Zwei, die zusammenhalten: Alte-Liga-Chef Gerhard Knöchel (l.) kann sich auf die Unterstützung von Ehrenpräsident Albrecht Huber im Machtkampf mit dem amtierenden Vorsitzenden verlassen.

Personengebundene Geldspritzen

SCF: Ohne Präsident droht Insolvenz

Um den SC Fürstenfeldbruck vor der Pleite zu retten, hält Insolvenzverwalter Oliver Schartl eine Wiederwahl von Präsident Jakob Ettner für unumgänglich. Hinter den Kulissen wird der Machtkampf fortgesetzt. Nun geht es auch darum, ob die einflussreiche Alte Liga überhaupt noch zum Verein gehört.

Fürstenfeldbruck – Seit Freitag liegt ein weiterer Brief an die Mitglieder aus dem Münchner Büro von Insolvenzverwalter Oliver Schartl vor. Darin heißt es, dass ein erheblicher Teil der zur Vereinsrettung aufgebrachten Spendengelder nur dann zur Verfügung stünde, wenn Präsident Jakob Ettner und seine Stellvertreterin Ursula Valier bei den noch vor Pfingsten geplanten Neuwahlen in ihren Ämtern bestätigt werden.

Ehrenpräsident Albrecht Huber, der gemeinsam mit weiteren Alte-Liga-Mitgliedern eigene Kandidaten aufstellen will, reagierte empört: „Wenn das durchgeht, sind wir von Ettner abhängig und brauchen gar keine Versammlung mehr.“ Er rät seinen Gefolgsleuten: „Am besten vorher vom Verein austreten!“ Sofern überhaupt nötig ist.

Denn mittlerweile sind bei Ettner Zweifel aufgekommen, ob die vielen auswärtigen Senioren, die für den SCF am Ball sind, überhaupt als Mitglieder im Hauptverein geführt werden. Aufgefallen war ihm dieser Umstand, nachdem zuletzt beanstandet wurde, nicht alle hätten den ersten Brief des Insolvenzverwalters erhalten.

Jeder Fußballer muss zwingend auch Mitglied des Hauptvereins sein

Grundsätzlich muss jeder Fußballer – gleich, welchen Alters – nach den Statuten des Bayerischen Fußballverbandes zwingend auch Mitglied des Hauptvereins sein. Ob dann Beiträge kassiert werden, interessiert den Verband nicht. Wie Ettner bestätigt, sei es derzeit „schier unmöglich“, ein aktuelles Anschriftenverzeichnis zu erstellen. Das wiederum könnte Einfluss auf das Stimmrecht bei den Neuwahlen haben.

Die nur bei vorliegender Mail-Adresse verschickten Schreiben aus Schartls Kanzlei werden ornehmlich mit Aushängen in der Vereinsgaststätte publik gemacht und werden deshalb nur von Mitgliedern zur Kenntnis genommen, die das Klubhaus regelmäßig frequentieren.

Ein fehlendes Mitgliederverzeichnis würde auch erklären, warum Ettner zuletzt ein von Alte-Liga-Chef Gerhard Knöchel geführtes Konto entdeckt hat. Möglicherweise speist es sich aus Mitgliedsbeiträgen der Alten Liga. Es enthält auch Abrechnungen von Fahrspesen im jährlich vierstelligen Bereich. Das monierte auch der Insolvenzverwalter.

In einem dem Tagblatt vorliegenden Schreiben hatte Scharl bereits im März Knöchel aufgefordert, nicht nur fehlende Belege vorzulegen, sondern auch einen Differenzbetrag in Höhe von rund 1100 Euro „unverzüglich“ dem aktuellen Präsidium auszuhändigen. „Über die Konsequenzen einer unerlaubten Verwendung von Fremdgeldern werde ich Sie bei Ihrem beruflichen Hintergrund nicht explizit hinweisen müssen“, schrieb die Anwaltskanzlei dem pensionierten Kriminalbeamten.

Fußball wird beim SCF trotzdem noch gespielt. Und zwar am Sonntag, 15 Uhr, in der Bezirksliga beim griechischen SV Herakles in Obermenzing (Meyerbeerstraße).

Von Peter Loder und Dieter Metzler

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