochen hätten, und beantragte Freispruch für seinen Mandanten. Doch der Richter hatte an deren Aussagen keinerlei Zweifel.

C. hingegen habe sich „von vorne bis hinten in Widersprüche“ verwickelt, so der Richter. Der Angeklagte habe bei der Polizei angegeben, er habe das von ihm an die Spieler bezahlte Geld von seinem Sparbuch abgehoben. Ein Sparbuch, das er niemals vorlegte – auch nicht in der Verhandlung. Laut Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) existiere das Konto gar nicht.

Im Prozess sprach C. dann von einem Girokonto, von dem er mal 1000, mal 2000 abgehoben haben wollte. Die restlichen 500 Euro würden von seinem Sparbuch stammen. Für seine Auszahlungen an die Fußballer hatte er zudem zwar Quittungen vorgelegt – zehn Stück insgesamt. Dass er der Auszahler der Aufwandsentschädigung war, hatte er auf den Quittungen aber erst später eingefügt.

In der Urteilsbegründung führte der Richter auch an, dass der Ex-Vize immer andere Forderungen an den SC Fürstenfeldbruck gestellt habe. Im Mai 2015 verlangte er zunächst 1500 Euro und erst im Herbst die 2600 Euro.

Ob der ehemalige Vize-Präsident das Urteil akzeptiert ist noch unklar. Seinem Anwalt zufolge steht die Entscheidung über eine Berufung noch aus.

Unklar ist unterdessen immer noch, wie es mit dem Verein weitergeht. Der SCF hat Insolvenz angemeldet. Die Frist, die zu seiner Rettung nötigen 100 000 Euro zusammenzubringen, ist am Mittwoch abgelaufen. Der Insolvenzverwalter hat sich zum weiteren Vorgehen noch nicht geäußert. 

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